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Paralympics: FĂŒnf Medaillen, aber noch kein Gold

Von dpa
Aktualisiert am 28.08.2021Lesedauer: 3 Min.
Leon SchÀfer springt in Tokio zur Silbermedaille.
Leon SchÀfer springt in Tokio zur Silbermedaille. (Quelle: Marcus Brandt/dpa./dpa)
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Tokio (dpa) - Leon SchĂ€fer fehlten fĂŒnf Zentimeter zu Gold, Thomas Schmidberger zwei Punkte: Am Samstag holten die deutschen Athleten bei den Paralympics zwar beachtliche fĂŒnf Medaillen, die erhoffte goldene war aber auch am vierten Wettkampftag immer noch nicht dabei.

Dass dem ehemaligen Olympia-Dritten Robert Förstemann im Zeitfahren auf der Radbahn als Guide von Kai Kruse acht Hundertstelsekunden zu Bronze fehlten, passte zum insgesamt unglĂŒcklichen Tag.

Die Medaillen neben den beiden silbernen fĂŒr Weitspringer SchĂ€fer (Leverkusen) und Tischtennisspieler Schmidberger (DĂŒsseldorf) holten Tischtennisspielerin Stephanie Grebe (Berlin), Sprinterin Lindy Ave (Greifswald) ĂŒber 100 Meter und Schwimmerin Verena Schott (Cottbus), die bereits zum zweiten Mal Bronze gewann. Valentin Baus (DĂŒsseldorf) steht im Tischtennis-Finale und probiert in der Nacht zum Sonntag den nĂ€chsten Griff nach Gold.

"Ich bin auf der einen Seite happy mit Silber. Aber der Ärger ĂŒberwiegt", sagte SchĂ€fer, der als Weltrekordler und Weltmeister in die Weitsprungkonkurrenz der Amputierten gegangen war. "Ich bin einfach zu spĂ€t aufgewacht. Ich weiß, dass ich mehr kann. Vielleicht war ich zu entspannt." Am Ende siegte der erst 19 Jahre alte Ntando Mahlangu mit 7,17 Metern und fĂŒnf Zentimetern Vorsprung. "Den hab ich so nicht auf dem Schirm gehabt. Krass", sagt SchĂ€fer. Der SĂŒdafrikaner sprang fast 70 Zentimeter ĂŒber seiner vorherigen Bestleistung, was möglicherweise mit seiner Jugend und der langen Wettkampfpause wĂ€hrend Corona zu erklĂ€ren ist.

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Finalkrimi im Tischtennis

Tom Schmidberger war am Mittag so dicht an Gold dran wie keiner vor ihm. Und wie auch er selbst bei Paralympics noch nie. Doch nach einem echten Krimi im Endspiel durfte wieder einmal Panfeng Feng jubeln. Der Chinese holte durch das 3:2 (11:9, 11:4, 8:11, 4:11, 9:11) das vierte Einzel-Gold bei Paralympics in Folge. Der querschnittsgelÀhmte Schmidberger, 2012 bei der Schlussfeier FahnentrÀger, holte nach Bronze vor neun Jahren zum zweiten Mal Silber.

"Es war knapp, aber es ist eine Niederlage", sagte Schmidberger: "Wenn man ein Finale verliert und wĂ€re superhappy, wĂ€re was falsch. Ich brauch jetzt ein paar Stunden, aber spĂ€testens, wenn ich neben der Medaille einschlafe, bin ich happy." Mannschaftsgold ist jetzt das große Ziel, "aber das war es vorher auch schon."

Grebe scheiterte zwar durch ein 0:3 im Halbfinale gegen die Russin Maliak Aliewa. Ein Spiel um Platz drei wird im Tischtennis nicht ausgespielt. "Ich hatte zwei SatzbĂ€lle im ersten Durchgang. Die hĂ€tte ich nutzen mĂŒssen. Danach bin ich nicht mehr reingekommen", sagte Grebe, die an einer Fehlbildung beider HĂ€nde leidet.

Ärger bei Bahnrad-Duo

Mit leeren HÀnden stand derweil Förstemann da. Und er erschien nachher alleine. Sein Partner Kruse sei "nicht in der Lage, ein Interview zu geben", sagte Förstemann nach der knapp verpassten Bronzemedaille. "Er muss das erst einmal mental verkraften. Das wird harte Arbeit, ihn wieder aufzurichten."

Förstemann hatte dafĂŒr umso mehr Redebedarf. "Wir haben uns den Arsch aufgerissen. Aber man fĂŒhlt sich im Stich gelassen", sagte der gebĂŒrtige ThĂŒringer, der seit 2019 als Guide des sehbehinderten Rostockers Kruse fungiert. "Da sind im Vorfeld einige Dinge schiefgelaufen, die man offen ansprechen und aufarbeiten muss. Das war alles andere als professionell." Förstemann zĂ€hlte einige Dinge auf: "Unser Tandem war vier Kilo schwerer als das der Sieger. WĂ€hrend die schon im Windkanal waren, hatten wir nicht mal ein Rad zum Trainieren. Ich hoffe, dass jetzt alle wachgerĂŒttelt sind."

Mit der eigenen Leistung war der 35-JĂ€hrige, der 2012 in London Olympia-Bronze im Teamsprint gewonnen hatte, zufrieden. "Wir haben uns in zwei Jahren um 3,5 Sekunden verbessert, das ist Wahnsinn." Die Medaille so knapp zu verpassen, tue mehr weh als der um vier Hundertstel verpasste WM-Titel im Teamsprint 2014: "Da hatten wir wenigstens eine Medaille. Schlimmer als heute geht es nicht."

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