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Robert Redford in "Ein Gauner & Gentleman"

Robert Redford in "Ein Gauner & Gentleman"  

"Mir geht es einfach nur ums Leben"

28.03.2019, 10:38 Uhr | Romy Wötzel

Robert Redford in "Ein Gauner & Gentleman". "Ein Gauner & Gentleman": Robert Redford als "Forrest Tucker". (Quelle: 2018 Eric Zachanowich DCM)

"Ein Gauner & Gentleman": Robert Redford als "Forrest Tucker". (Quelle: 2018 Eric Zachanowich DCM)

In den meisten Filmen sind Bankräuber maskiert, ungehobelt und brutal: Ganz anders Forrest Tucker, denn der ist "Ein Gauner & Gentleman" und wird zudem von Robert Redford gespielt. In seiner vielleicht letzten Filmrolle zeigt der Hollywoodschauspieler noch einmal, warum er eine große Fangemeinde hat.

Der 70-jährige Forrest Tucker (Robert Redford) überfällt Banken wie am Fließband und dies immer so, dass niemand zu Schaden kommt. Fast im Wochentakt raubt er im Jahr 1981 zusammen mit zwei Komplizen Geldinstitute aus. Dabei geht er so diskret vor, dass selbst anwesende Polizisten wie John Hunt (Casey Affleck) den Überfall nicht bemerken. Letzterer ist als depressiv veranlagter 40-Jähriger eher phlegmatisch, klemmt sich dann aber doch als Einziger richtig hinter den Fall, um die „Altherrengang“ dingfest zu machen. Er kommt nicht nur Tucker schnell auf die Spur, sondern wird durch ihn auch aus seiner Lethargie gerissen.

Gangsterfilm, Liebesgeschichte und ein Hoch auf das Leben

Statt ellenlanger Verfolgungsjagden, Schießereien am Stück oder schneller Schnitte kommt "Ein Gauner & Gentleman" – wie aus der Zeit gefallen –extrem ruhig daher. Das Schmieden von raffinierten Überfallplänen? Fehlanzeige. Der Film lebt ganz von seinem Hauptakteur. Redford fesselt wie eh und je mit seinem Charme. Würde man seinem Gesicht die Spuren der Jahrzehnte nicht ansehen, könnte man sein Alter kaum glauben, so viel Lebensfreude versprühen seine Augen. Ganz nebenbei entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte mit Jewel (Sissy Spacek), die erst nach und nach erfährt, was ihr Verehrer auf dem Kerbholz hat. Zwei freiheitsliebende Seelen, die sich auch nach dem Kennenlernen und beim Philosophieren über das Leben noch herrlich altmodisch siezen.

Sissy Spacek als "Jewel" und Robert Redford als "Forrest Tucker". (Quelle:  Eric Zachanowich DCM)Sissy Spacek als "Jewel" und Robert Redford als "Forrest Tucker". (Quelle: Eric Zachanowich DCM)

Egal ob er flunkert, egal ob er diskret seine Waffe zieht, man kann diesem Forrest Tucker einfach nicht böse sein. Mit seiner höflichen Art wickelt er jeden und jede um seinen Finger. Schnell wird klar, dass der Mann nicht um des Geldes willen zum Gentlemanverbrecher wird, sondern weil es ihm um den Kick geht – nicht umsonst hat er 16 Ausbrüche auf seinem Kriminellenkonto stehen. "Mir geht es einfach nur ums Leben": So viel Lebenslust erinnert ein wenig an "Harold und Maude", wenngleich die Geschichte und Figurenkonstellation natürlich eine völlig andere ist.


Humor ist hier, wenn man leise lacht

Nicht nur wegen Robert Redford macht es Spaß, den Film anzuschauen. Er ist voll von versteckten Verweisen und leiser Situationskomik. Der Nachname von Ermittler Hunt bedeutet im englischen Jagen. Gegen Ende taucht eine Szene mit Robert Redford aus einem seiner früheren Spielfilme auf (wenn Sie wissen aus welchem Film, schreiben Sie es mir) und dass Forrest Tucker mehrfach betont, dass Reiten lernen auf seiner Liste steht, lässt Kenner von "Der Pferdeflüsterer" besonders schmunzeln. Trotz seines langsamen Erzählflusses wirkt "Ein Gauner & Gentleman" nie langweilig, denn immer wieder gibt es überraschende Wendungen. Das Highlight ist die Toilettenszene. Mehr sei aber an dieser Stelle nicht verraten. Verpassen Sie auf keinen Fall den amüsanten Schluss. Ich jedenfalls bin mit einem Lächeln aus dem Kino gegangen.

"Ein Gauner & Gentleman" läuft ab dem 28. März 2019 im Kino. 

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