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Formel-1-Eklat zwischen Hamilton und Verstappen: "Der Typ ist verrückt, Mann!"

Hamilton gegen Verstappen  

"Der Typ ist verrückt, Mann!" – so kam es zum Formel-1-Eklat

05.12.2021, 01:15 Uhr
Formel-1-Eklat zwischen Hamilton und Verstappen: "Der Typ ist verrückt, Mann!". Gefühlswelten auseinander: Hamilton (r.) und Verstappen bei der Siegerehrung in Dschiddah. (Quelle: Reuters/Hamad Mohammed)

Gefühlswelten auseinander: Hamilton (r.) und Verstappen bei der Siegerehrung in Dschiddah. (Quelle: Hamad Mohammed/Reuters)

Beim Großen Preis von Saudi-Arabien kommt es zu denkwürdigen Szenen zwischen den beiden WM-Rivalen. Verstappen wurde zweimal bestraft. Das irre Rennen im Protokoll.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff stand am Kommandostand in der Box und warf wütend seine Kopfhörer zu Boden. Der Österreicher war außer sich. Die Szene steht sinnbildlich für das wildeste, verrückteste Rennen dieser Saison der Formel 1. Denn der Titelkampf zwischen Mercedes-Pilot und Rekordweltmeister Lewis Hamilton und Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat beim Großen Preis von Saudi-Arabien eine neue Eskalationsstufe erreicht – und das im vorletzten Rennen der Saison.

Hamilton gewann auf dem neuen Kurs in Dschiddah, beide Fahrer stehen nun bei 369,5 WM-Punkten, die WM wird nun also im Saisonfinale in den Vereinigten Arabischen Emiraten (12. Dezember) entschieden. Max Verstappen bekam nachträglich eine Strafe aufgebrummt – denn der Niederländer sorgte beim Rennen gleich mehrfach für denkwürdige, aber auch skandalträchtige Szenen.

Der Fight zwischen Hamilton und Verstappen im Protokoll:

1. Neustart, Runde 15/50: In der ersten Kurve bekämpfen sich Hamilton und Verstappen hart, der Niederländer kommt schlecht weg, bekommt ganz wenig Platz von Hamilton und ist kurz neben der Strecke. Dann aber kommt Verstappen zurück – und drängt nun seinen Mercedes-Rivalen ohne Rücksicht auf Verluste gnadenlos ab. Hamilton muss ausweichen, um einen Crash um Millimeter zu vermeiden! Dadurch entsteht auch Platz für Alpine-Fahrer Esteban Ocon (!), der auf Zwei vorrückt.

Basar-Handel zwischen der Rennleitung und Red Bull: Wegen erneuter Crashs ist das Rennen direkt wieder unterbrochen. Die FIA meldet sich derweil bei Red Bull wegen des Vorfalls zwischen Verstappen und Hamilton, will das Rennverhalten des Niederländers ahnden. Rennleiter Michael Masi bietet Red Bull an: Platz zwei beim zweiten Neustart. Red Bull nimmt an – unter der Voraussetzung, dass sich Verstappen hinter Ocon einordnen soll. Masi klärt das Missverständnis auf: Verstappen soll hinter Hamilton starten! Daraufhin bittet der Rennstall um kurze Beratungszeit, meldet sich dann zurück: Man nehme Platz zwei beim Re-Start an, wenn Ocon von Platz eins starte. Dann Hamilton, dann Verstappen. Darauf kann man sich letztendlich einigen. Merkwürdiges Verhalten der Rennleitung.

2. Neustart, Runde 17/50: Hamilton kommt ganz stark weg, liegt schon wieder direkt neben Ocon – dann aber stößt von der Seite Verstappen vor, zieht in der Kurve an beiden vorbei und setzt sich an die Spitze! Ein grandioses Manöver!

Runde 37/50: Was war das denn? Hamilton kommt auf der Start-Ziel-Geraden ganz nah an Verstappen heran, ist schon auf einer Höhe mit seinem Kontrahenten, doch der 24-Jährige geht einfach nicht vom Gas, verhindert so, dass Hamilton nach innen ziehen kann. Stattdessen muss der Brite bremsen – und Verstappen fährt dazu auch noch geradeaus weiter, verkürzt damit deutlich und bleibt vor Hamilton!

Runde 37/50: Der Eklat! In derselben Runde geht es direkt weiter. Aus der Red-Bull-Box kommt das Signal an Verstappen, den schnelleren Hamilton vorbeizulassen. Und was macht Verstappen? Der wird knapp vor seinem Gegner immer langsamer, während der Mercedes-Pilot unsicher ist, wie er denn nun vorbeiziehen soll. Dann schaltet Verstappen sogar noch einen Gang runter – und Hamilton kracht mit dem Frontflügel ins Heck des Red Bull!

Daraufhin startet Verstappen wieder durch, zieht davon, der Mercedes des Briten ist dagegen vorne ramponiert, kann aber noch fahren. Unfassbar! In der Mercedes-Box ist Wolff fuchsteufelswild, schleudert seine Kopfhörer auf den Boden. "Der Typ ist f****ng verrückt, Mann!" schimpft Hamilton über den Boxenfunk. Das war eine grobe Unsportlichkeit von Verstappen.

Runde 39/50: Die Rennleitung gibt bekannt: Der Vorfall wird untersucht.

Runde 41/50: Mercedes-Sportdirektor Ron Meadows brüllt über den Funk die Rennleitung an, die keine Antworten liefert und äußerst vage bleibt. 

Runde 43/50: Verstappen bekommt eine Fünf-Sekunden-Strafe – allerdings nicht für den Auffahrunfall in Runde 37, sondern für die Aktion in der Kurve zuvor. Die Rennleitung erklärt: Dieser Vorfall wird nach dem Rennen untersucht. Verstappen macht aber noch keine Anstalten, Hamilton vorbeizulassen. Zeitweise hat es den Anschein, selbst die Red-Bull-Box könne den Niederländer nicht mehr kontrollieren. Die TV-Bilder fangen einen kopfschüttelnden Teamchef Christian Horner ein.

Runde 44/50: Jetzt lässt Verstappen Hamilton endlich vorbei.

Runde 50/50: Hamilton hat es geschafft. Sieg beim ersten Großen Preis von Saudi-Arabien. Aber was für ein Chaos, was für eine Kraftanstrengung. Vor der Siegerehrung geht der 36-Jährige hinter der Bühne in die Knie, muss sich kurz sammeln. "Ich fahre schon recht lange, aber das war unglaublich hart", betonte er im Siegerinterview. "Ich habe mit meiner ganzen Erfahrung versucht, das Auto auf der Strecke zu halten."

Siegerehrung: Hier sorgt Verstappen für den nächsten kleinen Eklat: Nach Abspielen der Nationalhymnen verlässt er die Bühne, bleibt nicht für das obligatorische Foto des Siegertreppchens. Auch die Champagnerdusche (in Saudi-Arabien mit Rosenwasser) lässt er dadurch platzen. Hamilton schaut verdutzt, feiert dann mit Teamkollege Bottas, der Rang drei belegte.

Ohne Max: Verstappen verlässt die Siegerehrung, Hamilton (r.) feiert. (Quelle: Reuters/Hamad Mohammed)Ohne Max: Verstappen verlässt die Siegerehrung, Hamilton (r.) feiert. (Quelle: Hamad Mohammed/Reuters)

Nach dem Rennen: Verstappen stellt sich bei "Sky", erklärt seine Sicht auf die skandalträchtige Szene. "Ich bin langsamer gefahren, bin nach rechts. Er sollte überholen." Und weiter: "Ich verstehe nicht wirklich, was dort passiert ist." Klingt nicht nach großer Einsicht beim jungen Heißsporn. 

Die Rennleitung entschied nach dem Rennen: Verstappen wird mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegt. Am Endergebnis änderte das aber nichts.

Klar ist: Am kommenden Wochenende gibt es beim Großen Preis der Vereinigten Arabischen Emirate den großen Showdown.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtungen

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