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Formel 1 – Vettels Wechsel zu Aston Martin: "Ferrari wird den Weggang noch bereuen"

PRO & KONTRAFormel-1-Wechsel  

"Ferrari wird Vettels Weggang noch bereuen"

Von Melanie Muschong, Philip Friedrichs

10.09.2020, 15:53 Uhr
Formel-1-Hammer: Vettel steigt bei Aston Martin ein

Rennfahrer Sebastian Vettel wird vom Formel-1-Rennstall Ferrari zu Aston Martin wechseln. Racing Point gab einen langfristigen Vertrag mit dem Deutschen bekannt. (Quelle: Reuters)

Formel-1-Hammer: Vettel wechselt weg von Ferrari und steigt bei Aston Martin ein. (Quelle: Reuters)


Sebastian Vettel schließt sich zur kommenden Saison dem Formel-1-Team von Aston Martin an. Ein Wechsel, der Motorsport-Fans spaltet – auch in der t-online-Redaktion.

Die sportliche Zukunft Sebastian Vettels ist geklärt: Der vierfache Formel 1-Weltmeister geht ab der Saison 2021 für das neu geschaffene Aston-Martin-Team an den Start. Ein "neues Abenteuer", sei die Zusammenarbeit mit dem legendären englischen Sportwagenhersteller für ihn, ließ Vettel verlauten. Doch nicht nur das Prestige der James-Bond-Marke, sondern auch die Aussicht auf eine Rückkehr auf die Erfolgsspur dürfte ausschlaggebend für seine Wahl gewesen sein. Nach enttäuschenden Jahren bei der Scuderia Ferrari kann es für den Heppenheimer nur aufwärts gehen – oder nicht?

Kann Vettel mit Aston Martin die Formel 1 wieder aufmischen? Ist er überhaupt noch ein Top-Fahrer? Und hat diese Konstellation ernsthafte Chancen auf den WM-Titel? Diese Fragen treiben nun Motorsport-Anhänger weltweit um – auch in der t-online-Redaktion. Zwei unserer Redakteure stellen dabei ihre konträren Ansichten zu folgender Frage vor:

Wird Sebastian Vettel mit Aston Martin in Zukunft wieder den WM-Titel angreifen können?

Melanie Muschong

Redakteurin Sport

Pro

Ja, Vettel wird mit alter Weltmeister-Stärke auftrumpfen

Sebastian Vettel fährt kommende Saison für Aston Martin. Im Gegensatz zu Ferrari hat der Rennstall die Klasse des Formel-1-Piloten erkannt. Vettel wird dort wieder zu seiner Weltmeister-Stärke zurückfinden und auftrumpfen.

Racing Point, wie das Team derzeit noch heißt, ist im Aufschwung. Vettels zukünftiger Teamkollege Lance Stroll landete zuletzt in Monza auf dem dritten Platz, in der Fahrerwertung liegt er an vierter Stelle. So wie das Team in der Konstrukteurswertung. Ferrari kann da nicht mithalten. Zu schlecht ist der Motor, das Auto gilt als schwer fahrbar.

Racing Point ist den Silberpfeilen von Mercedes und Red Bull dicht auf den Fersen – und das jetzt schon, ohne den deutschen Fahrer. Mit dem vierfachen Weltmeister kann das Team die Verfolgungsjagd aufnehmen und in Zukunft vorne mit angreifen. Denn der Heppenheimer wird zusätzlich motiviert sein, der Motorsportwelt zu zeigen, was er (noch immer) kann. Er wird Ferrari zeigen, dass der Rennstall seinen Glauben in ihn zu Unrecht verloren hat. Denn ein Vettel im richtigen Auto und mit Vertrauen seiner Bosse kann zur Höchstform auffahren. Seinen Wechsel könnte die Scuderia noch bitter bereuen.

Zudem ist Racing Point frei von größeren Skandalen, wenn man vom Punktabzug zuletzt absieht. Ferrari hatte zuletzt wegen des 2019 eingesetzten, umstrittenen Motors für einen Aufreger gesorgt. Bei Aston Martin kann Vettel befreit fahren, ohne Zukunftssorgen und bei einem Team, das hinter ihm steht. Die Spitze sollte sich schon jetzt auf seine Weltmeister-Stärke einstellen.

Philip Friedrichs

Redakteur Video

Kontra

Nein, Vettel bleibt nur ein Platz im oberen Mittelfeld

Dass sich die Wege von Sebastian Vettel und Ferrari am Saisonende trennen, ist eine gute Entscheidung. Das Team hat sich längst auf Charles Leclerc als Fahrer Nummer eins konzentriert, seit 2019 gibt es immer wieder Spannungen zwischen Vettel und der Scuderia. Ferrari ist im derzeitigen Zustand zudem nicht konkurrenzfähig.

Doch auch mit dem Wechsel zu Aston Martin wird Vettel nicht plötzlich wieder um den Titel kämpfen. 2021 werden erneut Mercedes und Lewis Hamilton die Formel 1 dominieren. Für Vettel sind maximal einzelne Podestplätze drin.

Und auch nach den Regeländerungen mit Budget-Obergrenzen ab 2022 wird Vettel mit Aston Martin nicht Weltmeister. Fahrer wie Lewis Hamilton, Max Verstappen oder eben Charles Leclerc haben schon vor der Ferrari-Katastrophensaison 2020 bewiesen, dass sie schneller sind als der Deutsche.

Denn es waren nicht nur strategische Fehlentscheidungen des Teams, die Vettel 2019 in einem starken Auto ausbremsten. Der viermalige Weltmeister patzte selbst zu oft auf der Strecke. Ab 2022 werden zudem junge Talente wie Carlos Sainz oder Lando Norris mit konkurrenzfähigen Autos weiter oben anklopfen. Da bleibt Sebastian Vettel auch im Aston Martin nur ein Platz im oberen Mittelfeld.

Wie gut Aston Martin zu Sebastian Vettel passt, hat t-online-Redakteur David Digili analysiert. Lesen Sie hier seinen Text.

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