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Der Soundtrack des Weihnachtsfests

Von Sebastian Berning

Aktualisiert am 18.12.2020Lesedauer: 5 Min.
Robbie Williams: Der Popstar wird ganz besinnlich. Naja, fast.
Robbie Williams: Der Popstar wird ganz besinnlich. Naja, fast. (Quelle: imago images / Pacific Press Agency)
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t-online hat offene Ohren fĂŒr die wichtigsten Alben der Woche und gibt Ihnen Musiktipps. Und das sind jetzt Weihnachtsalben! Welche sich gut bei Ihnen machen könnten, verraten wir Ihnen. Und die neue Paul McCartney gibt's noch obendrauf.

Wenn Sie mal wieder richtig Lust auf neue Sounds haben, Ihnen aber die Zeit fehlt, sich durch die Veröffentlichungen der Woche zu hören, stimmt t-online Sie mit der wöchentlichen Rubrik "Schon gehört?" ein. Diese Woche ganz im Zeichen der anstehenden Festtage.

Robbie Williams – The Christmas Present

(Quelle: Sony Music)

Teenies in den 90ern zum Kreischen bringen? Konnte er. Smarten Pop? Klar! Songs zum Schmusen? "Feel"? "Angels"? Siehste, kann er. Aber kann Robbie Williams auch Weihnachten? Wenn man ihn machen lÀsst, schon. Der ehemalige SÀnger von Take That hat 2019 mit "The Christmas Present" ein weihnachtliches Album aufgenommen, welches gar nicht soooo besinnlich ist.

Popsongs, der eine oder andere Klassiker neuinterpretiert, fast schon wilde Nummern wie die Suff-Hymne "Bad Sharon". Das fetzt mehr als Michael BublĂ© und lĂ€sst sich noch immer gut hören, wenn die ersten GĂ€ste im Haus sind. Das sind dieses Jahr nicht so viele, aber auch im kleinsten Kreis kann mit genug Abstand in der Luft zugeprostet werden. Besagtes "Bad Sharon" etwa ist dafĂŒr eine geeignete Nummer. Und mal ehrlich: Es muss ja nicht immer "Stille Nacht", "Last Christmas" und "Jingle Bells" sein.

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Helene Fischer – Weihnachten

(Quelle: Universal Music)

Muss man noch viele Worte ĂŒber dieses Werk verlieren? In deutschen Wohnzimmern gehört Helene Fischer dank Weihnachtsalben und Weihnachtssendung genauso zum Fest dazu wie der Tannenbaum. FĂŒnf Jahre ist es her, dass die Schlagerqueen 18 Klassiker aufgenommen hat.

Und so gefĂŒhlvoll, teilweise abartig kitschig, sang Helene nur selten. UnterstĂŒtzt wurde sie dabei vom Royal Philharmonic Orchestra. "Stille Nacht, heilige Nacht" – Sie haben es selten so emotional gehört wie auf diesem Album. "Ihr Kinderlein, kommet" muss doch genau fĂŒr ihre Stimme geschrieben worden sein. "O Tannenbaum" – Sie wollen es nach diesen zweieinhalb Minuten nie wieder von jemand anderem hören. "Weihnachten" ist wohl das Festtagsalbum der Nation. Die Verkaufszahlen belegen es.

Michael BublĂ© – Christmas

(Quelle: Warner Music)

Ein moderner Klassiker. Das muss man sich mal vorstellen: Mehr als zwölf Millionen CDs wurden von "Christmas" verkauft. Also hören deutlich mehr Menschen Michael Bublé irgendwann in der Weihnachtszeit. Der oft gefÀllige und immer massentaugliche Swing-Sound des SÀngers passt allerdings super zum Mainstream-Event namens Weihnachten.

Alles was das popkulturelle Amerika zu bieten hat, hat der kanadische SĂ€nger mit seinem glatten Swing ummantelt. Das klingt jetzt etwas abwertend, aber wer will zum Fest schon anspruchsvolles Zeug wie Pink Floyd, Yes oder Frank Zappa hören? Eben. Zur Beschallung zum Weihnachtsessen sind Nummern wie "Jingle Bells", das unsterbliche "All I Want For Christmas Is You" (im Original natĂŒrlich von Mariah Carey) oder "Last Christmas" in den typischen BublĂ©-Sound gehĂŒllt. TatsĂ€chlich geht das echt gut ins Ohr. Meine Tante kann ein Lied davon singen. Ich nach mehreren Jahren BublĂ© zum Essen auch.

Rob Halford – Celestial

(Quelle: Sony Music)

Puh. "Celestial" muss man auch erstmal verdauen. Rob Halford ist als SĂ€nger von Judas Priest eine Legende in Nieten und Leder. Doch die Heavy Metal-Ikone schlug 2019 ganz andere Töne an und veröffentlichte ein Metal-Weihnachtsalbum. Bereits sein zweites! An besinnlichen Alben sind schon andere Gitarren-Bands gescheitert. Das von Twisted Sister etwa kann man nur mit ganz viel GlĂŒhwein ertragen und den Kater am nĂ€chsten Morgen ist es definitiv nicht wert.

Wieder zurĂŒck zu Rob Halford: Ja, der macht nicht alles richtig, aber vieles auch nicht falsch. "Joy to the World" mutiert zum fetzigen Rocker. "Deck the Halls" lĂ€dt sogar zum Headbangen ein. Und das von Halford selbst komponierte "Donner and Blitzen" lĂ€sst tatsĂ€chlich an das bockstarke letzte Album von Judas Priest denken. Manch musikalische Durststrecke auf der Platte kann Halford noch mit seinem auch im höheren Alter großartigen Gesang retten. Von daher: Wollen Sie einfach mal was anderes hören, legen Sie "Celestial" auf. Das hat ein paar Bpm mehr als die restlichen Alben dieser Liste.

Trans-Siberian Orchestra – The Christmas Attic

(Quelle: CMM Marketing)
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Das Trans-Siberian Orchestra ist wohl die erfolgreichste Band von der Sie nie gehört haben. In den USA tourt die Band nahezu jĂ€hrlich und wird zum großen Familienevent, verkauft gut eine Million Tickets pro Tour! Bis auf das letzte Album von 2015 konnte auch jede Platte in den USA mindestens eine Million TontrĂ€ger absetzen und so eine Platinauszeichnung einheimsen.

Das Heavy-Metal-Orchester besteht zum Teil aus Musikern der seligen US-Metal-Truppe Savatage, wird aber von vielen weiteren Musikern angereichert. "The Christmas Attic" ist das zweite Album der Truppe, die bis auf zwei Ausnahmen nur weihnachtlich ausgerichtete Platten veröffentlicht hat. Das hier besprochene Werk von 1998 ist eines ihrer erfolgreichsten. Doppelplatin. Und das, obwohl hier eigentlich keine Weihnachtsklassiker verbraten werden, sondern Jon Olivia und Co. auf eigene Kompositionen setzen. Das muss man sich erstmal trauen! Heavy Metal mit viel Pomp, Klassik und dennoch familientauglicher als Nightwish.

Besonders live soll diese Band aber dank aufwendiger BĂŒhnenshows ein Erlebnis sein. Aber in Europa sieht man das Trans-Siberian Orchestra nur selten. Am 18. Dezember feiert ein ebenfalls aufwendig produzierter Livestream auf der Homepage der Band Premiere. Bis zum 20. Dezember kann dieses als Video-on-demand geschaut werden.

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Bonus der Woche: Paul McCartney – III

(Quelle: Promo-Team)

Keine Lust auf die ollen Weihnachtskamellen? Das VÖ-Jahr bietet zwar nicht mehr viel, dafĂŒr noch ein neues Soloalbum von Paul McCartney. Wenig aufgesetzte Hipness, wenig ersehnte Coolness: "III" bietet einen recht reduzierten Sound, Retro-Drums, etwas Keyboard-FlĂ€che im Hintergrund und viel Folk- und Blues-EinflĂŒsse.

OhrwĂŒrmer gibt es nach den ersten HördurchgĂ€nge keine zu verbuchen. Sorry, aber die Zeiten von Beatles-Evergreens oder "Band on the Run"-Wings sind leider vorbei. Das grĂ¶ĂŸte Plus des Albums ist wohl, dass sich der 78-JĂ€hrige endlich mal keinen Trends anbiedert, nicht lustig sein will oder die alten Beatles-Zeit auferstehen lassen will (dafĂŒr gibt's ja eh noch Ringo Starr). "Deep Deep Feeling" etwa. Acht Minuten absolut kein Höhepunkt, aber irgendwie interessant. "Pretty Boys" Ă€hnlich flach, aber immerhin kurz und knapp auf den Punkt gebracht. "The Kiss of Venus" versprĂŒht etwas Herzschmerz, aber driftet glĂŒcklicherweise nicht in Richtung Kitsch ab. DafĂŒr gibt es gegen Ende noch das etwas weihnachtliche "Winter Bird / When Winter Comes". Das plĂ€tschert dahin und ist ein eher unwĂŒrdiger Abschluss fĂŒr ein interessantes Album, welches man durch die vielen ausbleibenden OhrwĂŒrmer schon fast als "progressiv" oder "anspruchsvoll" betiteln möchte.

So, das war es fĂŒr dieses Jahr von mir. Arbeiten muss ich noch immer, aber "Schon gehört?" geht erst nĂ€chstes Jahr weiter. Kommen Sie gut ĂŒber die Feiertage und bleiben Sie gesund! Wir hören uns wieder.

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