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50 Jahre Bundesliga: Stadionverbot für Hennes VII.


Stadionverbot für Geißbock Hennes

06.08.2012, 15:51 Uhr | mlm, t-online.de

50 Jahre Bundesliga: Stadionverbot für Hennes VII. . Hennes VII. verbringt die Heimspiele des 1. FC Köln an der Seite Bauer Wilhelm Schäfer auf der Tartanbahn des Müngersdorfer Stadions. (Quelle: imago images)

Hennes VII. verbringt die Heimspiele des 1. FC Köln an der Seite Bauer Wilhelm Schäfer auf der Tartanbahn des Müngersdorfer Stadions. (Quelle: imago images)

Mittlerweile ist sich der geneigte Kölner Fan nicht mehr so sicher, ob das Maskottchen des 1. FC Köln dem Klub tatsächlich so viel Glück bringt wie früher einmal. Früher war eben doch alles besser, als die Legende Hennes Weisweiler als Spielertrainer nicht nur die sportlichen, sondern auch die Zügel des nach ihm benannten Geißbocks in den Händen hielt. Jahrzehnte später ist aus dem Kölner Glücksbock längst die Pech-Marie geworden, insbesondere der 2009 verstorbene Hennes VII., der als erfolglosester Geißbock in der Geschichte des Vereines gilt.

Der arme Kerl erlebte vier Abstiege mit, den ersten davon passenderweise im Jubiläumsjahr 1998, 50 Jahre nach Gründung des Vereins. Er stand immer brav am Rande des Spielfelds, kaute auf Karotten oder Salatblättern rum, erleichterte sich, wenn ihm das Spiel nicht gefiel und wurde, wenn den Fans gar nichts mehr anderes zur Leistung ihrer Mannschaft einfiel, lautstark gefeiert.

Nicht international dabei wegen Stadionverbot?

Doch in einer Saison hätte er die Kölner beinahe wieder zurück ins internationale Geschäft geführt. In der Saison 2000/2001 sah es so aus, als könne der Aufsteiger alle überraschen und unter Trainer Ewald Lienen wenn nicht die UEFA-Cup-, dann aber doch die UI-Cup-Plätze angreifen. Heimspiele gegen Unterhaching und Wolfsburg standen bevor, doch dann der Schock: Hennes wurde der Zugang zum Müngersdorfer Stadion verwehrt – Stadionverbot! In Deutschland grassierte die Maul- und Klauenseuche. Und so musste das Kölner Wappentier bei Bauer Wilhelm Schäfer auf dessen Hof in Köln-Widdersdorf im Stall bleiben. "Auch wenn das Tier keimfrei ist, darf es nicht transportiert werden. Unter den Fans könnten Menschen sein, die den Erreger in der Kleidung haben und mit einem einzigen Windstoß auf das Tier übertragen", erklärte FC-Sicherheitschef Helmut Weiser.

Trainer Lienen nahm das Fehlen des Maskottchens mit Humor: "Wo Hennes schon nicht dabei ist, habe ich beschlossen, auch gleich auf fünf Stammspieler zu verzichten." Was der sonst so knorrige Lienen scherzend erwähnte, schien jedoch zumindest leistungsmäßig zu stimmen. Denn Köln spielte schlecht, so richtig schlecht, quälte sich zu zwei unansehnlichen Unentschieden. Am Ende der Saison landete der FC auf Platz zehn. Träumer behaupten, mit Hennes im Stadion hätte es zu zwei Siegen und damit am Ende der Saison für den UI-Cup gereicht.

Pech-Marie bekommt sogar eine eigene Webcam

Denn tatsächlich gewann, kaum kehrte Hennes wieder ins Stadion zurück, der FC sein nächstes Heimspiel wieder. Und wie: mit 4:0 gegen Energie Cottbus. Das internationale Geschäft verpassten die Geißböcke trotzdem – und stiegen in der Folgesaison wieder ab. Hennes VII. hatte es eben nicht leicht als Maskottchen. Als Pech-Marie.

So sehr die Erfolge in seiner „Amtszeit“ als Galionsfigur der Rheinländer auch ausblieben, so groß war die Trauer der Fans, als der Geißbock am 13. März 2009 eingeschläfert werden musste. Während seiner Ära war das possierliche Tierchen zum kommerzialisierten Glücksbringer geworden, Fans hatten sogar eine Webcam in seinem Stall eingerichtet. Da Hennes VII. jedoch schon einige Monate vor seinem Tod aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr die Spiele des FC besuchen konnte, hatten die FC-Mitglieder bereits einen Nachfolger gewählt: per Online-Abstimmung aus vier Kandidaten. Hennes VIII. regiert auch heute noch – in der zweiten Liga.

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