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"Blutleerer Auftritt" – Zorc zĂ€hlt BVB-Spieler an

  • David Digili
  • Noah Platschko
Von David Digili, Noah Platschko

Aktualisiert am 19.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Michael Zorc: Dortmunds Sportdirektor zeigte sich auch einen Tag nach der Pokalpleite beim FC St. Pauli enttÀuscht von seinen Spielern.
Michael Zorc: Dortmunds Sportdirektor zeigte sich auch einen Tag nach der Pokalpleite beim FC St. Pauli enttÀuscht von seinen Spielern. (Quelle: Jan Huebner/imago-images-bilder)
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Titelverteidiger Borussia Dortmund ist im DFB-Pokal sensationell ausgeschieden. Nach der Achtelfinal-Pleite beim FC St. Pauli zeigten sich die Verantwortlichen verĂ€gert – und kritisierten die eigene Mannschaft.

Auch einen Tag nach der Pleite bei Zweitligist FC St. Pauli zeigten sich die Verantwortlichen von Borussia Dortmund enttĂ€uscht – insbesondere von der Art und Weise des Ausscheidens. "Ich bin extrem enttĂ€uscht. Die Mannschaft verfĂ€llt immer wieder in alte Fehler, das ist nicht zu fassen und nicht zu erklĂ€ren", sagte ein verĂ€rgerter Sportdirektor Michael Zorc am Mittwoch den "Ruhrnachrichten". "Das war ein blutleerer Auftritt. Der Frust sitzt sehr tief, weil wir das Ausscheiden nicht kompensieren können", so Zorc weiter.


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Julio Cesar (1994-1998): Der Brasilianer wurde in Dortmund zum Fan-Liebling. Die BVB- Fans verabschiedeten ihn mit einem Banner, auf dem geschrieben stand: "Du kamst als Fremder und gingst als Freund und als Borusse." Heute engagiert er sich im Rahmen eines Regierungsprogramms in Sao Paulo fĂŒr bessere Bildung von Kindern und sucht nach neuen Fußballtalenten.
Sebastian Kehl (2002-2015): Heute ist der Ex-Nationalspieler Leiter der Lizenzspielerabteilung beim BVB. 2022 wird Kehl in der Dortmunder Hierarchie weiter aufsteigen und zum Nachfolger von Michael Zorc als Sportdirektor.
+18

Der Gegner habe die Borussen nicht ĂŒberrascht, vielmehr sei alles, was auf dem Platz passiert ist, im Vorfeld sehr deutlich von Trainer Marco Rose angesprochen worden. Laut Zorc hĂ€tten angeblich "viele Spieler nicht gut genug hingehört."

Bereits am Abend zuvor hatte Trainer Marco Rose zu einer Frust-Rede angesetzt – und das im Live-TV direkt nach Spielschluss! Dabei ließ der 45-JĂ€hrige kein gutes Haar an seiner eigenen Mannschaft. "Die Chance auf einen Titel ist weg", erklĂ€rte ein sichtlich enttĂ€uschter Rose bei "Sky". Und dann ging es richtig los: "So wie wir das Spiel die ersten fĂŒnf bis zehn Minuten angenommen haben, war das kein Pokalspiel von uns. Dass du dann hier unter den Bedingungen, mit dem Boden, mit dem starken Gegner dich selber so in Probleme bringst, ist nicht zu erklĂ€ren und auch nicht zu entschuldigen."

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"Mal wieder ein paar Dinge bestÀtigt"

Das sitzt. Rose redete sich richtig den Ärger von der Seele – er wirkte entgeistert vom Auftritt der eigenen Mannschaft: "St. Pauli hat mit dem ersten Angriff das Tor gemacht, und da geht es dann einfach um Dinge, die wir vorher besprochen haben: Was macht St. Pauli aus?"

Dann fĂŒhrte der Trainer aus: "Sie spielen Raute, haben vorne ein relativ enges Dreieck, vor dem Tor kommen sie immer wieder in Kombinationen, haben eine gute Tiefe – das mĂŒssen wir aufnehmen und verteidigen. Haben wir nicht gemacht, wir liegen 1:0 zurĂŒck, rennen hinterher, schießen noch ein Eigentor, kommen dann zurĂŒck, haben Torchancen, machen die nicht und sind am Ende raus."

EnttÀuscht: BVB-Trainer Marco Rose nach dem Pokalspiel beim FC St. Pauli.
EnttÀuscht: BVB-Trainer Marco Rose nach dem Pokalspiel beim FC St. Pauli. (Quelle: Eibner/imago-images-bilder)

Dies sei aber kein neues PhĂ€nomen beim BVB, sondern bestĂ€tige "mal wieder ein paar Dinge, die uns in den letzten Wochen und Monaten, vielleicht auch Jahren, immer wieder vorgehalten werden." Dann atmete Rose durch und predigte gebetsmĂŒhlenartig: "Wir mĂŒssen einfach den nĂ€chsten Schritt gehen als Mannschaft. Wir mĂŒssen von Anfang an Energie hier reinpacken in dieses Spiel, weil es um den Titel geht. Dass wir das nicht schaffen, ist doof."

Mehr noch: "Ich bin einfach sauer. Weil es ein Pokal-Achtelfinale war, die Chance auf einen Titel, wir grundsĂ€tzlich in einer guten Verfassung sind, und wir schenken das Spiel einfach so weg." Rose wiederholte: "Wir schenken es in den ersten zehn Minuten einfach weg, machen kein Pokalspiel draus, wir mĂŒssen dann hinterherrennen gegen einen Gegner, wo wir wussten, was uns erwartet."

Da wird bei Borussia Dortmund noch viel aufzuarbeiten sein in den kommenden Tagen und Wochen.

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