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Fahren und Sparen: Formel-1-Kampf gegen die Inflation

Von dpa
Aktualisiert am 27.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Haas-Teamchef G├╝nther Steiner.
Haas-Teamchef G├╝nther Steiner. (Quelle: Hasan Bratic/dpa./dpa)
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Monte Carlo (dpa) - Es geht ums Geld. Die einen in der Formel 1 wollen mehr davon ausgeben, als derzeit erlaubt ist. 130 Millionen Euro sind das umgerechnet etwa.

Die anderen kommen nicht einmal auf so viel und m├╝ssen sehen, dass sie mit ihren knappen Finanzen buchst├Ąblich ├╝ber die Runden kommen. In einer "Weltuntergangsvorhersage" ("Daily Mail") prophezeite Christian Horner vom gut situierten Red-Bull-Rennstall ein wahrhaft d├╝steres Szenario f├╝r die Teams mit weniger gut gef├╝llten Kassen.

Denn es geht neben dem Geld auch um die WM. Und dieser Kampf ist in diesem Jahr aufgrund der neuen Autos erst recht auch wieder ein Entwicklungsrennen. Die Autos weiter zu verbessern, kostet Geld. Mehr als die 130 Millionen Euro d├╝rfen aber nicht ausgegeben werden. Dem Vernehmen nach bekommt die Initiative Horners Unterst├╝tzung von Ferrari und Mercedes - sie k├Ąmpfen wie Red Bull um die Titel. Zudem bef├╝rwortet auch McLaren mit eine baldige L├Âsung, "weil die Uhr nat├╝rlich tickt", wie der deutsche Teamchef Andreas Seidl beim Sender Sky Sport News betonte.

Hohe Ausgaben f├╝r Fracht und Strom

Horner sei bekannt daf├╝r, "dass er das ganze manchmal auch ein bisschen schwarz-wei├č r├╝berbringt". Es sei aber auch f├╝r McLaren eine Riesenherausforderung. Seidl verwies bei den "explodierenden Kosten" vor allem auf die Ausgaben f├╝r Fracht und Strom. Laut Horner haben sich die Kosten allein f├╝r den Transport - und das bei 22 Rennen weltweit - vervierfacht. Deswegen hatte Horner beim britischen Sender BBC prophezeit: "Sieben Teams werden wahrscheinlich die letzten vier Rennen auslassen m├╝ssen, um das Budgetlimit einzuhalten."

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Haas ist eines der Teams sein, f├╝r das Horner das wom├Âglich Schlimmste bef├╝rchtet. Der Rennstall, f├╝r den Mick Schumacher seine zweite Formel-1-Saison absolviert, geh├Ârte aber zu denen, die zuletzt neben Alpine, Alfa Romeo und Williams gegen eine Anpassung der Budgetobergrenze wegen der hohen Inflation stimmten.

"Ich habe keine Option, meinem Boss zu sagen, dass ich es nicht bis zum Saisonende schaffe", erkl├Ąrte Haas-Teamchef G├╝nther Steiner nun in Monte Carlo. Man m├╝sse jetzt bereits anfangen, Geld zu sparen, betonte der 57-J├Ąhrige. "Als Gesch├Ąftsmann musst du es bis zum Ende des Jahres einfach schaffen", sagte Steiner, der erste Effekte des Ausgabenlimits auf das sportliche Geschehen ausgemacht haben will.

Diskussion um Budgetobergrenze

"Im Mittelfeld zeigt es sich schon", sagte Steiner. "Wir wissen nie, wer ist der Beste vom Rest ist." Und das sei gut f├╝r die Rennen. Und er geht auch davon aus, dass sich die L├╝cke zu den Top Teams mal verkleinert, wenn die Formel 1 in Sachen Ausgabenlimit standhaft bleibt. Wie toll die Top Teams das wirklich f├Ąnden, wenn auf einmal nicht zwei, drei, sondern sieben, acht Rennst├Ąlle um Siege und Podestpl├Ątze fahren w├╝rden - es darf spekuliert werden.

Diskutiert wurde eine Budgetobergrenze in der kostspieligen K├Ânigsklasse des Motorsports schon lange. Eingef├╝hrt wurde die Obergrenze in der vergangenen Saison. Erlaubt waren umgerechnet rund 135 Millionen Euro. Nach den 130 Millionen f├╝r dieses Jahr werden es 2023 umgerechnet etwa 125 Millionen sein.

F├╝r Aston Martins Teamchef Mike Krack geht es den Gegnern einer Anhebung darum, "die Weiterentwicklung der Konkurrenz einzuschr├Ąnken. Es ist ein strategischer Gedankengang, denn auch sie haben h├Âhere Kosten". Vermutlich h├Ątten sie aber gar nicht die Mittel, um eine erh├Âhte Obergrenze ausnutzen zu k├Ânnen, meinte er. Ein Vermutung, die durch Steiners Aussage sicher nicht entkr├Ąftet wird: "Unser Problem ist nicht die Budgetobergrenze. Unser Problem ist das Budget." Also Fahren und sparen!

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