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WM in Katar 2022: Darum ist das "One-Love"-Verbot ein Skandal für Deutschland


Jämmerlich!

Ein Kommentar von Andreas Becker

Aktualisiert am 21.11.2022Lesedauer: 2 Min.
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"Ein beispielloser Vorgang": Hier äußert sich die DFB-Spitze zur "One-Love"-Binde. (Quelle: Reuters)
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Es ist eine Entscheidung, die für Aufsehen sorgt: Auch die deutsche Nationalmannschaft verzichtet bei der WM auf das Tragen der "One Love"-Binde. Ein Kommentar.

Jetzt sind sie alle eingeknickt, umgefallen wie die Fliegen – eine Nation nach der anderen. Erst England, die Niederlande, dann Deutschland und der Rest der moralischen Zehn, die geplant hatten, bei der WM in Katar mit der "One Love"-Binde aufzulaufen. Es sollte eine Aktion für Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit sein. Nach der Fifa-Drohung, das Tragen der Binde zu sanktionieren, ist davon nichts mehr zu spüren – die Aktion abgeblasen. Jämmerlich!

In einem Statement des niederländischen Verbandes heißt es: "Dass die Fifa uns auf dem Platz bestrafen will, ist einmalig und geht gegen den Geist des Sports, der Millionen verbindet." Und dann aber: "Wir stehen zur 'One Love'-Botschaft und werden diese weiter verbreiten, aber unsere oberste Priorität ist es, Spiele zu gewinnen. Da möchte man nicht, dass der Kapitän das Spiel mit einer Gelben Karte beginnt." Absurd. Sportlicher Erfolg geht also über den Kampf für Menschenrechte.

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Drohungen wirken

Die Fifa hatte gedroht, Spieler, die die Binde tragen, mit einer Gelben Karte zu bestrafen. Dazu waren auch andere sportliche Sanktionen während der WM in Katar zu befürchten. Ein ungeheuerlicher Vorgang. Nichts anderes als mundtot sollen die Mannschaften so gemacht werden. Mit Erfolg, wie das Einknicken nun zeigt.

Die "One Love"-Binde war schon ein Kompromiss, weil die Teams auf die Regenbogenbinde vezichteten. Nie offen kommuniziert, aber doch irgendwie klar: Der DFB und die anderen Verbände knickten auch hier vor der Fifa und dem WM-Gastgeberland ein, wo Homosexualität unter Strafe steht und mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden kann.

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Manuel Neuer: Mit dieser Armbinde werden wir den DFB-Kapitän nicht sehen. (Quelle: IMAGO/ULMER/Markus Ulmer)

Die Fifa schreibt alles vor

Jetzt also keine Regenbogenbinde, kein "One Love", sondern das Tragen eines vor zwei Tagen von der Fifa erfundenen Armschmucks – mehr jedenfalls als inhaltslose Deko ist das nun nicht mehr, was die Kapitäne tragen dürfen. "Die teilnehmenden Mannschaften erhalten während der Spiele über die Armbinden der Mannschaftskapitäne die Möglichkeit, Botschaften zu übermitteln", teilte der Weltverband mit. Die Fifa schreibt hier also vor, welche Botschaft Manuel Neuer und Co. verbreiten dürfen. Ein Armutszeugnis.

Dass der DFB, der größte Fußballverband der Welt, der sich selbst immer für seine Wohltätigkeit rühmt, aber auch alle anderen neun Verbände eingeknickt sind – es sendet ein trauriges Zeichen in die Welt aus. An die LGBTQ-Gemeinschaft, die Menschen, die gerade im Iran für ihre Freiheit auf die Straße gehen – an alle Menschen, die für Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung kämpfen.

Fifa 1, Menschenrechte 0. Das bleibt von diesem traurigen Montag, dem zweiten Tag der WM in Katar, hängen. Wieder einmal geht der Weltverband als Sieger vom Platz.

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