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Revolverheld-Sänger: "Wir haben gut auf Corona reagiert"

Von Sebastian Berning

Aktualisiert am 27.11.2020Lesedauer: 5 Min.
Johannes Strate bei einem Autokino-Konzert im Sommer: Der Sänger der Band Revolverheld spricht im Interview über seine Corona-Erfahrungen.
Johannes Strate bei einem Autokino-Konzert im Sommer: Der Sänger der Band Revolverheld spricht im Interview über seine Corona-Erfahrungen. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)
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Sie zählen zu den erfolgreichsten Bands des Landes, doch auch die Jungs von Revolverheld spüren die Auswirkungen von Corona. Im t-online-Interview spricht Johannes Strate über Streaming, Home-Schooling und seine Familie.

Selbst große Bands wie Revolverheld straucheln wegen der Corona-Pandemie. Wenig Kontakt untereinander und auch keine Möglichkeit für Konzerte zehren an der Band. Immerhin Musik können die Rocker aus dem Home Office machen.


Die Legenden der Rockmusik

Ray Charles: Er war das Allround-Genie, das es verstand, Perfektion mit Seele zu verbinden.
Ike & Tina Turner: Das Paar war in den Sechzigern und frühen Siebzigern als Duo erfolgreich. Ende der Siebziger verließ Tina Turner ihren Mann, der ihr gewalttätig war. 1978 wurde die Ehe geschieden. Die Sängerin feierte später als Solokünstlerin riesige Erfolge. Ike Turner starb 2007.
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t-online: Vor zwei Jahren erschien Ihr letztes Album. Mit "Leichter" haben Sie im Herbst eine neue Single veröffentlicht, die jetzt auch als MTV-Unplugged-Song erschienen ist. Folgt da dann auch eine Platte?

Johannes Strate: Das wissen wir noch gar nicht. Es ist ja so, dass die Musikindustrie sich in den letzten fünf Jahren revolutioniert hat. Durch Streaming ist alles anders und Künstler wie eine Dua Lipa veröffentlicht einfach fünf, sechs Songs ohne, dass da ein Album kommt. Wir als Revolverheld sind schon fast Dinosaurier und kommen aus einer Zeit, wo nach einer Single ein Album kommt. Aktuell wissen wir nicht, wie wir es machen wollen. Es ging uns erst einmal darum diesen Song rauszubringen, weil er sich für uns sehr gut angefühlt hat.

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Fällt es Ihnen als Dino schwer mit dieser neuen Industrie klarzukommen?

Ich finde es eigentlich sehr befreiend. Es gibt nicht mehr die Gesetzmäßigkeit, dass man eine Single veröffentlicht und dann folgt ein Album. Das waren die Regeln der Promotion. Jetzt kann man einfach von heute auf morgen ein einzelnes Lied veröffentlichen. Das muss mit dem sonstigen Schaffen, was zuvor oder danach veröffentlicht wird, nicht einmal was zu tun haben.

Ist "Leichter" eigentlich im ersten Lockdown entstanden?

Wir arbeiten seit gut einem Jahr an neuer Musik. Wir haben auch schon einiges in Berlin und Wien aufgenommen. Dann kam der Lockdown und wir haben alle in unseren Heimstudios, jeder für sich selbst, gearbeitet und uns die Ideen hin- und hergeschickt. Home Office geht mittlerweile auch in der Musik. (lacht)

Was macht das Home Office mit Ihnen als Band? Im Proberaum rocken geht aktuell ja nicht so gut...

Das ist total verrückt! Hätte mir das jemand vor 20 Jahren gesagt, dass man so Musik aufnehmen kann, hätte ich ihm das nie geglaubt. Ich versuche flexibel zu sein. Wir jammen eh wenig im Proberaum. Meist ist es so, dass Kris (Hünecke, Revolverheld-Gitarrist, d. Red.) oder ich eine Idee haben, die wird erst einmal ausformuliert und dann treffen wir uns mit den anderen. Wir haben im Lockdown gemerkt, dass wir auch so Musik produzieren können.

Johannes Strate: Der Sänger ist Vater eines siebenjährigen Sohnes.
Johannes Strate: Der Sänger ist Vater eines siebenjährigen Sohnes. (Quelle: Benedikt Schnermann)

Wie oft konnten Sie sich denn treffen? Oder gab es beispielsweise jeden Mittwoch um 18 Uhr einen Zoom-Call?

Genau so. Wir haben uns nicht persönlich getroffen. Wir waren da konsequent. Face-to-face habe ich nur meine Familie gesehen. Wir hatten tatsächlich dienstags und freitags einen Termin für den Video-Call eingestellt. Gerade in der ersten Hochphase haben wir uns lange nicht in echt gesehen. Aber das war auf Dauer komisch. Dann haben wir uns jeden Montag im Park zum Spazierengehen getroffen. Da hatte jeder einen Kaffee in der Hand und wir sind mit genug Abstand durch die Gegend gelaufen.

Was macht denn die aktuelle Ungewissheit was Konzerte angeht mit einer Rockband?

Klar, wir sind 18 Jahre regelmäßig aufgetreten und das lief auch gut für uns. Ich habe keine Panik wegen der Zukunft, aber es ist traurig, wenn man ein Jahr keine Konzerte spielt. Noch trauriger ist es aber für unsere Crew, Leute, mit denen wir arbeiten und die Solo-Selbstständigen. Ich kann ja zur Not noch Songs schreiben und daheim aufnehmen, aber diese Branche kann ohne Konzerte kein Geld verdienen. Da hängen ja Existenzen und Familien dran.

Konnten Sie Ihrer Crew helfen?

Wir haben im Sommer einige Autokino-Konzerte gespielt und waren mit großem Besteck unterwegs, hatten also so viele Leute wie möglich mit. Wir als Band haben damit eigentlich nichts verdient, aber unsere Crew – das sind etwa 20 Leute – hatten dadurch Arbeit.

Revolverheld live bei einem Autokonzert an der Messe Erfurt.
Revolverheld live bei einem Autokonzert an der Messe Erfurt. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

Vorhin sagten Sie, dass Sie eigentlich nur direkten Kontakt mit Ihrer Familie hatten. Wie haben Sie denn die letzten Monate empfunden?

Als Land haben wir gut reagiert. Das ist eine Stärke von uns Deutschen: Wir Deutschen sind rational und wenn wir etwas verstehen, dann halten wir uns auch daran. Meine Freundin hat zwei Klamottenläden und musste im ersten Lockdown auf Onlinehandel umstellen. Ich habe mich daher viel um unseren Sohn gekümmert, habe Home-Schooling gemacht oder mit ihm schöne Ausflüge unternommen.

Wie lief es im Lockdown denn mit dem Home-Schooling? Da hat man ja viele Horrorgeschichten gehört...

Ach, eigentlich ganz gut. Mein Sohn hat zwei liebe Lehrerinnen, die auch mal Gartenbesuche gemacht haben. Das war schon sehr niedlich. Aber die Schule war überhaupt nicht auf so eine Situation vorbereitet. Es wurde viel mit kopierten Zetteln gearbeitet. Ich kam mir vor, wie in den Achtzigerjahren. Da war nichts digital. Da hat man gemerkt, dass das Thema Digitalisierung von der Koalition eher stiefmütterlich behandelt wird. Es gab viele Mahner, aber jetzt sieht man, dass das Schulsystem ad absurdum geführt wird. Da wird seit 20 Jahren von gesprochen und man denkt sich einfach nur: "Ja, dann macht mal!"

Sie wirken nicht sehr optimistisch, was die Digitalisierung des Schulsystems angeht…

Bei uns Deutschen gilt der Leitspruch "Never change a running system". Egal, ob es Neuerungen gibt oder nicht. Beispiel 5G etwa: Jahrelang hat alles gut geklappt und alles soll besser beim Alten bleiben. Der Deutsche ist an Neuerungen nicht interessiert. Im Privatsektor klappt alles, auf staatlicher Ebene versagen wir. In Skandinavien etwa wird deutlich mehr probiert.

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Wie haben Sie Ihrem Sohn im Grundschulalter die Pandemie und die Änderungen im Alltag erklärt? Das ist ja selbst für viele Erwachsene nur schwer zu begreifen.

Mein Sohn ist sieben und hat das mit den Viren, die man nicht einatmen soll, schon gut verstanden. Für ihn war es anfangs schräg, wenn er Menschen mit Atemmasken auf der Straße gesehen hat. Im Lockdown hat es ihn aber viel trauriger gemacht, dass er seine Freunde nicht treffen konnte. Wir haben ihm versucht zu erklären, was ein Virus ist und das hat er echt gut begriffen.

Wie haben Sie da Abhilfe für Ihren Jungen geschaffen? Zoom-Calls mit den Freunden, wie Sie mit der Band?

Die Kids haben sich per Face Time miteinander verbunden und konnten so ein bisschen miteinander quatschen. Auch mit seinen Großeltern hatten wir da einen festen Termin, wo man miteinander übers Handy spricht. Meine Eltern sind beide Lehrer und konnten ihm also auch mit den Hausaufgaben helfen. Das passte ganz gut. (lacht) Oma hat ihm bei Mathe geholfen, Opa bei Deutsch. So ist auch der Kontakt nicht abgebrochen.

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Von Nils Kögler
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