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Keanu Reeves: China cancelt Hollywoodstar nach Tibet-Gedicht


War ein Gedicht Auslöser?
China cancelt Hollywoodstar Keanu Reeves

Von dpa, t-online, sow

26.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Keanu Reeves: Der Hollywoodstar ist für seine klaren Botschaften bekannt und berüchtigt. China scheint das nicht zu gefallen.Vergrößern des BildesKeanu Reeves: Der Hollywoodstar ist für seine klaren Botschaften bekannt und berüchtigt. China scheint das nicht zu gefallen. (Quelle: Jason Kempin/Getty Images)
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Regime gnadenlos: In China versteht die Führung keinen Spaß, wenn es um politische Äußerungen geht. Das bekommt nun auch Keanu Reeves zu spüren. Der "Matrix"-Star wurde verbannt.

So schnell kann es gehen. Ein falsches Wort und zack: Schon weg vom Fenster. Jedenfalls vom Streaming-Fenster. Denn Filme und Produktionen mit Keanu Reeves sind laut übereinstimmenden Medienberichten in China nicht mehr auffindbar.

Der Hollywoodstar wurde von allen großen Videoplattformen in China gestrichen. "Matrix" oder "Speed" waren am Samstag bei dem größten Dienst Iqiyi von Baidu oder bei QQ-Video von Tencent nicht mehr zu finden. Chinas Zensur hat offensichtlich Anstoß an seinem Auftritt bei einem Konzert der New Yorker Organisation Tibet House genommen. Dahinter steht der Dalai Lama, das im Exil lebende religiöse Oberhaupt der Tibeter, dem Peking Separatismus unterstellt.

Keanu Reeves fällt wegen Gedicht in Ungnade

So ergab die Suche nach Reeves chinesischem Namen "Jinu Liweisi" auf Iqiyi keine Treffer mehr: "Einige Ergebnisse werden wegen betreffender Gesetze, Vorschriften und Politik nicht angezeigt", folgte auf einen Hinweis, dass die Suche "leider" keine Resultate ergeben habe. Dass der 57-Jährige bei Chinas Zensur derart in Ungnade fällt, verheißt nichts Gutes für künftige Filmprojekte des Stars in Hollywood. Produktionsfirmen schneidern neue Streifen zunehmend gezielt auf den größten Filmmarkt der Welt in China zu, wo aber politische Stellen entscheiden, was in die Kinos darf.


Wer die Anweisung gegeben hat, Reeves aus China zu verbannen, ist unklar. "Das System ist so undurchsichtig, dass es ziemlich unmöglich ist, genau zu bestimmen, welche Behörde oder Person verantwortlich ist", sagte Zensur-Experte Alex Yu von der US-Organisation "China Digital Times" der "Los Angeles Times", die als Erstes darüber berichtet hatte. Reeves hatte bei dem wegen Corona wieder nur online stattgefundenen Konzert am 3. März ein Gedicht vorgelesen. Damit hatte der Schauspieler seine Unterstützung für Tibet-Aktivisten signalisiert.

Wegen ihrer Sympathie für den Dalai Lama oder ihres Engagements für Tibet waren auch schon Hollywoodstars wie Richard Gere und Lady Gaga im kommunistischen China in Ungnade gefallen. Wie die Uiguren im benachbarten Xinjiang fühlen sich viele Tibeter von den herrschenden Chinesen politisch, kulturell und wirtschaftlich unterdrückt. Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1949 in Peking und dem Einmarsch der Volksbefreiungsarmee 1950 in Tibet hatte sich die Volksrepublik das Hochland als autonome Region einverleibt.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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