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Schach: Deutscher ermittelt zwischen Carlsen und Niemann – heftige Anschuldigungen


Bestätigt: Deutscher ermittelt im Schach-Krimi

Von Florian Vonholdt

Aktualisiert am 06.10.2022Lesedauer: 2 Min.
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Der Norweger Magnus Carlsen (l) sitzt dem US-Amerikaner Hans Niemann in einer Schachpartie gegenüber.
Umstrittene Partie in St. Louis: Der Norweger Magnus Carlsen (l.) sitzt dem US-Amerikaner Hans Niemann gegenüber. (Quelle: Crystal Fuller/Saint Louis Chess Club/dpa/dpa-bilder)
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Nun ist es offiziell: Ein Deutscher wird Teil der Ermittlungskommission im Schach-Skandal. Derweil gibt es weitere heftige Anschuldigungen gegen Niemann.

Der Schach-Krimi zwischen Weltmeister Magnus Carlsen und Hans Niemann ist jetzt ein Fall für die Ermittler. Das bestätigte der Weltschachverband FIDE und benannte drei Mitglieder aus seiner Fairplay-Kommissionen, die sich des größten Schach-Eklats der letzten Jahre annehmen.

In einer Mitteilung hieß es: "Nach den jüngsten Entwicklungen in der Carlsen-Niemann-Kontroverse hat die Fair-Play-Kommission (FPL) der FIDE beschlossen, von Amts wegen ein Untersuchungsgremium einzusetzen. Drei Mitglieder der Kommission werden dieses Gremium bilden, und es wird auch die Möglichkeit haben, externe Experten zu konsultieren, wenn eine Analyse erforderlich ist."

Deventer im Untersuchungsgremium

Die drei für die Untersuchungen auserwählten Personen sind die litauische Schachspielerin und Rechtsanwältin Salomeja Zaksaite, der niederländische Schachspieler Vincent Geeraets und der deutsche Schachschiedsrichter Klaus Deventer.

Was Deventer im Gespräch mit t-online bereits erörtert hatte, bestätigte der Verband nun noch einmal: Es wird nicht nur wegen möglichen Betrugs gegen Niemann ermittelt, sondern auch gegen Weltmeister Carlsen – wegen möglicher Falschaussage.

Der Norweger Carlsen hatte Niemann des Betrugs bezichtigt, aber keine Beweise vorgelegt. Er war nach einer Niederlage gegen Niemann in Saint Louis Anfang September aus dem Turnier ausgestiegen und hatte wenige Wochen später eine Online-Partie gegen den Amerikaner nach nur einem Zug kommentarlos beendet. Niemann hatte seine Unschuld beteuert, bot sogar an, nackt zu spielen.

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Klaus Deventer gehört seit knapp zehn Jahren der Fairplay-Kommission des Weltschachverbandes FIDE an. Seit vergangenem Jahr fungiert er auch als Anti-Cheating-Officer im Deutschen Schachbund. (Quelle: Malte Ossowski/Sven Simon)

Betrug "in mehr als 100 Online-Schachpartien"?

Unterdessen machten weitere Anschuldigungen gegen Niemann die Runde, wonach der Amerikaner in weitaus mehr Partien betrogen haben soll, als bisher angenommen. Wie die Plattform chess.com berichtete, habe der 19-Jährige "wahrscheinlich in mehr als 100 Online-Schachpartien" geschummelt, "einschließlich mehrerer Veranstaltungen mit monetärer Dotierung".

Ein Teil des 20-seitigen Berichts plus Anhängen widmet sich außerdem dem Fortschritt des US-Teenagers am Schachbrett. "Wir bezweifeln nicht, dass Hans ein talentierter Spieler ist, aber wir stellen fest, dass seine Ergebnisse statistisch gesehen außergewöhnlich sind", schrieb chess.com. Die Plattform räumte jedoch ein, dass "unsere statistische Untersuchung keine besonderen Hinweise auf Partien oder Fortschritte" ergeben habe.

Zaksaite aus der FIDE-Kommission bat nach den aufsehenerregenden letzten Wochen in der Verbandsmitteilung um allgemeine Zurückhaltung: "Im besten Interesse der Schachgemeinschaft bitten wir die Öffentlichkeit von Spekulationen über den Ausgang des Verfahrens und mögliche Sanktionen abzusehen, bis alle verfügbaren Fakten berücksichtigt sind und eine ordnungsgemäße Untersuchung abgeschlossen ist."

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Verwendete Quellen
  • Mitteilung der FIDE
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