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Kommentar zu Brasilien - Deutschland: Noch ist nichts erreicht

Kommentar zum DFB-Team  

Ein historischer Triumph - aber noch ist nichts erreicht

Von Jörg Runde

09.07.2014, 07:08 Uhr
Kommentar zu Brasilien - Deutschland: Noch ist nichts erreicht . Schwarz-rote Jubeltraube: Sieben Mal dürfen sich die DFB-Kicker über ein Tor gegen Brasilien freuen. (Quelle: dpa)

Schwarz-rote Jubeltraube: Sieben Mal dürfen sich die DFB-Kicker über ein Tor gegen Brasilien freuen. (Quelle: dpa)

Ein Kommentar von Jörg Runde

Irre, unfassbar, unglaublich, sensationell, überragend, phänomenal - es gibt unzählige Superlative, die auf diesen Fußball-Abend in Belo Horizonte passen. 7:1 gegen den Rekord-Weltmeister Brasilien: Die deutsche Nationalelf zelebrierte nicht nur wunderschönen Zauberfußball auf dem Rasen, sie feierte auch den höchsten Halbfinalsieg der WM-Geschichte. Rekordhalter war bisher ebenfalls die DFB-Elf. 1954 folgte dem 6:1 gegen Österreich das Wunder von Bern. 3:2 gegen Ungarn, Deutschland war Weltmeister.

Um auch an dieses Ziel zu kommen, fehlt Bundestrainer Jogi Löw und seinem Team noch ein Schritt. Es ist der wichtigste, denn noch ist nichts erreicht. Klar: Über die Demütigung Brasiliens wird man auch in 50 Jahren noch sprechen. Wirklich etwas wert ist der historische Erfolg aber nur, wenn es am Sonntag in Rio auch den Weltpokal gibt. Nur dann würden auch Philipp Lahm, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Co. in die Jubel-Hymnen einstimmen, die nun von allen Seiten ertönen.

Nicht überschwänglich

Erfreulich nüchtern präsentierten sich die DFB-Kicker in den Interviews nach dem Torfestival gegen den Gastgeber. Wer auch immer etwas sagte, von überschwänglicher Euphorie keine Spur. Jeder der Nationalspieler schien zu wissen, wie er das unglaubliche Ergebnis einzuordnen hat.

Zum Beispiel, dass die junge brasilianische Mannschaft unter dem gewaltigen Druck einer ganzen Nation zusammengebrochen war. Oder, dass der nächste Gegner - egal ob der nun Argentinien oder Holland heißt - nicht so chaotisch und selbstzerstörerisch agieren wird wie die Scolari-Truppe.

Fakt ist jetzt auch: Im Endspiel ist Deutschland eindeutig Favorit. Es wird spannend sein, zu sehen, wie die DFB-Elf ihrerseits mit dem Druck umgeht. So viel steht fest: Um nach 1954, 1974 und 1990 zum vierten Mal Weltmeister zu werden, muss das Löw-Team auch im Finale eine Klasseleistung abliefern.

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