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"Schande von Frankfurt": Wirbel um Viertliga-Spiel

Von t-online, sid
Aktualisiert am 10.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Frankfurts Ivan Franjic (l.) im Duell mit Israel Suero Fernández: Solche Zweikämpfe wie hier gab es in den finalen Minuten selten.
Frankfurts Ivan Franjić (l.) im Duell mit Israel Suero Fernández: Solche Zweikämpfe wie hier gab es in den finalen Minuten selten. (Quelle: Hartenfelser/imago-images-bilder)
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Zwölf Minuten lang passierte praktisch nichts – dann brach der Jubel aus. In Frankfurt kam es in der Regionalliga zu einem besonderen Ereignis. Ein "Nichtangriffspakt" sorgt für Diskussionen.

Seit dieser Saison werden in der Bundesliga die Spiele am vorletzten Spieltag nicht mehr gleichzeitig ausgetragen. Nur am letzten finden alle Partien am Samstag um 15:30 Uhr statt. Die parallelen Ansetzungen sollen vermeiden, dass einzelne Teams im Nachteil sind, weil sich andere Vereine nach ihren Ergebnissen richten könnten.

Ein Spiel aus der Regionalliga Südwest zeigt jedoch, dass selbst ein gleichzeitiger Anpfiff davor nicht rettet. Denn in Frankfurt passierte beim Stand von 1:1 bei der Partie zwischen dem FSV Frankfurt und dem SV Elversberg am vergangenen Samstag ab der 78. Minute mehr oder weniger nichts mehr. Der Grund: Im Parallelspiel lag der SSV Ulm mit 0:3 bei der SG Sonnenhof Großaspach hinten. Ulm war der schärfste Konkurrent Elversbergs im Titelrennen, Großaspach wiederum der erste Absteiger vor Frankfurt. Durch das 1:1 lagen Frankfurt und Elversberg jeweils drei Punkte vor ihrem Gegner bei einem weitaus besseren Torverhältnis und nur einem ausstehenden Spiel.

Elversberg ließ nur noch den Ball in der Viererkette laufen, die Frankfurter attackierten nicht – Medien erinnerten an die Schande von Gijon bei der WM 1982 und sprachen zum Teil von der "Schande von Frankfurt".

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Die Trainer wehren sich

"Das kann man vielleicht vergleichen", gab SVE-Coach Horst Steffen im Saarländischen Rundfunk zu und versuchte sich zu rechtfertigen: "Wir haben gesagt, dass wir kein großartiges Risiko mehr gehen. Wenn Frankfurt uns attackiert hätte, hätten wir gezwungenermaßen auch weiter nach vorne gespielt. Das haben sie nicht gemacht. Insofern sah es echt so aus wie Ballgeschiebe und das Warten auf den Abpfiff."

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Auch der Gegner forderte Verständnis ein. "Uns hat das Unentschieden gereicht. Warum sollten wir da attackieren?", begründete Frankfurt-Trainer Tim Görner die Zurückhaltung seines Teams. "Die Elversberger haben nicht nach vorne gespielt, und wir wollten keine Balleroberung haben", ergänzte der sportliche Leiter Thomas Brendel: "Zwei andere Mannschaften hätten es genauso gemacht. Da wäre sich jeder selbst am nächsten gewesen."

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Von Noah Platschko
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