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Johannes Vetter rechnet nach Schock-Aus mit Boden ab: "Es ist tödlich"


Gold-Hoffnung geplatzt  

"Es ist tödlich": Vetter sieht im Boden Schuld für Debakel

07.08.2021, 17:09 Uhr
Johannes Vetter rechnet nach Schock-Aus mit Boden ab: "Es ist tödlich". Johannes Vetter: Der Deutsche wurde in Tokio ausgebremst.  (Quelle: imago images/Moritz Müller)

Johannes Vetter: Der Deutsche wurde in Tokio ausgebremst. (Quelle: Moritz Müller/imago images)

Vorbei. Traum geplatzt. Für Johannes Vetter war beim Olympia-Finale nach den ersten drei Würfen Schluss. Der Speerwerfer kam mit dem Belag nicht zurecht  und rechnete danach mit den Bedingungen vor Ort ab.

90-Meter-Werfer Johannes Vetter ist im Speerwurf-Finale der Olympischen Spiele mit 82,52 Metern gescheitert. Nach drei Würfen war Schluss und Vetter fertig mit den Nerven. Er schaute gequält, war verärgert und wusste auch gleich woran es lag: am Bodenbelag. 

Bereits im zweiten Versuch wurde deutlich, dass die Bedingungen für Vetter nicht optimal sind. Er lief an, rutschte weg, musste sich abrollen und schaffte keine gültige Weite. Der Sturz sah übel aus. "Ich bin eigentlich keiner, der Ausreden sucht, weil ich – bis auf den Belag – keine finden kann. Mir geht es gut, ich bin gesund. Selbst nach dem zweiten Versuch, was an ein Wunder grenzt. Es ist enttäuschend und schade, dass die Beläge nicht standardisiert sind für alle Werfer."

Die Würfe von Johannes Vetter sehen Sie in unserem Video oben oder hier.

Vetter: "Es ist tödlich"  

"Ich kann mir nicht viel vorwerfen", fügte er mit Nachdruck und sichtlich verärgert hinzu. "Der Belag ist gut für olympische Rekorde und Weltrekorde auf der Laufbahn. Aber für einen Speerwerfer wie mich, der ein bisschen härter über die Ferse stemmt, ist es tödlich", sagte Vetter. "Man kann nicht viel machen. Wir haben ständig versucht, die Technik an den Boden anzupassen. Es ist zum Kotzen, dass man da machtlos ist." 

Doch was genau unterscheidet den Boden in Tokio von dem Mondo-Belag in Deutschland? "Der Belag hat eine dünne Oberschicht. In der zweiten Schicht sind so eine Art Blasen drin, wie bei einer Bienenwabe. Ansonsten ist er durchgängig, da steht man", führte Vetter aus und machte besagte Schwierigkeiten an einer Stelle besonders deutlich: "Schaut euch einmal den zweiten Versuch an und nehmt eine Brechtüte mit." 

Vetter ringt auch nach einer Stunde noch um Fassung

Aufgrund des beschriebenen Belags tauschte er im Wettkampfs sogar die Spikesnägel, was aber auch nicht half. Doch nicht alle Werfer hatten Probleme. Außenseiter Julian Weber belegte den vierten Platz. Laut Vetter lag das an der komplett anderen Technik vieler Konkurrenten, die nicht über die Ferse stemmten. "Die sind limitiert in ihren Weiten, haben zwischen 85 und 87 Meter geworfen. Das ist für mich keine Weite", so Vetter, der zuletzt konstant über 90 Meter geworfen hatte. Auch gut eine Stunde nach dem Wettbewerb, rang er in einer Journalistenrunde, in der auch t-online anwesend war, sichtlich um Fassung. 

Die sechs Wettkämpfe der weiteren Saison will er trotzdem durchziehen. Der Mann, dessen Medaille als sicher galt, muss nun mit leeren Händen abreisen. Doch er gibt nicht auf: "Ich muss Gott sei Dank nur noch drei Jahre auf die nächsten Spiele warten." Dann ging er mit hängendem Kopf aus dem Stadion.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtung

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