Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Doping >

Gewichtheberverband – Verdacht: 130 Dopingproben versteckt

Ex-Präsident beschuldigt  

Gewichtheberverband soll Doingproben versteckt haben

27.09.2020, 14:01 Uhr | sle, t-online

Gewichtheberverband – Verdacht: 130 Dopingproben versteckt. Dopingproben (Symbolbild): Proben sollen über Jahre nicht ausgewertet worden sein.  (Quelle: imago images/INSADCO)

Dopingproben (Symbolbild): Proben sollen über Jahre nicht ausgewertet worden sein. (Quelle: INSADCO/imago images)

Er hat ein System aus Angst und Korruption aufgebaut – der ehemalige Präsident des Gewichtheberverbands Tamas Aján. Jetzt wurden Dopingproben gefunden, die unter seiner Leitung versteckt wurden.

Der internationale Gewichtheberverband IWF soll jahrelang Dopingproben versteckt haben. Wie das Sportportal "Insidethegames" berichtet, geht es um 130 Proben, die den Athleten zwar entnommen, aber danach nicht ausgewertet wurden. Auf manchen dieser Proben fehlte zudem der Name des Sportlers, andere wurden mit einem anderen Datum versehen. 

Korruption und Vertuschung

Mitverantwortlich für die versteckten Proben soll der ehemalige Präsident des IWF, Tamás Aján , sein. Der 81-Jährige war seit 1970 in hohen Führungsebenen des IWF und seit 2000 Präsident. Er trat im April 2020 zurück, nachdem der Druck wegen des Verdachts der Korruption auf ihn wuchs. 

Tamas Aján: Trotz der Vorwürfe wurde er vom IWF zum Ehrenbotschafter ernannte. (Quelle: imago images/Mariana Bazox)Tamas Aján: Trotz der Vorwürfe wurde er vom IWF zum Ehrenbotschafter ernannte. (Quelle: Mariana Bazox/imago images)

Der kanadische Jurist Richard McLaren bestätigte die Vorwürfe nicht nur, sondern legte auch dar, wie Tamás Aján ein System für Dopingvertuschung schaffte. Das ist besonders brisant, da Aján im Vorstand der Wada saß, der Welt-Anti-Doping-Agentur. Richard McLaren, der auch an der Aufdeckung des russischen Staatsdopings beteiligt war, bestätigte bereits im Juni, dass vor den IWF-Weltmeisterschaften 2015, 24 Dopingtests vertuscht wurden. Noch 2017 sagte Tamas Aján in einer Pressemitteilung der Wada: "Wir setzen uns zu 100 Prozent dafür ein, dass unsere Athleten wissen, dass es in unserem Sport keinen Platz für Doping gibt."

IWF will sauber werden

Wo die 130 Dopingproben über die Jahre aufbewahrt wurden, ist nicht bekannt. Auch nicht, wie viele tatsächliche Dopingverstoße dadurch vertuscht wurden. Da die meisten der Proben über zehn Jahre alt sind, sind viele Fälle inzwischen verjährt und können nicht mehr verfolgt werden. 

Der IWF hat nun eine unabhängige Überwachungsgruppe eingesetzt und eine neue Anti-Doping-Kommission soll für einen sauberen Sport sorgen. "Die neue Anti-Doping-Kommission und die unabhängige Überwachungsgruppe der IWF sind wichtige Bestandteile unserer Bemühungen, sauberes Gewichtheben zu fördern und saubere Gewichtheber zu schützen", sagte Ursula Papandrea, die das Amt von Tamás Aján übernommen hatte. 

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal