t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon

Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
Such Icon
HomeSportFußballZweikampf der Woche

Niklas Süle beim FC Bayern: Der Klub begeht einen großen Fehler


Der FC Bayern macht einen großen Fehler

Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

Aktualisiert am 20.09.2021Lesedauer: 1 Min.
Interview
Was ist ein Pro & Kontra?

Die subjektive Sicht zweier Autoren auf ein Thema. Niemand muss diese Meinungen übernehmen, aber sie können zum Nachdenken anregen.

Niklas Süle, hier beim 7:0 gegen Bochum, wechselte 2017 von der TSG Hoffenheim zu Bayern und absolvierte seitdem 141 Pflichtspiele für den deutschen Rekordmeister. Für die Nationalmannschaft stand er in 35 Partien auf dem Feld.Vergrößern des Bildes
Niklas Süle, hier beim 7:0 gegen Bochum, wechselte 2017 von der TSG Hoffenheim zu Bayern und absolvierte seitdem 141 Pflichtspiele für den deutschen Rekordmeister. Für die Nationalmannschaft stand er in 35 Partien auf dem Feld. (Quelle: ULMER Pressebildagentur/imago-images-bilder)

Der FC Bayern verlängert die Verträge seiner Leistungsträger, nur Nationalspieler Süle hat immer noch kein Angebot. Sollte er sich vielleicht ohnehin umorientieren?

Vergangene Woche verkündete der FC Bayern München feierlich die Vertragsverlängerung mit Mittelfeldspieler Leon Goretzka bis 2026, wenige Wochen zuvor hatte sich der Klub mit Joshua Kimmich auf ein Arbeitspapier bis 2025 geeinigt. Bayern stellt sorgsam und mit langfristigen Verträgen die Weichen für die Zukunft – und scheint dabei einen Spieler zu vergessen. Diesen Eindruck macht es zumindest auf viele Fans, dass Niklas Süle weiterhin nur bis zum kommenden Sommer an den Klub gebunden ist. Dabei ist er 35-facher Nationalspieler, ein beinharter Innenverteidiger und erst 26 Jahre alt.

Bei der Pressekonferenz zur Goretzka-Verlängerung sagte Sportvorstand Hassan Salihamidzic angesprochen auf die Süle-Situation nur knapp: "Ich schaue jetzt natürlich, wie die Monate verlaufen, wir sind im Austausch. Da gibt es jetzt nichts Neues."

Schon im Februar hatte der damalige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge erklärt: "Wenn wir eine Lösung finden, sind wir grundsätzlich gern bereit, den Vertrag zu verlängern, aber das wird nur zu gewissen Konditionen möglich sein." Die Aussagen lassen diverse Fragen offen: Geht es um Gehaltseinbußen? Oder doch um die in den vergangenen Jahren teils inkonstanten Leistungen? Und genauso spannend:

Sollte Niklas Süle überhaupt bei Bayern bleiben, wenn der Verein ihm einen neuen Vertrag anbietet?

Pro
Florian WichertStellvertretender Chefredakteur

Ja, die Konstellation ist perfekt

Seit Jahren eilt Süle der Ruf voraus, sich unprofessionell zu ernähren – nur weil er mal zugegeben hat, ein Faible für Fast Food zu haben. Dabei ist Süle nicht nur professioneller geworden, sondern hat sich auch seinen Stammplatz bei Bayern zurückgeholt, den er nach seinem Kreuzbandriss 2019 verloren hatte. In dieser Saison stand er in allen acht Spielen auf dem Platz, in sieben davon in der Startelf, sechs absolvierte er über die vollen 90 Minuten.

Wenn der FC Bayern keinen Leistungsträger verlieren und auch kein Kapital verbrennen möchte (35 Mio. Euro Marktwert), muss er Süle ein gutes Vertragsangebot machen – und der muss zugreifen.

Die Konstellation für ihn ist einfach perfekt. Mit Nagelsmann hat Süle einen Trainer, der ihn sehr gut kennt, schätzt, einsetzt und fördert. Mit Upamecano hat er einen Partner in der Innenverteidigung, mit dem er hervorragend harmoniert. Schon jetzt hat er von allen Bayern-Stars die beste Passquote (92 Prozent) – dabei hat er seine Topform noch gar nicht erreicht und ist mit seinen 26 Jahren noch entwicklungsfähig.

Wo sollte er überhaupt hin? Wo hat er bessere Bedingungen und eine Titelgarantie wie bei Bayern? Nirgendwo. Wenn Süle noch mal wechseln will, kann er das in vier Jahren immer noch tun.

Kontra
Robert HiersemannBereichsleiter Entwicklung

Nein, Süle darf das nicht akzeptieren

Bei Kimmich und Goretzka setzten die Bayern-Bosse alles in Bewegung, um die Verträge schnell und langfristig zu verlängern. Bei Niklas Süle hingegen will man weiter abwarten – doch das darf der Spieler nicht hinnehmen.

Süle ist einer der besten Verteidiger Deutschlands. In vier der bisherigen fünf Bundesliga-Saisonspiele stand er in der Startelf. Und auch in der Nationalmannschaft gehört er unter Hansi Flick zum Stammpersonal. Außerdem ist er erst 26 Jahre alt, kommt also erst noch ins beste Fußballeralter.

Ganz sicher: Der Rekordmeister begeht da gerade einen großen Fehler.

Wenn man einem Topspieler wie Süle so wenig Vertrauen entgegenbringt, vergrätzt man ihn. Die Gefahr wird von Woche zu Woche größer, dass nach Alaba, Boateng und Martínez der nächste Topspieler den Verein im kommenden Sommer ablösefrei verlässt. Und genau dazu ist Süle auch zu raten.

Er wird ohne Probleme in jeder europäischen Topliga einen passenden Klub finden. Und gerade die Premier League dürfte ihm mit seiner Statur liegen. Süle hatte bereits im September 2019 verraten, dass er unbedingt noch mal in England spielen möchte. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ihn, sich den Traum zu erfüllen.

Wer hat recht?

Loading...
Symbolbild für eingebettete Inhalte

Embed

Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen.

Teilen Sie Ihre Meinung mit
Welche Meinung zum Thema haben Sie? Schreiben Sie eine E-Mail an Lesermeinung@stroeer.de

Transparenzhinweis
  • Im „Zweikampf der Woche“ kommentieren wir wöchentlich ein aktuelles Fußballthema. Sehen Sie den Schlagabtausch auch im Video — am Montag ab 19.30 Uhr im Rahmen der „Sport 1 News“ bei Sport 1 oder ab Montagnachmittag hier oben im Artikel.
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

t-online - Nachrichten für Deutschland


TelekomCo2 Neutrale Website