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Abschied vom Dreisamstadion: Christian Streich weint – und schnappt sich Megafon

Abschied von Kultstadion  

Freiburg-Trainer Streich heult erst – und schnappt sich dann das Megafon

Von Alexander Kohne

27.09.2021, 09:14 Uhr
Abschied vom Dreisamstadion: Christian Streich weint – und schnappt sich Megafon. Christian Streich: Freiburgs Trainer stimmte nach dem 3:0 gegen Augsburg mit den Fans Gesänge an. (Quelle: imago images/Sportfoto Rudel)

Christian Streich: Freiburgs Trainer stimmte nach dem 3:0 gegen Augsburg mit den Fans Gesänge an. (Quelle: Sportfoto Rudel/imago images)

Nach 67 Jahren und 360 Bundesligapartien verlässt der SC Freiburg das Dreisamstadion. Das letzte Spiel dort wurde entsprechend emotional. Kulttrainer Christian Streich stand erwartungsgemäß im Mittelpunkt – und das nicht nur wegen des Sieges.

Nach dem Abpfiff schossen Christian Streich die Tränen in die Augen. Dann spurtete der Trainer des SC Freiburg auf den Rasen des Dreisamstadions – und umarmte seine Spieler mit einer Emotionalität, die selbst für ihn ungewöhnlich war. Das Ergebnis des kurz zuvor zu Ende gegangenen Fußballspiels des 6. Bundesliga-Spieltags (Freiburg gewann 3:0 gegen Augsburg) schien an diesem Abend die wenigsten der 14.400 Zuschauer zu interessieren.

Der Star war nicht die Mannschaft – wie t-online-Kolumnist Berti Vogts einst sagte –, sondern das Stadion. Nach 360 Bundesligaspielen und 999 Toren absolvierte der SC sein letztes Heimspiel in der im Profibetrieb mittlerweile ungewöhnlichen Spielstätte.

Vorsänger Streich

Die Reaktion von Kulttrainer Streich überraschte deshalb nicht. Immerhin war die Arena für ihn über Jahrzehnte wie ein zweites Zuhause. Ungewöhnlich war allerdings, dass er sich als Vorsänger betätigte – nachdem ihn die Fans in den Block riefen.

Mit einem Mikrofon stimmte er dort, natürlich mit Maske, zahlreiche Gesänge an – zu Ehren des Klubs, der Stadt und natürlich des Stadions. Und zwar minutenlang. Eine Szene, die in dieser Intensität wohl in den wenigsten Bundesligastadien denkbar wäre.

Freiburg-Coach Christian Streich hatte nach dem Spiel gegen Augsburg Tränen in den Augen. (Quelle: imago images/BEAUTIFUL SPORTS/G. Hubbs)Freiburg-Coach Christian Streich hatte nach dem Spiel gegen Augsburg Tränen in den Augen. (Quelle: BEAUTIFUL SPORTS/G. Hubbs/imago images)

Streich: "Es geht um 25 Jahre hier"

"Es geht um 25 Jahre hier, das ist eine lange Zeit. Ich habe hier jeden Tag gearbeitet. Unzählige Spiele und tausende Trainings absolviert. Ich kann es genießen“, resümierte der sichtlich aufgewühlte Streich bei DAZN. "Wir hatten heute einen guten Spielaufbau, ein gutes Positionsspiel und die nötige Geduld. Das war schlau gespielt von der Mannschaft. Wir feiern nicht, wir gehen nachher nach Hause. Wir haben eine kurze Woche."

"Ein gebührender Abschluss in einem denkwürdigen Stadion", ergänzte sein Kapitän Christian Günter glücklich, nachdem die Fans das "You'll Never Walk alone" angestimmt und viele Handy-Lichter angeschaltet hatten. Ein würdiger Abschied von einer im heutigen Fußball besonderen Arena.

Spielbetrieb mit Sondergenehmigung

Denn das direkt am Eingang zum Schwarzwald gelegene Dreisamstadion war einzigartig in der deutschen Fußball-Eliteklasse. Der SC brauchte eine Sondergenehmigung für den Spielbetrieb, da der Platz kürzer als erlaubt ist und fast einen Meter Gefälle aufweist.

Und nicht nur deshalb versprühte das Stadion einen besonderen, altehrwürdigen Charme in einer Liga der meist an Autobahnabfahrten gelegenen Multifunktionsarenen – mit ausfahrbaren Plätzen und schließbaren Dächern.

All das gibt im direkt am Fluss Dreisam gelegenen Freiburger Stadion nicht – doch dieser Abend zeigte, warum es trotzdem einen besonderen Platz in der Bundesligageschichte einnehmen wird. So wie der heulende Christian Streich.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtung
  • DAZN-Interview mit Christian Streich
  • Mit Material der Nachrichtenagentur SID
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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