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Interview
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"Löw trifft Grundsatzentscheidungen wie ein Klubtrainer"

Von Philip Seiler

Aktualisiert am 14.03.2019Lesedauer: 4 Min.
Marcel Reif: Der Kommentator hat kein Verständnis für die Löw-Entscheidung.
Marcel Reif: Der Kommentator hat kein Verständnis für die Löw-Entscheidung. (Quelle: SPORT1/Nadine Rupp/leer)
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Die Weltmeister-Ausbootung von Jogi Löw erhitzt weiterhin die Gemüter. Reporterlegende Marcel Reif geht mit dem Bundestrainer hart ins Gericht und wirft ihm bei t-online.de vor,

Seit neun Tagen diskutiert Fußball-Deutschland über das DFB-Aus der Weltmeister Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller. Fußball-Kommentator und TV-Experte Marcel Reif kann die Entscheidung von Bundestrainer Jogi Löw nicht nachvollziehen.

Im zweiten Teil des Interviews mit t-online.de spricht der 69-Jährige, der am Sonntag ab 11 Uhr als Experte im "CHECK24 Doppelpass" bei SPORT1 zu Gast sein wird, außerdem über die Kadernominierung am Freitag, den Konkurrenzkampf zwischen Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen sowie den formschwachen Weltmeister Toni Kroos.

Bundestrainer Jogi Löw hat am vergangenen Dienstag überraschend die drei Weltmeister Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller aussortiert. War die Ausbootung für Sie gerechtfertigt?

Marcel Reif: Mich hätte es nicht überrascht, wenn der Bundestrainer diese drei Spieler bei den nächsten Länderspielen auf der Bank oder gar zu Hause gelassen hätte. Aber ich begreife noch immer nicht, wie Löw zu diesem Zeitpunkt zu der Erkenntnis gelangt ist, dass ihm Hummels, Boateng und Müller in Zukunft nie mehr helfen können. Wenn er den klaren Schnitt gewollt hätte, hätte er es im Winter machen können. Vor allem diese Endgültigkeit verstehe ich nicht. Bisher dachte ich, ein Bundestrainer ist dazu da, den aktuell besten Kader für das nächste Spiel zusammenzustellen und die Spieler dazu zu bringen, gemeinsam ihre beste Leistung abzuliefern. Er aber trifft Grundsatzentscheidungen wie ein Klubtrainer.

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Vor allem die Art und Weise der Ausbootung wurde oft kritisiert. Auch von den aussortierten Nationalspielern selbst. Hätte man anders umgehen müssen mit diesen verdienten Spielern?

Die Verdienste dürfen nicht dazu führen, dass man sie blind weiter aufstellt. Aber wie man mit ihnen umgeht und ihnen das klar macht, da hätte es andere Wege gegeben. Vor einem Champions-League-Spiel nach München zu fahren und ihnen in fünf Minuten mitzuteilen, dass sie zu alt sind für die Nationalmannschaft: Das gehört sich nicht.

Anschließend gab es viel Kritik, von der Bayern-Führung, Experten aber auch von Nationalspielern wie Joshua Kimmich und Leon Goretzka. Dürfen sich Nationalspieler im Hinblick auf eine sportliche Entscheidung des Trainers so kritisch äußern?

Sie sind nicht aus der Rolle gefallen oder haben etwas Unanständiges gesagt. Sie sind erwachsene Menschen und haben ihre Meinung geäußert. Wenn das der Bundestrainer nicht aushält, dann haben wir es weit gebracht in diesem Land.

Muss Löw noch weitere Spieler aussortieren, wenn es nach dem Leistungsprinzip geht? Manuel Neuer hat seit seiner Verletzung nicht mehr ganz zu alter Stärke gefunden. Toni Kroos spielt bei Real Madrid eine schwache Saison.

Wenn er Manuel Neuer jetzt aussortieren würde, dann gebe ich auf. Dann begreife ich gar nichts mehr. Ter Stegen muss und wird ohne Zweifel irgendwann seine Chance kriegen. Er hat gezeigt, dass auf ihn Verlass ist, auch in wichtigen Spielen. Aber Neuer hat immer noch eine unheimliche Qualität und ein internationales Standing. Da würde ich mir dreimal überlegen, ob ich den rausnehme.

Und Toni Kroos?

Toni Kroos ist aktuell ein Schatten seiner selbst und Teil der Real-Krise. Im Moment sehe ich ihn nicht in der Verfassung, der Nationalmannschaft weiterzuhelfen. Aber jetzt hinfahren und sagen: "Du kannst es nicht mehr?" Dann zeigt er dir nächste Woche, wie gut er es doch noch kann. Die Lösung für mich ist ganz klar: Wenn ein Spieler nicht in Form ist, dann stelle ich ihn in der Nationalmannschaft nicht auf. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn Löw wiederum Kroos jetzt trotz seines Tiefs dennoch aufstellt, dann macht er sich angreifbar und es wird Diskussionen geben.

Muss auch unabhängig von der Kadernominierung bereits über Jogi Löw diskutiert werden?

Der Bundestrainer muss diskutiert werden, wenn das, was er entschieden hat, schief gehen sollte. Vor den anstehenden Länderspielen kann man ihn aber nicht infrage stellen.

Am Freitag nominiert Löw den Kader für die Spiele gegen Serbien (20. März) und die Niederlande (24. März). Wen zaubert er da möglicherweise aus dem Hut?

Zaubern kann auch Löw nicht. Es gibt viele gute Spieler, die die Liga hergibt. Und es ist völlig richtig, auch auf junge Talente zu setzen. Aber man braucht auch stabilisierende Faktoren, die mit ihrer Erfahrung in einem engen Spiel helfen. Mit einer nur jungen Mannschaft hast du noch nie etwas gewonnen, außer vielleicht den Confed Cup.

Niklas Süle gilt in der Innenverteidigung inzwischen gesetzt. Wen sehen Sie neben ihm in der Innenverteidigung?

Es gibt mit Matthias Ginter und Antonio Rüdiger Spieler, die sich auf hohem Niveau stabilisiert haben und das können. Aber selbst bei Süle stelle ich mir die Frage: Ist er schon die große Führungsfigur, wenn der Wind richtig von vorn kommt? Da habe ich meine Zweifel.

Thilo Kehrer spielt in Paris bereits bei einem großen Klub, hat aber zuletzt in einem wichtigen Spiel gepatzt. Ist er schon bereit für ganz große Aufgaben?

Thilo Kehrer ist noch jung. Und junge Spieler machen in der Regel häufiger Fehler. Deswegen ist es umso wichtiger, dass ein älterer Spieler da ist und ihm sagt: Weitermachen, ich helfe dir!

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