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Formel 1 | Haas schmeißt Mick Schumacher raus: Einfach lächerlich


Einfach lächerlich

Ein Kommentar von Nils Kögler

Aktualisiert am 18.11.2022Lesedauer: 4 Min.
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Mick Schumacher: Sein Weg in der Formel 1 ist vorerst zu Ende. (Quelle: Peter J Fox/Getty Images)
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Mick Schumacher verliert seinen Platz in der Formel 1. Sein Team Haas verlängert den Vertrag mit ihm nicht. Die Entscheidung ist mehr als fragwürdig. Ein Kommentar.

"Dies wird mein letztes Rennen für das Haas F1 Team sein. Ich möchte nicht verbergen, dass ich sehr enttäuscht über die Entscheidung bin, unseren Vertrag nicht zu verlängern." Mit diesen Worten eröffnet Mick Schumacher sein am Donnerstag veröffentlichtes Statement zu seinem Abschied aus der Formel 1. Zuvor hatte sein Haas-Rennstall um Teamchef Günther Steiner bekannt gegeben, dass der auslaufende Vertrag mit dem 23-Jährigen nicht verlängert wird. Als Ersatz holen sie den ebenfalls deutschen Nico Hülkenberg, der 2019 zuletzt als Stammfahrer in der Königsklasse des Motorsports unterwegs war.

Schumachers Worte stellen seine eigentliche Gefühlswelt wohl nur geschönt dar. In Wirklichkeit dürfte der Deutsche nicht enttäuscht, sondern sauer sein – und das zu Recht. Denn die Entscheidung von Teamchef Steiner und Teambesitzer Gene Haas ist mehr als fragwürdig.

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Mit dem Wechsel von Schumacher zu Hülkenberg tauscht Haas ein junges, aufstrebendes Talent gegen einen 35-jährigen Fahrer am Ende seiner Karriere aus. Zum Vergleich: Sebastian Vettel ist genauso alt wie Hülkenberg und beendet seine Laufbahn nach dem letzten Saisonrennen in Abu Dhabi am kommenden Sonntag.

Die Entscheidung ist umso ärgerlicher, da Schumacher in der Vergangenheit bereits bewiesen hat, dass er sich steigern kann. In den Nachwuchsklassen der Formel 3 und der Formel 2 holte er, nach jeweils durchwachsenen ersten Jahren, im zweiten Jahr den Titel. Auch in der Formel 1 hat er sich in seinem zweiten Jahr bereits deutlich gesteigert – und das trotz der für einen jungen Fahrer schwierigen Umstellung auf die in dieser Saison komplett neuen Autos.

Hülkenberg scheitert unter Druck

Nico Hülkenberg auf der anderen Seite hat bereits neun Saisons als Stammfahrer vorzuweisen. Mit ihm bekommt das Team zwar einen guten Fahrer, der mit dem richtigen Auto regelmäßig in die Punkte fahren kann. Wichtiger ist aber, was das Team mit ihm nicht bekommt: einen Fahrer, der dem Druck an der Spitze standhält. Hülkenberg hält den traurigen Rekord für die meisten Rennstarts (181), ohne ein einziges Mal auf das Podium gefahren zu sein. Dabei hatte er mehrfach Chancen, eine Platzierung unter den Top drei zu erreichen, doch immer wieder versagten ihm die Nerven. Zuletzt setzte er beim Rennen am Hockenheimring im Jahr 2019 seinen Boliden auf Platz zwei liegend in die Streckenbegrenzung.

Zwar zerlegte auch Mick sein Auto in dieser Saison das eine oder andere Mal. Doch die insgesamt schwachen Ergebnisse sind nicht allein auf ihn zurückzuführen. Häufig war das Auto einfach nicht schnell genug, um wie von Steiner und Haas gefordert in die Punkte zu fahren. Sah es dann doch mal gut aus, ruinierte das Team häufig mit missratenen Boxenstopps und schlechten Rennstrategien eine gute Platzierung.

Keine gute Vorgeschichte

Abgesehen davon hat sich Schumacher in der zweiten Saisonhälfte deutlich gesteigert – trotz des unnötigen Drucks, dem ihn das Team durch die Hängepartie in den Vertragsverhandlungen aussetzte. Er wirkte über weite Strecken verlässlicher als sein Teamkollege, der Hitzkopf Kevin Magnussen, der reihenweise gute Ergebnisse durch vermeidbare Zusammenstöße wegwarf, in der nächsten Saison aber dennoch seinen Platz behält.

Apropos Hitzkopf: Magnussen und Hülkenberg haben durchaus eine gemeinsame Geschichte – und das ist keine gute. Als der Deutsche 2017 zum Renault-Rennstall wechselte, verdrängte er dort Magnussen. In der Folge machte es den Eindruck, als ginge der Däne in Duellen mit Hülkenberg besonders hart zur Sache.

Als die beiden beim Rennen in Ungarn erneut aneinandergeraten waren, kam es zu einer unter Fans berüchtigten Szene: Magnussen war gerade dabei, ein Interview zu geben, als Hülkenberg auftauchte, ihm auf die Schulter klopfte und als "einmal mehr den unsportlichsten Fahrer" bezeichnete. Magnussen reagierte mit einem kühlen "Suck my balls, mate". Die Übersetzung sparen wir uns an dieser Stelle, nur so viel: Das "mate" (zu Deutsch: Kumpel) dürfte Ironie gewesen sein. Jetzt sollen diese beiden Streithähne also als Teamkollegen zusammenarbeiten.

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Wie ist diese Entscheidung zu erklären? Schumacher wurde vor zwei Jahren unter anderem verpflichtet, weil sich Steiner von dem großen Namen große Aufmerksamkeit und entsprechend viele Sponsoren aus Deutschland erwartete. Jetzt, wo dem Teamchef klar geworden ist, dass damit auch reichlich Kritik einhergeht, wenn das Team mal wieder Fehler macht, scheint ihm die Aufmerksamkeit auf einmal nicht mehr zu passen. Nicht umsonst boykottierte Steiner zuletzt Interviews mit dem deutschen TV-Rechteinhaber Sky.

Durch den Rausschmiss von Schumacher versucht sich Steiner nun als starker Mann zu inszenieren, der keine Angst davor hat, auch einen großen Namen bei schwachen Leistungen abzusägen – und lenkt dabei geschickt von seinen eigenen schwachen Leistungen ab. Dafür vergibt er die Chance, einen potenziellen Star weiterzuentwickeln und holt sich Probleme ins Team. Es ist schlicht und ergreifend lächerlich.

Wie geht es für Mick jetzt weiter? "Es war manchmal holprig, aber ich habe mich stetig verbessert, viel gelernt und weiß jetzt sicher, dass ich einen Platz in der Formel 1 verdiene. Das Thema ist für mich alles andere als abgeschlossen", schreibt er in seinem Statement. "Mein Feuer brennt für die Formel 1, und ich werde hart darum kämpfen, auf die Startaufstellung zurückzukehren." Es wäre ihm zu wünschen, dass er die Gelegenheit bekommt, den Haas-Verantwortlichen ihren großen Fehler aufzuzeigen.

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Verwendete Quellen
  • Eigenen Beobachtungen
  • twitter.com: Profil @SchumacherMick
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  • David Digili
Von David Digili
Abu DhabiNico HülkenbergSebastian Vettel
Motorsport

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