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Köln: So feierten die Kölner am Wochenende nach den Corona-Lockerungen

Sommer und Corona-Lockerungen  

So feierten die Kölner am Wochenende

Von Florian Eßer

13.06.2021, 10:30 Uhr
Köln: So feierten die Kölner am Wochenende nach den Corona-Lockerungen . Fußballfans verfolgen das EM-Spiel auf den Bildschirmen: In einer Gastwirtschaft auf den Kölner Ringen wird Public Viewing angeboten.  (Quelle: dpa/Henning Kaiser)

Fußballfans verfolgen das EM-Spiel auf den Bildschirmen: In einer Gastwirtschaft auf den Kölner Ringen wird Public Viewing angeboten. (Quelle: Henning Kaiser/dpa)

Zum Wochenende traten in Köln umfassende Corona-Lockerungen in Kraft. Das sorgte für einen großen Andrang in den Grünanlagen der Stadt – und in den Feier-Hotspots. Manch einem bereitet das auch Sorge.

Seit einer Woche liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Köln unter der kritischen Marke von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Aus diesem Grund traten am Freitag für die Kölnerinnen und Kölner umfassende Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kraft. So dürfen sie beispielsweise wieder die Innengastronomie nutzen, ohne einen negativen Corona-Test vorlegen zu müssen.

Trotz der Öffnung der Kneipen und Gaststätten treibt das sommerliche Wetter die Menschen vermehrt auch in die Parks und Grünanlagen der Stadt. Schließlich sind nun auch Treffen in größeren Gruppen gestattet.

"Es ist auf jeden Fall schön"

Die zurückgewonnen Möglichkeiten nutzten auch am Freitag viele Kölner für einen Aufenthalt im Freien. So waren etwa die Wiesen des Inneren Grüngürtels an der Vogelsanger Straße bereits am späten Nachmittag gut besucht. Zwischen Basketballspielern und Joggern gingen es hier viele auch weniger sportlich an – und trafen sich mit kalten Getränken. "Es ist auf jeden Fall schön, hier jetzt wieder sein Feierabendbier trinken zu können", sagt etwa Freddi, der es sich auf einer Bank gemütlich gemacht hat. "Die Woche im Büro war anstrengend. Nach dem Homeoffice muss man sich daran ja auch erst einmal wieder gewöhnen."

Fußballfans verfolgen das EM-Auftaktspiel in einem Kölner Lokal: Vielerorts gab es wieder die Möglichkeit, Live-Spiele zu verfolgen. (Quelle: imago images/NurPhoto)Fußballfans verfolgen das EM-Auftaktspiel in einem Kölner Lokal: Vielerorts gab es wieder die Möglichkeit, Live-Spiele zu verfolgen. (Quelle: NurPhoto/imago images)

Am Aachener Weiher: Fußball und Grillgeruch

Auch am Aachener Weiher, seit Jahrzehnten einer der wichtigsten Treffpunkte der Stadt, herrschte Hochkonjunktur. Einige läuteten die Sommersaison mit einem Sonnenbad ein, andere wollten den Auftakt der Fußball Europameisterschaft im hiesigen Biergarten verfolgen – beim Spiel von Italien gegen die Türkei waren 300 Leute für das "Public Viewing" im Biergarten zugelassen.

Vor der Pandemie fanden hier etwa 900 Fußballfans einen Platz. Noch vor dem Anpfiff um 21 Uhr füllten sich die Tische des Biergartens rasch, schließlich hatten viele schon gar nicht mehr damit gerechnet, die EM in Gesellschaft verfolgen zu können. "Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ich während des Spiels im Biergarten sitze – und das sogar ohne Testpflicht. Ein gutes Gefühl", erzählt eine Besucherin, die der Türkei die Daumen drückt. 

Der Aachener Weiher auf einem Foto aus der vergangenen Woche (Archivbild): Bei Feiernden ist die Grünanlage beliebt. (Quelle: Florian Eßer)Der Aachener Weiher auf einem Foto aus der vergangenen Woche (Archivbild): Bei Feiernden ist die Grünanlage beliebt. (Quelle: Florian Eßer)

Gegen 23 Uhr wurde der Aachener Platz dann von der Polizei wegen der Menschenansammlungen geräumt – wobei die Beamten auf Widerstand stießen. Es soll einzelne Flaschenwürfe auf Polizisten gegeben haben

Partylaune im Kwartier Latäng

Unweit des Aachener Weihers beginnt das Kwartier Latäng, das Ausgehviertel der Stadt ist bei jungen Menschen beliebt. Während in den Grünflächen das Alkoholverbot aufgehoben wurde, ist der Konsum alkoholischer Getränke um die Zülpicher Straße herum noch immer verboten. Das hatte die Stadt Köln trotz der niedrigen Inzidenz per Allgemeinverfügung beschlossen.

Neben dem Alkoholverbot gilt auch die Abstands- und Maskenpflicht. Dass sich diese jedoch nicht immer umsetzen und kontrollieren lässt, zeigte sich auch am Freitagabend: Trotz Verbot bildeten sich auch auf den Straßen Gruppen Bier trinkender Menschen. Bei den schmalen Bordsteinen und der Anzahl der Menschen, die am Wochenende im Veedel unterwegs waren, lässt sich der Mindestabstand dabei auch von willigen Personen nicht immer einhalten. Und Masken? Weitestgehend Fehlanzeige – durch die lässt sich schließlich schlecht trinken.

Zwischen Sause und Sorge

Immerhin federn die Gastronomen einen Teil des Andrangs auf den Straßen ab. Durch die Öffnung der Außenbereiche und der Innenräume der Kneipen wird so zumindest ein Teil der Menschen von der Straße geholt. Das scheint auch nötig. Die Menschenmassen sorgen bei einigen für Unwohlsein. "Ich habe schon ein wenig Sorge, dass die Zahlen wieder steigen und alles von vorne losgeht", räumt ein Kneipengast ein. "Aber erst einmal genieße ich die Lockerungen schon."

Tatsächlich machte es vielerorts den Anschein, als wäre die Pandemie bereits Vergangenheit. Auch wenn das noch nicht ganz zutrifft, das Kölsche Lebensgefühl scheint eindeutig zurück zu sein.

Nach der Party bleibt der Müll

Party-Hotspot Aachener Weiher: Hier hatten sich am Freitagabend 1.000 Menschen zum Feiern getroffen. Am nächsten Morgen ist nur noch der Müll zu sehen. (Quelle: Stefan Rahmann )Party-Hotspot Aachener Weiher: Hier hatten sich am Freitagabend 1.000 Menschen zum Feiern getroffen. Am nächsten Morgen ist nur noch der Müll zu sehen. (Quelle: Stefan Rahmann )

Für Ärger sorgt am morgen danach der zurückgelassene Müll der Feiernden. Wie schon in der Vorwoche lag am Aachener Weiher und der Partymeile Zülpicher Straße am Samstagmorgen viel liegengelassener Abfall herum, wie t-online-Reporter vor Ort beobachteten.

Verwendete Quellen:
  • Beobachtungen und Gespräche vor Ort 

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