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Katar-Kritikerin Klaveness: Hilfe "von höchster Wichtigkeit"

Von dpa
Aktualisiert am 12.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Bauarbeiter im Lusail-Stadion in Katar.
Bauarbeiter im Lusail-Stadion in Katar. (Quelle: Hassan Ammar/AP/dpa/Archiv./dpa)
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Berlin (dpa) - Bei der Einrichtung eines Hilfsfonds für die Opfer auf den WM-Baustellen in Katar und deren Angehörige werden die Fußball-Verbände Norwegens und Deutschlands aktiv zusammenarbeiten. Das kündigte die norwegische Verbandschefin Lise Klaveness in einem "Sportschau"-Interview an.

Sie habe sich mit dem DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf in einem Telefonat über eine Kooperation verständigt. Ziel sei die Gründung eines "Migrant Workers' Center" und eine Entschädigung für die Opferfamilien.

Sie sei sich mit Neuendorf einig, dass der geplante Hilfsfonds "von höchster Wichtigkeit" sei, betonte die 40-Jährige, die auf dem FIFA-Kongress Ende März in Doha deutliche Kritik am Weltverband und am WM-Ausrichter Katar geübt hatte. "Wir werden dies gemeinsam angehen", sagte Klaveness. Es solle sicher gestellt werden, "dass Familien von getöteten und verletzten Arbeitern angemessen entschädigt werden".

Katar, Ende des Jahres Gastland der Fußball-WM, steht seit Jahren wegen der Menschenrechtslage und der Bedingungen für ausländische Arbeiter in der Kritik. Klaveness appellierte an die Verantwortung der Verbände. Der internationale Fußball müsse dringend mehr für Werte einstehen, forderte sie. Es gehe grundsätzlich auch um Demokratie, Transparenz oder Herausforderungen wie die Super-League-Pläne einiger europäischer Großclubs.

"Dafür ist es wichtig, dass wir Allianzen mit mehreren Verbänden bilden und als Wächter agieren. Wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden und überfällige Grundsatzdebatten voranbringen", sagte die Norwegerin. Deutschland als wichtige Fußballnation habe dabei eine bedeutende Rolle.

Dass sich auch der DFB für einen Katar-Hilfsfonds engagieren würde, hatte Neuendorf bereits am vorigen Samstag im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF angekündigt. "Ich würde das unterstützen", sagte der neue DFB-Chef. In erster Linie sei aber jetzt die FIFA gefragt.

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