Sperrungen aufgehoben Stichflamme aus Brief – Verdacht auf Anschlag in Nürnberg

Eine Mitarbeiterin ist beim Öffnen eines Umschlags von einer Stichflamme verletzt worden. Der Verdacht eines Anschlags liegt nahe.
Rot-weiße Absperrbänder schirmten den Ort ab. Schaulustige tummelten sich dahinter, wollten wissen, was die Sirenen und die vielen Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht auf der Fürther Straße zu bedeuten haben. Im abgeschirmten Bereich waren Einsatzkräfte in voller Montur und mit konzentrierter Miene zu sehen. Bei einem prangte auf dem Rücken groß das Wort "Entschärfer". Auch Rettungskräfte standen bereit.
Grund für den Großeinsatz war eine Stichflamme: Die entzündete sich, als die Mitarbeiterin einer Bankfiliale an der Fürther Straße gegen 8 Uhr einen Umschlag in der Größe von DIN A5 öffnete. Die 63-Jährige musste anschließend wegen einer Rauchgasintoxikation medizinisch behandelt werden. Zu "großen Verletzungen" sei es nicht gekommen, erklärt Michael Petzold, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken, auf Nachfrage.
Spezialisten der Polizei untersuchten Tatort in Nürnberg
Die Ermittlungen hat das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) übernommen. Dafür waren am Vormittag zehn Spezialisten aus München angereist, die laut Petzold das entsprechende Know-how und Equipment mitbringen, um den Vorfall aufzuklären.
Sie untersuchten vor Ort, ob möglicherweise noch weitere Briefe oder Gegenstände in den Räumlichkeiten der Bankfiliale betroffen sind. Dafür wurde das Gebäude an der Fürther Straße auf Höhe des Quelle-Areals geräumt.
Gegen 13 Uhr war dann klar: Es besteht keine weitere akute Gefahr mehr. Die Beamten konnten nichts Verdächtiges entdecken. Das Gebäude und die Fürther Straße wurden wieder freigegeben, die Entschärfer machten sich zurück auf den Weg nach München.
Die Sprengstoffermittler jedoch blieben noch für weitere Untersuchungen. Wer und welches Motiv dahinter steckt, das gilt es nun herauszufinden.
Nach Stichflamme: Bank und Umgebung abgesperrt
Über die Hintergründe könne er noch keine Angaben machen, erklärte Ludwig Waldinger, Pressesprecher des BLKA. Auch nicht darüber, ob sich vielleicht ein Bekennerschreiben in dem Umschlag befunden habe. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, um den oder die Verantwortlichen ausfindig zu machen.
Nun geht es laut Waldinger an die Vernehmungen der Zeugen, also der Mitarbeiter, die vor Ort waren, sowie die Spurensicherung. "Wir müssen uns ein Bild von der Lage machen." Wann rechnet er mit ersten Erkenntnissen? "Ich rechne mit gar nichts", so der Beamte.
Die Fürther Straße war stundenlang in Richtung Fürth auf Höhe des U-Bahnhofes Eberhardshof gesperrt. "Das generierte einen extremen Verkehrsstau bis zur Nürnberger Innenstadt", sagte Petzold.
- Telefonat mit Pressestelle Polizeipräsidium Mittelfranken
- Telefonat mit Pressestelle Bayerisches Landeskriminalamt