Sie sind hier: Home > Sport > Fußball > Fußball international >

Bradley Lowery: Der traurige Held des Jahres

Bradley Lowery  

Der traurige Held des Jahres

24.12.2017, 11:30 Uhr
Bradley Lowery: Der traurige Held des Jahres. Bradley Lowery: Er berührte die Herzen der Fußballfans auf der ganzen Welt. (Quelle: imago images/PA Images)

Bradley Lowery: Er berührte die Herzen der Fußballfans auf der ganzen Welt. (Quelle: PA Images/imago images)

Zwischen all den horrenden Ablösesummen im Fußball in diesem Jahr hat ein sechsjähriger Junge für einen Lichtblick gesorgt und die Herzen Tausender Menschen berührt.

Mehrere tausend Menschen marschierten Mitte Juli trauernd durch die britische Kleinstadt Blackhall in der Nähe von Newcastle. Der Grund war ein trauriger. Der sechsjährige Bradley Lowery erlag seiner Krebserkrankung und wurde in seinem Heimatort beerdigt. Mitten unter den Trauernden war auch Jermaine Defoe, ein englischer Nationalstürmer und Lowerys bester Freund, der seine Tränen nicht zurückhalten konnte.

In Tränen: Jermaine Defoe bei der Beerdigung Bradley Lowerys am 14. Juli 2017. (Quelle: Getty Images/Jeff J Mitchell)In Tränen: Jermaine Defoe bei der Beerdigung Bradley Lowerys am 14. Juli 2017. (Quelle: Jeff J Mitchell/Getty Images)

Das Schicksal von Bradley Lowery bewegte die Premier League schon länger, insbesondere seinen Lieblingsklub, den AFC Sunderland. Bereits im Alter von zwei Jahren besiegte er den Krebs, im Juli 2016 wurde jedoch erneut ein Neuroblastom gefunden, was das Nervensystem des damals fünfjährigen Lowery attackierte. Seine Eltern konnten die Therapie nicht bezahlen und suchten mit Hilfe der sozialen Medien nach Unterstützung.

Lowery krönt Defoes Comeback

So wurde Ende 2016 der AFC Sunderland aufmerksam und half Lowery auf verschiedene Weisen. Neben den zahlreichen Spenden, die der Klub generierte, durfte der kleine Junge als Einlaufkind von seinem Lieblingsspieler Jermaine Defoe auf das Feld. Schnell schlossen sich die anderen Vereine an, auch die Liga unterstützte Lowery.

Im neuen Jahr wollte dann sogar die FA helfen. Bei Defoes Comeback für die englische Nationalmannschaft im März durfte sein "bester Freund", Bradley Lowery, mit ihm auf den Platz laufen. Trotz der schweren Erkrankung verlor der kleine Junge nicht sein Lächeln und wurde zum Glücksbringer für den Torjäger. Denn beim 2:0-Sieg Englands schoss Defoe das wichtige 1:0. 

Jermain Defoe (m.) und Bradley Lowery sind unzertrennlich. (Quelle: imago images/Sportimage)Jermain Defoe (m.) und Bradley Lowery sind unzertrennlich. (Quelle: Sportimage/imago images)

"Schlaf gut, kleiner Mann"

So schön der Tag für den kleinen Jungen auch war, gesundheitlich ging es ihm zunehmend schlechter. Der Sechsjährige konnte den Krebs leider kein zweites Mal besiegen und verstarb Anfang Juli. Neben seiner Familie trauerten viele Tausende Fußballfans mit ihm.

Vor allem Jermaine Defoe war tief getroffen. Der Nationalstürmer verfasste Lowery zuliebe einen herzzerreißenden Abschiedsbrief. "Ich bin so dankbar, dass Gott Dich in mein Leben gebracht hat. Ich werde niemals vergessen, wie Du mich angesehen hast, als ich Dich zum ersten Mal getroffen habe, diese Liebe in diesen Augen. Ich finde keine Worte um auszudrücken, wie viel Du mir bedeutest", schrieb Defoe und schloss mit den Worten: "Schlaf gut, kleiner Mann. Mein bester Freund."

Kicken für den guten Zweck

Auch nach seinem Tod sorgte Bradley Lowery für einen positiven Einfluss. In einem Benefizspiel zu Ehren des tapferen Jungen Anfang September sammelten Prominente und Ex-Fußballer Geld für die Stiftung, die nach Lowery benannt wurde. Mit dabei waren unter anderem Sänger Olly Murs und frühere Premier-League-Profis wie Tony Hibbert oder Alan Stubbs.

Am Ende eines Jahres wird oft über besondere Persönlichkeiten gesprochen, die die vergangenen zwölf Monate prägten. Dabei stehen meist Politiker, Sportler oder Prominente im Vordergrund. Doch die wahren Helden werden dabei gerne vergessen. Bradley Lowery sollte man auf keinen Fall vergessen, auch wenn ihn sein Schicksal zu einem traurigen Helden macht. Er hat nie aufgehört zu kämpfen, hat Fans vereint, Herzen berührt und uns allen eines gelehrt: Fußball ist eben mehr als nur ein Spiel.

Quellen und weiterführende Informationen:
- Eigene Recherchen
- Bericht zum Trauermarsch zu Ehren Bradley Lowerys im "Guardian"
- Website der "Bradley Lowery Stiftung"

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal