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Ein Mythos, der die Zeit ├╝berdauert

Von t-online, sid
Aktualisiert am 17.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Der wohl ber├╝hmteste Boxkampf aller Zeiten: Muhammad Ali (r.) im "Rumble in the Jungle" gegen George Foreman.
Der wohl ber├╝hmteste Boxkampf aller Zeiten: Muhammad Ali (r.) im "Rumble in the Jungle" gegen George Foreman. (Quelle: UPI Photo/imago-images-bilder)
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Kein Sportler vor und nach ihm hat so polarisiert und die Menschen bewegt wie Muhammad Ali. Am heutigen Montag w├Ąre die Box-Legende 80 Jahre alt geworden.

Ihr Vater tr├Ągt Hana Ali auf seinen starken Armen durch die Menschenmenge, die grenzenlose Zuneigung verwirrt das M├Ądchen. "Ich sp├╝re die Vibrationen des Applauses in meiner Brust", sagt Hana Ali ├╝ber diese Kindheitserinnerung: "Ich sehe meinen Vater an und denke: Wer ist er?" Er ist Muhammad Ali, "der Gr├Â├čte" aller Zeiten.

Der Jahrhundertsportler w├╝rde am heutigen Montag seinen 80. Geburtstag feiern, h├Ątte ihn die Parkinson-Krankheit nicht im Juni 2016 aus dem Leben gerissen. Zu seinen Ehren zeigt Arte derzeit eine herausragende Dokumentation ├╝ber das Leben der Box-Legende. Sie beleuchtet den Aufstieg vom Klassenclown zum Weltstar und den Wandel vom vermeintlichen Vaterlandsverr├Ąter zum Staatshelden. Ali war mehr als nur ein dreimaliger Schwergewichts-Weltmeister. Er war und ist ein Mythos, der die Zeit ├╝berdauert.

"Wei├čt du denn, wie man k├Ąmpft?"

Alles beginnt mit einem gestohlenen Fahrrad in Louisville. Cassius Marcellus Clay Jr., wie Alis Geburtsname lautet, zeigt den Diebstahl beim Polizisten Joe Martin an. "Ich werde den Dieb umbringen", t├Ânt der Teenager. Martin, der auch eine Boxschule betreibt, antwortet: "Wei├čt du denn, wie man k├Ąmpft?" Clay wei├č es nicht, aber er lernt schnell. Und er ist schnell. Mit F├╝├čen, H├Ąnden, Oberk├Ârper ÔÇô und dem Mund.

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10. September 1966 im Frankfurter Waldstadion: Muhammad Ali boxt gegen den Deutschen Karl Mildenberger.
10. September 1966 im Frankfurter Waldstadion: Muhammad Ali boxt gegen den Deutschen Karl Mildenberger. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

"Ich werde eines Tages der Gr├Â├čte aller Zeiten", k├╝ndigt er als 40-Kilo-H├Ąnfling nach dem ersten Amateurkampf an. Seine Olympia-Goldmedaille 1960 in Rom ebnet ihm den Weg ins Profiboxen, wo er mit seinem unkonventionellen Stil f├╝r Furore sorgt. Das Get├Ąnzel im Ring, die vollmundigen Vorhersagen der K.o.-Runden, die derben Beleidigungen ÔÇô Clay ist anders. Und Clay ist besser.

Von Cassius Clay zu Muhammad Ali

Im Februar 1964 st├Â├čt er Sonny Liston vom WM-Thron. "Ich werde die Welt auf den Kopf stellen", sagt der neue Champion. Er steht nun ├Âffentlich zu seinem muslimischen Glauben, den er zuvor in Moscheen der fragw├╝rdigen Nation of Islam heimlich praktizierte. Er legt den "Sklavennamen" Cassius Clay ab und will fortan Muhammad Ali genannt werden. Herausforderer Ernie Terrell weigert sich ÔÇô und kassiert daf├╝r barbarische Pr├╝gel. "Wie hei├če ich?!", br├╝llt ihm Ali nach jedem Schlaghagel entgegen.

Junge schwarze Menschen beten ihn als Idol an, anderen macht Ali Angst. Seine Haltung im schwelenden Rassen-Konflikt der USA radikalisiert sich. Als er sich weigert, in den Vietnam-Krieg zu ziehen, ist Ali endg├╝ltig f├╝r viele ein Schurke. Wegen Wehrdienstverweigerung erh├Ąlt er eine f├╝nfj├Ąhrige Haftstrafe, die erst sp├Ąter aufgehoben wird. Bei seiner R├╝ckkehr in den Boxring ist er ein anderer Fighter. Ali t├Ąnzelt nicht mehr.

Die ersten Niederlagen

Beim Titelkampf gegen Joe Frazier im M├Ąrz 1971 kassiert Ali seine erste Niederlage, wenig sp├Ąter gegen Ken Norton eine zweite. Eine "Strafe Gottes" f├╝r seine S├╝nden, meint der notorisch untreue Ali. Er fokussiert sich wieder auf den Sport, gewinnt die R├╝ckk├Ąmpfe gegen Norton und Frazier und stellt sich im Oktober 1974 George Foreman.

Im "Rumble in the Jungle" in Zaire trickst Ali den Favoriten unter dem Jubel der Afrikaner ("Ali, bomaye" - Ali, t├Âte ihn) mit einer Kontertaktik aus. Auch in den USA schl├Ągt ihm pl├Âtzlich viel Sympathie entgegen, US-Pr├Ąsident Gerald Ford lobt den einst Ge├Ąchteten als "Mann mit Prinzipien".

19. Juli 1996: Muhammad Ali beim Entz├╝nden der Olympischen Flamme in Atlanta.
19. Juli 1996: Muhammad Ali beim Entz├╝nden der Olympischen Flamme in Atlanta. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)

Es ist der perfekte Zeitpunkt zum R├╝cktritt. Aber Ali, der windige Promoter wie Don King anzieht, h├Ârt nicht auf. Im "Thrilla in Manila" liefert er sich mit seinem Erzfeind Frazier eine brutale Ringschlacht. Danach ist Ali nur noch ein Schatten seiner selbst. Er nuschelt immer mehr, das Zittern wird st├Ąrker. Mutter Odessa Clay fleht: "Ich will ihn nicht mehr k├Ąmpfen sehen." Aber Ali kann nicht anders.

Er revanchiert sich zwar bei Leon Spinks und wird zum dritten Mal Weltmeister, aber es folgen bemitleidenswerte Niederlagen gegen Larry Holmes und Trevor Berbick. Danach wei├č auch Ali: "Die Zeit hat mich eingeholt."

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Nach seinem R├╝cktritt diagnostizieren die ├ärzte bei ihm Parkinson. Er wird dem├╝tig und zeigt sich vers├Âhnlich. Die Herzen der Menschen gewinnt er endg├╝ltig bei Olympia 1996 in Atlanta, als er mit zitternden H├Ąnden das Feuer entz├╝ndet und drei Milliarden Zuschauern seine Zerbrechlichkeit offenbart. Zwanzig Jahre sp├Ąter stirbt Ali ÔÇô aber sein Mythos lebt weiter.

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