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"Das schn├╝rt mir den Hals zu"

Von Kim Steinke, Berlin

Aktualisiert am 22.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Christian Streich: Trotz der Niederlage im DFB-Pokal ist er ein Gewinner.
Christian Streich: Trotz der Niederlage im DFB-Pokal ist er ein Gewinner. (Quelle: Jan Huebner/imago-images-bilder)
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Der SC Freiburg war dem Gewinn des DFB-Pokals so nah wie noch nie, dann schlug das Schicksal zu. Trainer Christian Streich erlebte das Endspiel gegen RB Leipzig auf seine ganz eigene Weise.

Da lief er in die Fankurve, die H├Ąnde in den Hosentaschen, und applaudierte in Richtung der Anh├Ąnger. Die dankten es ihm mit tosendem Beifall. Dabei hatte Christian Streich gerade mit dem von ihm trainierten SC Freiburg das gr├Â├čte Spiel in der Vereinsgeschichte verloren. 3:5 nach Elfmeterschie├čen im Finale des DFB-Pokals gegen RB Leipzig. Doch so richtig traurig war im Berliner Olympiastadion niemand, der es mit den Breisgauern hielt. "Ich schaffe es immer noch nicht, mich zu ├Ąrgern", sagte Streich selbst nach der Partie.

Dabei traf seine Freiburger in diesem 79. Pokalendspiel die ganze Wucht gnadenloser Dramatik.

"Das ist okay"

Die umstrittene F├╝hrung fr├╝h im Spiel, dann ├ťberzahl nach dem Platzverweis f├╝r Leipzigs Halstenberg nach einer knappen Stunde ÔÇô es schien vieles, wenn nicht alles f├╝r Streich und sein Team zu laufen. Dann kamen der Ausgleich durch Christopher Nkunku, die Verl├Ąngerung und das Ende im Elfmeterschie├čen. Der gro├če Traum vom Pokalsieg war geplatzt. Streich hatte die Elfmeter von der Trainerbank verfolgt, ganz allein sa├č er da, fast schon schicksalsergeben, wohlwissend, nun nichts mehr beeinflussen zu k├Ânnen.

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Christian Streich: W├Ąhrend des Elfmeterschie├čens sa├č er alleine auf der Bank.
Christian Streich: W├Ąhrend des Elfmeterschie├čens sa├č er alleine auf der Bank. (Quelle: ULMER Pressebildagentur/imago-images-bilder)

Vielleicht gerade deshalb, nach einer der besten Saisons der Freiburger Bundesliga-Historie und dem mitrei├čenden Lauf im Pokal, der erst im Endspiel gestoppt wurde, wirkte Streich nach der Partie fast schon gel├Âst ÔÇô und vor allem: stolz. "Schaut da, die Leute. Wahnsinn", sagte er seiner Mannschaft im Kreis nach dem Schlusspfiff und deutete auf die Fankurve. Und: "Gegen so eine tolle Mannschaft erst im Elfmeterschie├čen zu verlieren, das ist okay."

"Mehr kann ich nicht verlangen"

Dass es auch anders geht, das hatten seine Freiburger schon im Saisonverlauf gezeigt: Der SC hatte in dieser Saison dreimal gegen RB gespielt, das Pokalfinale eingerechnet ÔÇô und dreimal nicht nach regul├Ąrer Spielzeit verloren. "Was soll ich noch mehr von der Mannschaft verlangen? Mehr kann ich nicht verlangen", sagte Streich zur Leistung seiner Elf.


Die Medaille f├╝r den zweiten Platz wollte er dann aber doch nicht zur Schau stellen. "Ich kann auch keine Akkreditierungen am Hals tragen, das schn├╝rt mir den Hals zu", erkl├Ąrte Streich in der f├╝r ihn so typischen Art. Daheim bekomme das Schmuckst├╝ck einen "Platz in der Schublade, da mach ich das Zeug rein."

Streich w├Ąre nicht Streich, h├Ątte er nicht schon direkt nach dem Pokalfinale den Blick nach vorn gerichtet. Der Tabellensechste Freiburg wird n├Ąchste Saison in der Europa League spielen, darauf freue man sich, aber "dann kommen wieder diese wahnsinnig anstrengenden Bundesligaspiele", st├Âhnte der 56-J├Ąhrige und scherzte: "Am liebsten w├╝rde ich die ganze Zeit nur Pokalendspiele spielen."

Um stolz auf seine Mannschaft zu sein, m├╝sste da dann nicht mal unbedingt ein Sieg her.

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