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Vor Bayern - Sevilla – Supercup verlegt: Portos Bürgermeister droht mit Klage

Neuer Ärger um Bayern-Finale  

Supercup verlegt: Portos Bürgermeister droht Uefa mit Klage

22.09.2020, 14:05 Uhr | sid, t-online

Vor Bayern - Sevilla – Supercup verlegt: Portos Bürgermeister droht mit Klage. Estadio do Dragao: Die Heimstätte des FC Porto hatte ursprünglich den Zuschlag für die Austragung des Uefa Supercup erhalten. (Quelle: imago images/Pro Sports Images)

Estadio do Dragao: Die Heimstätte des FC Porto hatte ursprünglich den Zuschlag für die Austragung des Uefa Supercup erhalten. (Quelle: Pro Sports Images/imago images)

Am Donnerstag soll der Uefa Supercup ausgespielt werden – eigentlich im Budapester Puskas-Stadion. Doch der Spielort ist nicht nur wegen der steigenden Corona-Infektionen in Ungarn fraglich.

Der Bürgermeister von Porto, Rui Moreira, hat auf einer Stadtratssitzung am Montag der Uefa mit Klage gedroht. Hintergrund ist die Vergabe des Supercups zwischen Champions-League-Gewinner Bayern München und Europa-League-Sieger FC Sevilla an Budapest (Donnerstag, 24. September, 21 Uhr/im Liveticker bei t-online). Ursprünglich war Porto im Mai 2018 als Austragungsstätte ausgewählt worden. Die Uefa entschied im Juni 2020 die Partie in die ungarische Hauptstadt zu verlegen.

Auf der Sitzung präsentierte Moreira ein entsprechendes Schreiben an die Uefa. "Ich hoffe, ich erhalte eine Antwort. Wenn nicht: Es gibt in Genf, wo sich in der Nähe das Hauptquartier der Uefa befindet, Gerichte", drohte Moreira.

Portos Bürgermeister wirft Uefa Unwahrheiten vor

Er bezichtigte die Uefa außerdem, die Unwahrheit gesagt zu haben. Ausschlaggebend für die Verlegung sei gewesen, dass das Finalturnier der Königsklasse in Lissabon stattgefunden habe. Deshalb habe man das Supercup-Duell nicht ebenfalls in Portugal austragen lassen wollen.

Allerdings sei dies nicht offiziell so erklärt worden, sondern vielmehr sei die kritische Corona-Lage in Porto als Begründung herangezogen worden, so Moreira. "Sie hätten sagen können, die Champions League wurde in Lissabon ausgetragen, wir wollen nicht ins gleiche Land gehen. Das wäre nachvollziehbar gewesen. Oder sie hätten sagen können, wir werden für Porto in zwei Jahren einen Ausgleich finden."

"Ich wüsste nicht, dass es in Budapest keine Pandemie gibt"

Allerdings gibt es auch heftige Kritik an Budapest, wo es ebenfalls eine hohe Infektionsrate gibt. Das Robert Koch-Institut hatte die ungarische Hauptstadt als Corona-Risikogebiet eingestuft, vom Auswärtigen Amt gibt es eine Reisewarnung. Nur noch 1.300 Anhänger von Bayern München wollen nach Budapest reisen. Das bestätigte die Uefa nach Rückmeldung des Klubs. Aus Sevilla werden 500 Anhänger erwartet. Dennoch hält der Dachverband am Supercup in Budapest festhalten, wie er am Dienstag mitteilte.

Der Bürgermeister ergänzte sarkastisch: "Ich wüsste nicht, dass es in Budapest keine Pandemie gibt..." Laut seiner Darstellung sei die Corona-Lage in Lissabon während der Champions-League-Finalrunde schlimmer gewesen als derzeit die Situation in Porto.

Es wird vermutet, dass sportpolitische Gründe die Verlegung des Supercups mit beeinflusst haben. Sandor Csanyi ist der reichste Mann Ungarns und steht dem nationalen Fußball-Verband vor. Außerdem sitzt er als Vize-Präsident im Uefa-Exekutivkomitee.

Verwendete Quellen:
  • Mit Material der Nachrichtenagentur sid

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