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Terence Hill im Interview: "Bud Spencer hat mich immer beschützt"

Schausspiellegende Terence Hill  

"Bud Spencer hat mich immer beschützt"

Von Elke Habekost

23.08.2018, 11:45 Uhr
Terence Hill im Interview: "Bud Spencer hat mich immer beschützt". Freunde und Kollegen: Bud Spencer und Terence Hill standen für viele Filme gemeinsam vor der Kamera. (Quelle: imago images/Vincenzo Landi Arc)

Freunde und Kollegen: Bud Spencer und Terence Hill standen für viele Filme gemeinsam vor der Kamera. (Quelle: Vincenzo Landi Arc/imago images)

Mit 79 Jahren will es Terence Hill noch einmal wissen und bringt mit "Mein Name ist Somebody" einen neuen Film ins Kino. Im Gespräch mit t-online.de hat der Schauspieler sein Leben Revue passieren lassen.

Seine Füße stecken in Cowboystiefeln, auf den blonden Haaren trägt er ein Baseballcap und die blauen Augen, mit denen Terence Hill einst zum Frauenschwarm wurde, strahlen einen freundlich an. Als t-online.de die Schauspiellegende zum Interview im Berliner "Hotel Adlon" trifft, wirkt der gebürtige Italiener entspannt, zufrieden, mit sich selbst im Reinen. Klar, die Zeit hat auch vor ihm nicht haltgemacht, doch dass dieser Mann schon 79 ist, kann man wirklich kaum glauben.

Interview mit einer Legende: Terence Hill mit t-online.de-Redakteurin Elke Habekost in Berlin. (Quelle: t-online.de)Interview mit einer Legende: Terence Hill mit t-online.de-Redakteurin Elke Habekost in Berlin. (Quelle: t-online.de)

Aber der Schauspieler gibt sich zurückhaltend. Seine Jugendlichkeit habe er den guten Genen seines Vaters zu verdanken. Er würde sich auch selbst nicht als Helden einer ganzen Generation bezeichnen, erklärt Terence Hill bescheiden. Viel mehr sei er der beste Freund seiner Fans. Wenn er spricht, ist es nicht etwa auf Englisch oder Italienisch. Nein, er plaudert auf Deutsch, der Sprache seiner Mutter – und das ziemlich gut.

"Alle hatten Angst"

Mit ihr und seinem Vater wohnte er die ersten Jahre seines Lebens in der Nähe von Dresden, bekam den Zweiten Weltkrieg damals am eigenen Leib mit. Der Gedanke daran macht dem Schauspieler auch heute noch zu schaffen. "Ich erinnere mich an Bomben und einen Keller. Alle hatten Angst. Man kann sich nicht vorstellen, was eine Bombe mit einem Kind anrichtet, selbst, wenn es äußerlich nicht verletzt wird", erzählt Terence Hill mit ruhiger Stimme. "Ich hatte Albträume, bis ich etwa 30 war. Diese Erfahrung prägt fürs Leben. Und ich habe das Gefühl, die Kriege sind heute noch schlimmer geworden."

Doch nicht nur der Krieg hat den Schauspieler nachhaltig geprägt und bewegt. Auch die Freundschaft zu Bud Spencer war ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Das merkt man besonders, wenn der 79-Jährige über seinen verstorbenen Kumpel spricht. Seine Stimme klingt dann anders. Nachdenklicher, ein wenig wehmütig und doch ist er froh über alles, was die beiden zusammen erleben durften, bevor Bud Spencer am 27. Juni 2016 starb. Einen Tag, den Terence Hill nie vergessen wird. 

Kult-Duo: Bud Spencer und Terence Hill in "Vier Fäuste für ein Halleluja". (Quelle: imago images/United Archives)Kult-Duo: Bud Spencer und Terence Hill in "Vier Fäuste für ein Halleluja". (Quelle: United Archives/imago images)

"Hier habe ich ihn das erste Mal getroffen und hier hat es geendet"

"Als wir im Sommer 2016 einen Drehort für 'Mein Name ist Somebody' gesucht haben, kamen wir auch in die spanische Wüste bei Almeria. Dort hatten Bud und ich uns 1967 bei den Dreharbeiten zu 'Gott vergibt … Django nie!' kennengelernt", erinnert sich Terence Hill. Als der Schauspieler dort stand und darüber nachdachte, ob er den richtigen Ort für seinen neuen Film gefunden hätte, klingelte sein Telefon. "Der Sohn von Bud Spencer war dran und sagte mir, dass sein Vater gestorben sei. Natürlich war ich sehr traurig, aber später war ich auf irgendeine Art und Weise auch froh. Ich habe das erst nicht richtig verstanden. Aber dann wusste ich: Das muss unser Drehort werden. Mir wurde klar: Hier habe ich Bud Spencer das erste Mal getroffen und hier hat es geendet."

An seinen langjährigen Freund und Filmpartner hat Terence Hill durchweg positive Erinnerungen, die er gerne mit der Welt teilt. "Wir waren sehr gute Freunde. Er hat mich immer für einen Perfektionisten gehalten, weil er vieles eher locker sah und seinem Instinkt folgte. Er war ein sehr intelligenter Mann", schwärmt der "Mein Name ist Somebody"-Star. "Er war wie mein großer Bruder, er hat mich immer beschützt und mich gefordert. Er konnte nie still sitzen, er hatte immer was vor", erzählt der 79-Jährige schmunzelnd. "Als wir 'Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle' gedreht haben, sagte er danach: 'Oh, fliegen ist schön, ich möchte das unbedingt lernen.' Danach wollte er unbedingt einen Helikopterführerschein machen. Seine Frau hat immer gesagt, sie hätte das Gefühl, ihn festhalten zu müssen, bevor ihm wieder irgendeine Idee kommt."

Standen für viele Filme gemeinsam vor der Kamera: Terence Hill und Bud Spencer. (Quelle: imago)Standen für viele Filme gemeinsam vor der Kamera: Terence Hill und Bud Spencer. (Quelle: imago)

"Ich glaube, Bud Spencer wäre stolz auf mich"

Auch über seine eigene Frau spricht Terence Hill, als t-online.de ihn nach dem Geheimnis seiner Liebe fragt. Schließlich sind der Schauspieler und Lori Hill bereits seit 1967 verheiratet. Warum es immer noch klappt? "Ich treffe meine Entscheidungen sehr impulsiv und aus dem Bauch heraus und manchmal muss man eher dem Herzen folgen, als zu viel auf den Kopf zu hören und nachzudenken. Bei mir ist das zumindest so."

Mit seinem neuen Film "Mein Name ist Somebody" kehrt Terence Hill, der gebürtig Mario Girotti heißt, heute aber nur noch von seinen Brüdern so genannt wird, nach 20 Jahren auf die große Kinoleinwand zurück. "Ich glaube, Bud Spencer wäre stolz auf mich", betont der 79-Jährige. 


Vielleicht werde er eines Tages auch noch in die Fußstapfen seines Freundes und Kollegen treten und selbst eine Autobiografie schreiben, verrät Terence Hill. "Ich habe viel zu erzählen", sagt er und lacht. Und das glaubt man ihm aufs Wort.

Denn auch, wenn der Schauspieler im kommenden März seinen 80. Geburtstag feiert – stoppen lassen will sich der Motorradfan deshalb noch lange nicht. 

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