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Motorsport-Königsklasse: Düstere deutsche Formel-1-Zukunft - Hoffnung Schumacher

Motorsport-Königsklasse  

Düstere deutsche Formel-1-Zukunft - Hoffnung Schumacher

30.08.2019, 13:05 Uhr | dpa

Motorsport-Königsklasse: Düstere deutsche Formel-1-Zukunft - Hoffnung Schumacher. Soll auch in der Formel 1 bald über Siege jubeln können: Formel-2-Pilot Mick Schumacher.

Soll auch in der Formel 1 bald über Siege jubeln können: Formel-2-Pilot Mick Schumacher. Foto: James Gasperotti/ZUMA Wire. (Quelle: dpa)

Spa-Francorchamps (dpa) – Jetzt kann wohl nur noch Mick Schumacher die Formel 1 in Deutschland retten.

Selbst wenn der Youngster keinen so gigantischen Boom auslösen würde wie einst Vater Michael vor der Jahrtausendwende: Die Sehnsucht nach der baldigen Rückkehr eines Schumachers in die Motorsport-Königsklasse ist riesig - und für das Formel-1-darbende Deutschland womöglich der entscheidende Weg aus der Sackgasse.

Mick Schumacher ist schon Teil der Ferrari-Nachwuchsschmiede, 20 Jahre alt und derzeit Fahrer in der Formel 2. Das erklärte Ziel ist der Aufstieg nach ganz oben. Mick Schumacher bringt neben dem klangvollen Namen auch noch etwas anderes mit, das mitentscheidend dem Weg in die wichtigste Rennserie geworden ist: Geld.

"Mittlerweile ist es so teuer, dass es für normale Leute fast unmöglich ist, mit Motorsport zu beginnen. Es wird zu teuer wird, sich den Sport zu leisten", sagte Sebastian Vettel vor dem Großen Preis von Belgien an diesem Sonntag (15.10/RTL und Sky).

Er suchte als Teenager selbst noch mit der Familie nach Geldgebern. Das ist nur noch PS-Romantik, längst sind selbst in unteren Klassen sechsstellige Summen pro Jahr notwendig, um mithalten zu können. Motorsport ist auch zur Spielwiese der Reichen geworden, Talent allein ist kein Beschleunigungsgarant.

In Deutschland gebe es "wirklich starke Meisterschaften und eine sehr gute Infrastruktur mit tollen Strecken", betonte Vettel in Spa-Francorchamps. Wenn er sich die Starterfelder ansieht, entdecke er "viele Fahrer aus dem Ausland. Es mangelt hier nicht an Talent. Aber es versuchen nicht genug, deswegen kann es keinen Erfolg geben".

Auch Mick wird in Spa am Start sein. Dort begann vor einem Jahr sein Weg an die Spitze der Formel-3-Europameisterschaft. Dort feierte sein Vater Michael in seiner Karriere immer wieder denkwürdige und historische Erfolge. Das Rennen liegt nur rund 25 Kilometer von der Grenze. Näher kommt die Formel 1 Deutschland im gesamten nächsten Jahr nicht. Ein Heimrennen gibt es für Vettel 2020 nicht. Selbst bei 22 Grand Prix in einem Jahr war kein Platz für den Hockenheimring.

"Es ist schon traurig, dass jetzt alles ein bisschen weg von Deutschland und daran vorbei geht", sagte Nico Hülkenberg, dessen Verbleib nach dem feststehenden Aus bei Renault nach dieser Saison selbst noch fraglich ist. Womöglich geht in Vettel im kommenden Jahr nur ein deutscher Pilot an den Start. Die Zeiten von bis zu sieben deutschen Piloten, die mindestens ein Rennen in einer Saison absolvierten wie 2010, sind passé.

"Jetzt geht es abwärts. Es wäre wirklich schade, wenn das so weitergeht", sagte Vettel zur sinkenden Zahl der deutschen Fahrer. Eine Lösung für die Probleme könne er nicht liefern, allerdings bleibt zumindest die Hoffnung, dass die Rennserie möglichst schnell wieder auf den wichtigen Markt der Auto-Nation Deutschland setzt. "Vielleicht wird die Zukunft zeigen, dass die Formel 1 in Deutschland sein muss", sagte Vettel.

Keine Fahrer, kein Platz im Kalender. Der Weg zurück zu alten Zeiten wird immer schwerer. Zumal namhafte Städte wie Miami oder London um die PS-Gilde buhlen. Traditionalist Vettel gefällt diese Entwicklung gar nicht. Die Formel 1 dürfe keine Rennen auf Strecken verlieren, "in denen es eine große Tradition gibt, wie in England, Italien oder Deutschland".

Doch das Problem ist auch hier: Das Geld. Während Veranstalter in Hockenheim, Silverstone oder Monza große Schwierigkeiten haben, das Antrittsgeld in Millionen-Höhe aufzutreiben, helfen andernorts der Staat oder andere Geldgeber. "Ich hoffe, dass, wo auch immer wir jetzt hingehen, wir ähnliche gute Rennen und volle Tribünen erleben werden wie in Deutschland", sagte Vettel. Doch sei er sich nicht sicher, ob das auch immer so sein werde.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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