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DFB-Pokal – Matchwinner Breel Embolo: "Ein-Mann-Büffelherde" macht FC Bayern platt

Pokalheld Embolo  

Die "Ein-Mann-Büffelherde" macht die Bayern platt

28.10.2021, 09:09 Uhr
DFB-Pokal – Matchwinner Breel Embolo: "Ein-Mann-Büffelherde" macht FC Bayern platt. Breel Embolo: Der Schweizer zeigte eine Glanzleistung gegen den FC Bayern. (Quelle: dpa/Marius Becker)

Breel Embolo: Der Schweizer zeigte eine Glanzleistung gegen den FC Bayern. (Quelle: Marius Becker/dpa)

Fußballfans in ganz Deutschland reiben sich auch einen Tag nach der Pokal-Sensation ungläubig die Augen. Ja, der FC Bayern ist in Gladbach untergegangen. Dabei spielte sich ein Borusse in den Vordergrund.

Selten sind die Dinge im Fußball so einfach, wie sie manchmal gemacht werden. Doch das 4:0 von Gladbachs Breel Embolo am Mittwochabend im DFB-Pokal gegen den FC Bayern ist mit zwei Begriffen zu erklären: Wille und Entschlossenheit. Während sich die Münchner Dayot Upamecano und Lucas Hernandez bei dem langen Ball in Richtung des eigenen Tores beide halbherzig auf den jeweils anderen verließen, hatte Embolo nur Augen für die Kugel.

Der 1,87 Meter große Stürmer setzte seine 88 Kilogramm in Bewegung, schob mit seinem Körper Gegenspieler Upamecano aus dem Weg und hämmerte den Ball anschließend an Manuel Neuer vorbei ins Tor. Der Borussia-Park bebte.

Es war ein sagenhaftes Spiel in der 2. Runde des DFB-Pokals. Der FC Bayern, der die Bundesliga-Tabelle anführt, seine Champions-League-Gruppengegner aussehen lässt wie A-Junioren und kaum aufzuhalten schien, ging in Mönchengladbach mit 0:5 unter. Der Matchwinner, der aus einer überragenden Gladbacher Mannschaftsleistung herausstach: besagter Breel Embolo.

Ein Schweizer Stürmer, der oft vom Pech verfolgt war und nun unter Adi Hütter endlich für einen Trainer spielt, dessen Spielstil perfekt zu ihm passt. Denn Embolos Physis und Wucht sind Merkmale, die an ein Sturmtrio aus der bisher erfolgreichsten Zeit Hütters in Deutschland erinnern.

Die Büffelherde

Als Adi Hütter 2018 Coach von Eintracht Frankfurt wurde, trat er ein großes Erbe an. Niko Kovac war wenige Wochen zuvor Pokalsieger mit den Adlerträgern geworden und hatte damit den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte gefeiert. Ein paar Monate später sorgte die Eintracht unter Hütters Leitung für wöchentliche Ekstase in Frankfurt. Denn die Mannschaft machte das heimische Stadion zur Festung und legte sich mit jedem Gegner an.

Hütters größte Waffe: der Sturm. Ante Rebic, Sebastien Haller und Luka Jovic schossen 41 der insgesamt 60 Bundesliga-Tore und räumten dazu in der Europa League Teams wie Olympique Marseille, Inter Mailand und Benfica aus dem Weg. Von Fans und Medien gab es dafür einen neuen Spitznamen. Das Trio war europaweit als "Büffelherde" bekannt. Wer die Büffelherde aufhalten wollte, wurde in den meisten Fällen plattgemacht.

Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic (v.l.n.r.) bildeten die Frankfurter Büffelherde. (Quelle: imago images/Jan Huebner)Sebastien Haller, Ante Rebić und Luka Jović (v.l.n.r.) bildeten die Frankfurter Büffelherde. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Als Borussia Mönchengladbach am Mittwoch den FC Bayern erlegte, war diese Legende zu spüren. Doch es waren keine drei Stürmer, die dabei auffielen, es war "nur" Breel Embolo.

Wie eine "Ein-Mann-Büffelherde" brachte er die entscheidenden Charakteristika von Hütters Spielsystem auf den Rasen: hohes Pressing, hohe Aggressivität, permanenter Druck auf den Gegner, physische Dominanz. Dem FC Bayern blieb kaum Luft zum Atmen. Auch weil Embolo ohne Pause die Verteidiger anlief und ihnen keine Zeit zum Überlegen gab. 

Dazu kamen die nackten Zahlen: Zwei Tore und eine Torvorlage gingen am Ende auf Embolos Konto. Aber es war noch mehr als das. Der 24-Jährige schmiss sich in jedes Duell, führte in seinen 73 Minuten Einsatzzeit 20 Zweikämpfe, so viele wie kein anderer Spieler auf dem Platz. Dazu wurde er viermal gefoult – ebenfalls Höchstwert. Embolo zeigte permanent Bereitschaft, hatte 52 Ballkontakte (Lewandowski auf der anderen Seite hatte 24) und eine Passquote von 75 Prozent.

Verletzungen als Bremspedal

Für Embolo wird das Spiel gegen den FC Bayern auch ein bisschen Genugtuung sein. Oft musste sich der Schweizer seit seinem Wechsel zum FC Schalke 04 vor fünf Jahren anhören, er sei überbewertet.

Breel Embolo hatte auf Schalke nur selten Grund zum Jubeln. (Quelle: imago images/Fotostand)Breel Embolo hatte auf Schalke nur selten Grund zum Jubeln. (Quelle: Fotostand/imago images)

Schließlich gaben die Königsblauen damals 26,5 Millionen Euro für ihn aus. In 61 Spielen auf Schalke folgten aber nur 12 Tore und 9 Vorlagen. Embolo blieb unter den Erwartungen. 2019 ging er dann für elf Millionen Euro zu den Fohlen nach Gladbach. Doch auch dort klappte es nur selten so richtig. Bis zu diesem Mittwoch lautete die Bilanz 81 Spiele, 15 Tore, 15 Vorlagen. Zu wenig für einen Stürmer seiner Preisklasse, sagen Kritiker.

Was dabei aber nicht vergessen werden darf, ist Embolos Verletzungshistorie. Besonders auf Schalke musste er mehrere Male monatelang pausieren. Wadenbeinbruch, Knochenödem, Fußbruch, Sprunggelenksfraktur – immer wieder wurde der talentierte Schweizer ausgebremst. Und auch den Start der aktuellen Bundesligasaison mit Borussia Mönchengladbach verpasste er wegen einer Oberschenkelverletzung.

Mitte September konnte er erstmals eingreifen und verpasste seitdem kein Spiel mehr. Die letzten vier Partien spielte er sogar durch und wurde beim ersten und einzigen Auswärtssieg der Saison in Wolfsburg zum Spieler des Spiels. Hütter weiß, was er an Embolo hat. Und spätestens seit Mittwochabend weiß es auch ganz Deutschland.

Verwendete Quellen:

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