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Köln: Unbekannte zerstören Gedenkstätte für verunglücktes Kind


Unbekannte zerstören Gedenkstätte für verunglücktes Kind

Von Frank Überall

Aktualisiert am 03.07.2021Lesedauer: 3 Min.
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Die Gedenkstelle am Höninger Weg in Köln-Zollstock: Immer wieder werden Figuren oder Blumen hier zerstört.
Die Gedenkstelle am Höninger Weg in Köln-Zollstock: Immer wieder werden Figuren oder Blumen hier zerstört. (Quelle: Frank Überall)
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Mit Blumen und bunten Steinen erinnert eine Familie an einen tödlich verunglückten Jungen in Köln. Immer wieder wird die Gedenkstelle beschädigt oder gestohlen. Doch die Eltern wollen sich ihren Weg der Trauer nicht zerstören lassen.

"Er war so wissbegierig und abenteuerlustig", erinnert sich der Vater von Mads an seinen verstorbenen Sohn. "Er wollte immer draußen sein, hatte gar keinen Bock auf drinnen." Seinen Namen möchte der trauernde Vater nicht in der Öffentlichkeit lesen. Aber er will, dass sich die Menschen an Mads erinnern: Dass Mads in dieser Welt bleibt, obwohl er ihr physisch bei dem Unfall entrissen wurde.

Der Kölner war im April 2020 mit seinem Sohn unterwegs, das Kind war etwas langsamer, als sie an der Einfahrt zum Parkplatz des Lidl-Supermarkts vorbeikamen. Ein Lkw-Fahrer, der rechts abbog, übersah Mads überfuhr ihn. Mit schweren Verletzungen kam er ins Krankenhaus, wo er noch am gleichen Tag verstarb. An der Unfallstelle erinnern auch mehr als ein Jahr danach Blumen, Engel-Figuren und ein kunstvoll bemalter Stein an den Jungen.

Der Vater meidet die Stelle, kann schwierig mit dem Erlebten umgehen. Er hat Monate lang eine Traumatherapie gemacht. Seine Frau lebt unterdessen ihre Trauer, indem sie kreativ ist. "Das hat ganz klein angefangen", erinnert sich der Vater: "Für die Gedenkstelle und das Friedhofsgrab haben wir überlegt, was wir machen können, damit das bunter aussieht." So begann die Mutter Kerzen zu gestalten, Formen zu gießen und Steine zu bemalen.

Eltern fassungslos

Ein solcher Stein liegt jetzt auch an der Unglücksstelle am Höninger Weg. Das Gesicht von Mads ist gut getroffen, man sieht seine wachen Augen und kann seine fröhliche Art erahnen. Immer wieder werden Figuren und Blumen an der Gedenkstätte gestohlen oder zerstört. Mads' Eltern sind darüber fassungslos: "Normalerweise würden da noch viel mehr Dinge stehen, die an ihn erinnern."

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Deshalb haben sich die Eltern auch andere Wege gesucht, um das Andenken an Mads lebendig zu halten. Bemalte Steine verteilen sie rund um Köln, versehen mit einem Hinweis: Wer sie findet, soll sie gerne mitnehmen und in die Welt tragen. Die bunten Andenken sollen mit in den Urlaub genommen werden, etwa am Strand abgelegt werden. Das Zollstocker Paar wünscht sich, dass viele davon Fotos machen und im Internet unter dem Hashtag #ichbinmads posten.

Gedenkstätte auf Instagram

Bei Instagram hat die Familie dazu einen eigenen Account angelegt. 174 Bilder erinnern an den Jungen, den sie dort als "Lokomotivführer, Dinobändiger, Zoodirektor, Sternenkind" charakterisieren. Der dokumentierte Wahlspruch "Erinnert euch an mich, nicht an mein Schicksal" steht für die Lebenseinstellung der trauernden Eltern. "Auch durch diese Fotos, die wir posten, ist er immer noch bei uns", erzählt der Vater. Es sind Bilder aus einem früheren, unbeschwerten Alltag, die die Erinnerung an Mads wachhalten. Und es sind zahlreiche Fotos, die den kreativen Umgang mit der Trauer illustrieren: Bunte Steine, gegossene Formen, die Gedenkstätte, das Grab, und immer wieder das Gesicht von Mads.

Bunte Steine erinnern an den Vierjährigen an der Gedenkstelle.
Bunte Steine erinnern an den Vierjährigen an der Gedenkstelle. (Quelle: Frank Überall)

"Ich habe von Anfang an das Bedürfnis gehabt, ihn so zu zeigen, wie er war: Ein lebensfroher Junge", berichtet der Vater. Er hat sogar Aufkleber mit dem Konterfei von Mads drucken lassen und verteilt sie in ganz Köln. "Die Menschen, die daran vorbeigehen, nehmen das wahr", erklärt er: "Das ist genau das, was ich will: Er hat nicht mehr die Möglichkeit, Leute kennenzulernen. Aber sie können ihn auf diese Weise kennenlernen. Er würde das mögen."

Man solle so trauern, wie man es für richtig hält, betont der Vater. Er versteht, wenn Familien den Verlust eines eigenen Kindes verarbeiten, indem sie nicht darüber sprechen. Oder dass sie wütend sind. Aber es gebe eben auch den Weg seiner Familie – kreativ damit umzugehen. "Bei der Trauer sollte man nie auf andere hören, sondern seinem Bedürfnis folgen. Da gibt es kein Richtig oder Falsch."

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Verwendete Quellen
  • Gespräch mit dem Vater von Mads
  • Erinnerungsseite auf Instagram
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