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Köln: "K.R.A.K.E." fordert Bannmeile für E-Scooter am Rhein

Ärger über Roller im Rhein  

Aufräumverein "K.R.A.K.E." fordert Bannmeile für E-Scooter

Von Lena Kappei

07.09.2021, 16:06 Uhr
Köln: "K.R.A.K.E." fordert Bannmeile für E-Scooter am Rhein. Christian Stock von "K.R.A.K.E." spricht bei der Aktion "Rhein Clean Up" (Archivbild): Es muss unmöglich werden, E-Scooter im Rhein zu versenken, sagt der Vereinsgründer und Schauspieler. (Quelle: imago images/Eduard Bopp)

Christian Stock von "K.R.A.K.E." spricht bei der Aktion "Rhein Clean Up" (Archivbild): Es muss unmöglich werden, E-Scooter im Rhein zu versenken, sagt der Vereinsgründer und Schauspieler. (Quelle: Eduard Bopp/imago images)

Die Bergung von E-Scootern aus dem Rhein läuft schleppend. Nun hat der Gründer des Kölner Aufräumvereins "K.R.A.K.E." den Anbietern ein Angebot gemacht.

Drei geborgene E-Scooter: Das ist die bisher übersichtliche Bilanz der Bergungsaktion von Rollern aus dem Rhein, die am Montag aufwändig gestartet ist. Mit Spezialtauchern und Kran sollten die ersten der vermutlich mehr als 500 Scooter aus dem Wasser gefischt werden.

Christian Stock, Gründer des Vereins K.R.A.K.E. (Kölner Rhein-Aufräum-Kommandoeinheit) hat nun angekündigt, die Bergung zu unterstützen. Zugleich fordert er eine Verbotszone für E-Scooter, damit diese erst gar nicht im Wasser landen. 

Zu der aktuell schleppend laufenden Bergung sagte er: "Das wird auch weiter so langsam vorangehen, weil der Rheinpegel immer noch hoch ist". Er sei wenig überrascht, dass bisher nur drei Scooter geborgen werden konnten.

"Man kann die Scooter eigentlich nur bei Sicht bergen. Ich bin selber Taucher und weiß: Man sieht im trüben Wasser einfach nichts. Man kann nur mit Händen und Füßen tasten, aber das ist Glückssache."

"Garantiert mehr als 500 E-Scooter"

Vor zwei Wochen habe "K.R.A.K.E." elf Stück aus dem Rheinboulevard geholt. Im vergangenen Jahr seien es "auf 200 Metern 39 Stück" gewesen. Stock: "Wenn man das mal hochrechnet auf zwei Kilometer, dann kommt man schon auf knapp 400 Stück – und das ist nur ein Teilabschnitt. Überall, wo die Kaimauer ist – vom Schokoladenmuseum bis nach Rodenkirchen – da sind garantiert mehr als 500 E-Scooter im Wasser."

Ein Helfer bindet einen E-Scooter, der aus dem Rheinauhafen geborgen wurde, an der Reling eines Bootes fest: Nach wochenlanger Diskussion um E-Scooter im Rhein in Köln sind am Montag nur wenige Roller aus dem Rheinauhafen geborgen worden. (Quelle: dpa/Federico Gambarini)Ein Helfer bindet einen E-Scooter, der aus dem Rheinauhafen geborgen wurde, an der Reling eines Bootes fest: Nach wochenlanger Diskussion um E-Scooter im Rhein in Köln sind am Montag nur wenige Roller aus dem Rheinauhafen geborgen worden. (Quelle: Federico Gambarini/dpa)

Es sei zu leicht, die Roller dort über die Brüstung ins Wasser zu werfen. "Es muss eine Bannmeile geben", fordert daher Stock. Diese einzurichten, liege an den Betreibern der E-Scooter. 

"Ich habe persönlich gar nichts gegen E-Scooter, ich fahre die auch gelegentlich mal. Nachtfahrverbote finde ich auch unsinnig. Das Problem sind die Personen, die die Geräte umstoßen oder ins Wasser werfen. Man muss es diesen Leuten schwer machen."

Bannmeile könnte effektive Lösung sein

Diese Leute, das sei laut Stock zum einen "die alkoholisierte Jux-Fraktion, die die Dinger einfach aus Spaß ins Wasser wirft." Es gebe aber auch die Hasser, die sich darüber ärgern, dass die E-Scooter überall herumstehen. Die treten die auch mal um oder werfen sie ins Wasser", ist sich Stock sicher. "Das kann man den Betreibern nicht ankreiden. Wohl aber, dass es keine Bannmeile gibt."

Es müsse unmöglich gemacht werden, die E-Scooter im Umkreis von etwa 200 Metern bis an den Rhein oder Aachener Weiher abzustellen. Nur so könne man das Problem am besten lösen, findet Stock. "Dann überlegt man sich das nämlich zweimal, ob man so einen schweren E-Scooter 200 Meter schleppt, nur um ihn ins Wasser zu werfen."

Gemeinsame Aktion geplant

Grundsätzlich wolle man als Aufräum-Verein kein Anbieter-Bashing machen, sondern im besten Fall kooperieren. "Für die erste Oktoberwoche wollen wir in einer Aktion explizit nach E-Scootern schauen.

Dafür wollen wir auch die Betreiber mit reinnehmen", sagt der Vereinsgründer. Es habe schon erste Gespräche gegeben. Erfahrungsgemäß sei der Rheinpegel Ende September, Anfang Oktober relativ niedrig. "Solche Aktionen kann man nicht im Voraus planen, sondern nur spontan. Man muss sich am Wasserpegel orientieren."

E-Scooter sorgen in Köln seit Wochen für Diskussionen. Eine Untersuchung mit einem Sonarboot hatte die Orte im Rheinauhafen ausgemacht, an denen mögliche E-Scooter liegen könnten. Im gesamten Rhein in Köln seien 105 Stellen gefunden worden.

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Christian Stock

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