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Ventura entlassen, kommt jetzt Ancelotti?

Von sid
Aktualisiert am 15.11.2017Lesedauer: 2 Min.
Carlo Ancelotti wurde im September 2017 beim FC Bayern entlassen.
Carlo Ancelotti wurde im September 2017 beim FC Bayern entlassen. (Quelle: Jan Huebner/imago-images-bilder)
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Nach dem Play-off-Desaster räumt der italienische Fußball die Trümmer beiseite. Trainer Gian Piero Ventura ist weg. Macht es jetzt Ex-Bayern-Coach Carlo Ancelotti?

Beim FC Bayern kürzlich entlassen, nun der Heilsbringer in Italien? Auf Carlo Ancelotti ruhen nach dem WM-Debakel die großen Hoffnungen der Azzurri. Der 58-Jährige, der im Oktober in München von Jupp Heynckes abgelöst worden war, soll den Calcio als neuer Nationaltrainer aus der tiefen Krise und zu einem Neustart führen. Ancelotti gilt auf dem Apennin nach der "Apokalypse" in den Play-offs gegen Schweden als Wunschkandidat - und der Weg wäre frei: Sündenbock Gian Piero Ventura wurde am Mittwochabend trotz Vertrags bis 2020 nach einer Krisensitzung der Verbandsspitze erwartungsgemäß entlassen.

"Carlo wartet. Die Idee, zum neuen Nationaltrainer Italiens aufzurücken, ist ihm nicht mehr so fremd", schrieb am Mittwochmorgen schon der "Corriere dello Sport". Laut "Gazzetta dello Sport" hat der Verband (FICG) um den umstrittenen Präsidenten Carlo Tavecchio schon Kontakt zu Ancelotti aufgenommen.

Auch Conte und Mancini werden gehandelt

Der Erfolgstrainer, der den AC Mailand und Real Madrid zu Triumphen in der Champions League geführt hatte, soll grundsätzlich nicht abgeneigt sein, das schwierige Amt zu übernehmen, berichtet das Blatt. Ancelotti fordert angeblich jedoch klare Garantien für eine Neugründung des gesamten italienischen Fußball-Systems, das tiefgreifend umstrukturiert werden müsse.

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Gian Piero Ventura übernahm Italiens Nationalteam 2016.
Giampiero Ventura übernahm Italiens Nationalteam 2016. (Quelle: Roberto Bregani/imago-images-bilder)

Als mögliche Ventura-Nachfolger werden zudem Antonio Conte (FC Chelsea), der die Azzurri schon von 2014 bis 2016 betreut hatte, und Roberto Mancini (Zenit St. Petersburg) gehandelt. Auch der ehemalige Nationalmannschafts- und Milan-Kapitän Paolo Maldini soll zu den Kandidaten gehören, die in Italiens Fußball nach den Rücktritten von Legende Gianluigi Buffon, Andrea Barzagli, Giorgio Chiellini und Daniele De Rossi die Revolution ausrufen sollen.

Ancelotti müsste auf das große Geld verzichten

Sollte er Italiens Trainerbank übernehmen, müsste Ancelotti, der bisher acht Klubs trainiert hat, offenbar aber auf das große Geld verzichten. Der Verband unterliegt einem Sparkurs. Angeblich stehen nur 1,5 Millionen Euro Jahresgehalt für den neuen starken Mann zur Verfügung.

Ancelotti, der in München nicht den erhofften Erfolg hatte, ist laut italienischen Medien auch die einzige Chance für den stark unter Druck geratenen Verbandschef Tavecchio. Auch dessen Ablösung wird bereits massiv gefordert. Der 74-Jährige, seit 2014 Chef des italienischen Fußballverbands, verweigert aber hartnäckig seinen Rücktritt.

"Gehst Du oder nicht?", fragte "Corriere dello Sport" auf seiner Titelseite provokativ. Selbst Giovanni Malago, Chef des Olympischem Komitee Italiens (CONI), hatte Tavecchio zur Aufgabe geraten. "An Tavecchios Stelle wäre ich zurückgetreten", sagte Malago.

Medien fordern: "Weg mit den Mumien"

"Weg mit den Mumien, die den italienischen Fußball leiten, und mehr Raum für junge Leute auch außerhalb des Spielfelds", hatte Ex-Nationalspieler Paolo Cannavaro gefordert.

Keine Zukunft hat auch Ventura (69). Bei ihm geht es angeblich nur noch um die Abfindung. Er soll 700.000 Euro fordern. Laut Medienangaben sei es deswegen zu einem Streit mit Tavecchio gekommen, der dem Noch-Trainer die Abfindung nicht zahlen will. Wegen des WM-Aus rechnet der Verband mit fehlenden Einnahmen in Höhe von 80 Millionen Euro.

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