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Olympia 2021 | Robert Harting: "Lasst nicht zu, dass ihr verblödet"


Lasst nicht zu, dass ihr verblödet

Von Robert Harting

Aktualisiert am 23.07.2021Lesedauer: 3 Min.
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Robert Harting bei seinem Olympiasieg 2012: An der Abschlussfeier in London nahm er trotzdem nicht teil.
Robert Harting bei seinem Olympiasieg 2012: An der Abschlussfeier in London nahm er trotzdem nicht teil. (Quelle: Annegret Hilse/imago-images-bilder)
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Ab diesem Freitag schaut die ganze Welt nach Tokio. Denn mit den Olympischen Spielen beginnt eine Veranstaltung, die einen besorgniserregenden Trend umkehren kann und deshalb dringend gebraucht wird.

Die Olympischen Spiele machen es uns in diesem Jahr leicht. Wir können die DFB-Trikots, die wir nach der EM gerade erst ausgezogen haben, direkt wieder anziehen. Und der Grill ist ja auch noch warm – perfekt. Denn bevor die Spiele in Tokio offiziell eröffnet wurden, hat der Fußball schon längst angefangen.

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Das passt zu meinem Gefühl, dass der Fußball in den vergangenen Jahren alles überstrahlt hat. Die Sportvielfalt in Deutschland ist weg. Und deshalb brauchen wir die Olympischen Spiele. Wir brauchen sie als Inspirationsquelle, als Impuls dafür, über den Tellerrand zu schauen.

Es gibt so viele tolle Sportarten, die zum Teil viel zu unbekannt sind. In Tokio bekommen sie jetzt die nötige Medienpräsenz, die ihnen sonst fehlt. Und mit den Athletinnen und Athleten, die dort im Einsatz sind, kann man sich doch auch besser identifizieren als mit Fußballern. Das sind Menschen von nebenan mit irdischen Problemen. Einige mussten ihre Flüge nach Japan sogar anteilsweise selbst zahlen. Economy statt Business heißt es beim Großteil.

Ich würde den Menschen gerne zurufen: Lasst nicht zu, dass ihr verblödet. Es gibt mehr als nur Fußball. Aber wenn ich nur das verfolge, was sonst so im Fernsehen läuft, werde ich keine Sportvielfalt kennenlernen.

Sportarten wie Fechten benötigen die mediale Aufmerksamkeit durch die Olympischen Spiele.
Sportarten wie Fechten benötigen die mediale Aufmerksamkeit durch die Olympischen Spiele. (Quelle: Beautiful Sports/imago-images-bilder)

Das Interesse an einigen Sportarten ist drastisch gesunken. Genau das können die Olympischen Spiele umkehren.

Warum ich nie bei einer Eröffnungsfeier dabei war

Mit der Eröffnungsfeier wird auch das olympische Gefühl zurückkehren. Dabei kann ich Ihnen eine Sache verraten, die Sie womöglich gar nicht wussten: Ich war noch nie bei einer Eröffnungsfeier dabei. Ich habe zwar drei Olympische Spiele miterlebt, aber den Einlauf am ersten Tag noch nie.


Das liegt nicht daran, dass ich darauf keine Lust hatte. Es lag daran, dass wir Leichtathleten immer eine Woche warten mussten, bis unsere Disziplinen an der Reihe waren. Und die Trainingsbedingungen vor Ort sind nicht so gut wie zu Hause. Daheim auf dem Gelände hat man mehr Ruhe und Zeit. Vor Ort ist das Gewusel groß und man teilt sich die Anlage meistens mit anderen. Deshalb bin ich oft angereist, nachdem die Spiele schon begonnen hatten. Das gilt auch für viele andere Sportler, deren Disziplinen erst später dran sind. Deshalb sind bei so einem Einmarsch fast nur die Athleten dabei, die ihre Entscheidungen am Anfang haben.

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Beim Einmarsch ist Geduld gefragt

Was die TV-Zuschauer bei diesen Eröffnungsfeiern nicht mitbekommen: Die Athleten stehen insgesamt drei bis vier Stunden nur herum und warten. Man muss einige Zeit früher da sein, sich als Team korrekt aufstellen und bis die Show dann losgeht, sind bereits einige Stunden vergangen. Und wenn der Einmarsch dann begonnen hat, geht die Warterei weiter, bis die eigene Nation an der Reihe ist. Es ist also Geduld gefragt.

Die deutsche Mannschaft beim Einlauf der Olympischen Eröffnungsfeier 2016.
Die deutsche Mannschaft beim Einlauf der Olympischen Eröffnungsfeier 2016. (Quelle: Rene Schulz/imago-images-bilder)
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Auch eine Abschlussfeier habe ich noch nie mitgemacht. Man wollte mich 2012 nach meinem Sieg in London als Fahnenträger einspannen, aber mir war das alles zu politisch aufgeladen. Das ist eine Ebene, auf die ich gar keinen Bock hatte. Wäre das per Fan-Abstimmung entschieden worden, hätte ich es gemacht. Aber nicht so.

Eine Nicht-Bewerbung für 2036 wäre peinlich und feige

Eine olympische Eröffnungs- und eine Abschlussfeier im Jahr 2036 würde ich aber gerne mitmachen – in Berlin. Denn diese Sommerspiele müssen 100 Jahre nach den Nazi-Spielen unbedingt in die deutsche Hauptstadt. Wenn man rund um den Globus einmal kurz nachdenkt, ist es die weltpolitische Aufgabe des IOC, die Spiele nach Berlin zu vergeben.

Die Welt kommt an einem Ort zusammen, an dem sie vor 100 Jahren nie hätte sein dürfen.

Wenn es nach Robert Harting geht, finden hier im Berliner Olympiastadion die Spiele 2036 statt.
Wenn es nach Robert Harting geht, finden hier im Berliner Olympiastadion die Spiele 2036 statt. (Quelle: Schöning/imago-images-bilder)

Deutschland kann zeigen, was es seitdem erreicht hat. Wie es sich weiterentwickelt hat. All die Errungenschaften, sei es das politische System, die Einigkeit oder die Vielfalt in Leistungsträgerschichten – all das würde man wegwerfen.

Dass sich die entscheidenden Personen im deutschen Sport gegen eine Bewerbung sträuben, finde ich peinlich und feige. Dabei würden die Olympische Spiele auch der Stadt so viele Chancen bieten.

Wichtig ist, die Bürger miteinzubeziehen. Man könnte sie abstimmen lassen, wie die Infrastruktur in Berlin verbessert werden soll. Wo braucht es mehr Kitas, eine neue Bahnstation oder einen größeren Fahrradweg? So begeistert man auch die Menschen dafür und bekommt ihre Unterstützung. Denn auch hier gilt: Olympia funktioniert nur zusammen.

Und wir müssen alles dafür tun, dass die Spiele in Berlin stattfinden. Denn Olympia 2036 in einer anderen Stadt ist für mich undenkbar.

Robert Harting ist eins der bekanntesten Gesichter der deutschen Leichtathletikgeschichte. Der gebürtige Cottbuser ist mehrfacher Welt- und Europameister im Diskuswurf und krönte seine Karriere mit dem Olympiasieg in London 2012. Heute berät der 36-Jährige Unternehmen und Athleten mit seiner datengetriebenen Sportwerbeagentur "brandstalentsrights".

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