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Der Soundtrack der Woche (26. März)

Von Sebastian Berning

25.03.2021Lesedauer: 3 Min.
Vanessa Mai: Die Sängerin zeigt in einem neuen Musikvideo viel nackte Haut.
Vanessa Mai: Die Sängerin zeigt in einem neuen Musikvideo viel nackte Haut. (Quelle: imago-images-bilder)
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t-online hat offene Ohren fĂĽr die wichtigsten Alben der Woche und gibt Ihnen Musiktipps. Diese Woche mit einer traurigen Vanessa Mai, Adrian Smith von Iron Maiden und nach zehn Jahren neuem Stoff von Evanescence.

Wenn Sie mal wieder richtig Lust auf neue Sounds haben, Ihnen aber die Zeit fehlt, sich durch die Veröffentlichungen der Woche zu hören, stimmt t-online Sie mit der wöchentlichen Rubrik "Schon gehört?" ein.

Vanessa Mai – Mai Thai

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Schlager, Pop, R'n'B? Vanessa Mai mixt mittlerweile alles zu ihrem ganz eigenen Sound und kommt damit gerade besonders bei jungen Musikfans super an. Mit "Mai Thai" legt sie jetzt ihr siebtes Album vor. Und selten war Herzschmerz tanzbarer.

Doch warum eigentlich? Vanessa Mai ist seit Jahren glĂĽcklich mit ihrem Mann Andreas verheiratet. Dennoch: Diese Platte behandelt Liebe in allen Facetten. Positive Liebeshymnen wie "Der Eine", prickelndes Kennenlernen ("Sommerwind") aber auch gaaaaaanz viel Herzschmerz. "Ruf nicht mehr an", " "Leichter", ihrem emotionalen Cover von "Auf anderen Wegen" oder "Augenblick". In meist um die drei Minuten knallen die meist poppigen Nummern aus den Boxen. Das geht verdammt leicht und gut ins Ohr.

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Und wenn man den Vergleich zu Kolleginnen wagt: Das ist frecher als die doch recht glatt polierte Helene Fischer, weniger gute Laune als Beatrice Egli und erinnert oft eher an Glasperlenspiel. Schöne Platte, richtige Länge und verdammt eingängig – besonders für Liebeskummer-Nummer.

Smith/Kotzen – Smith/Kotzen

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Der eine wurde als Gitarrist von Iron Maiden zum Weltstar, der andere tingelte als Sechssaiter durch die Musikgeschichte. Adrian Smith und Ritchie Kotzen sind das wohl eines der ĂĽberraschendsten Duos im Rockbereich. Statt Maiden-Twinleads wird hier Blues Rock recht modern interpretiert.

Und auf diesem Gebiet kennt sich besonders Kotzen aus. Der hat schon in den 90ern den Glam-Metal-Helden Poison auf dem gemeinsamen Album "Native Tongue" einen erwachsenen, glamourösen und erdigen Sound verpasst.

"Smith/Kotzen" tut keinem weh. Die melodischen Hard-Rock-Songs haben Hand und Fuß. Die beiden tauchen tief in ihre musikalischen Wurzeln ein, interpretieren diese aber alles andere als altbacken, was auch an der schön runden Produktion liegt. "Taking My Chances" oder "Running" etwa bieten schnörkelloses Songwriting, schöne Action auf dem Griffbrett und griffe Hooklines. Und was will man mehr von Rockmusik? Dennoch: "Native Tongue" war besser und Iron Maiden – come on, das ist eine Institution der Musikgeschichte. Und die wird nicht von Smith alleine mit Songideen versorgt. Von daher ist "Smith/Kotzen" für viele Headbanger vielleicht nicht der große Wurf des Klampfers.

Evanescence – The Bitter Truth

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Mit "Fallen" und der Hitsingle "Bring Me to Life" feierten Evanescence direkt mit ihrem Einstand den ganz groĂźen Durchbruch und verkauften Millionen CDs. Danach war es etwas turbulent. Besetzungswechsel, stilistische Neuausrichtungen und nach dem dritten Album "Evanescence" auch keine neue Musik mehr. 2017 gab es eine Platte auf der alte Songs mit Orchester neu eingespielt wurden. Das war weniger aufregend. Jetzt, zehn Jahre nach dem selbstbetitelten Album folgt endlich neues Material.

"The Bitter Truth" knüpft teilweise wieder an den Gothic-Nu-Metal des Debüts an, ist aber ähnlich künstlerisch wie "The Open Door" und "Evanescence". Besonders das erste Drittel der Platte von Amy Lee und ihrer neuen Besetzung geht gut nach vorne und mindestens genauso gut ins Ohr. Besonders "Broken Pieces Shine" lässt an "Fallen" denken. Top! "Wasted On You" ist auch ein schön moderner Rocker. "Use My Voice" hat einen bockstarken Chorus.

Eine große Stärke des Album ist tatsächlich die Länge. Bands, die sich so lange eine Auszeit gönnen, neigen dazu CDs gerne mit 75 Minuten vollzupacken. Hier ist nach 47 Minuten Schluss. Einzig "Far From Heaven" mag mich nicht so zu überzeugen. Aber das ist jetzt moppern auf hohem Niveau.

Neil Young – Young Shakespeare

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Neil Young muss man mögen. Der Folk-Held tobt sich seit Jahren auf verschiedenen musikalischen Feldern aus. Doch für die meisten Fans sind die Anfangstage die Heldentaten des Musikers.

Und gerade die werden sich über "Young Shakespeare" freuen. Hier handelt es sich um einen Livemitschnitt von 1971. Das war kurz bevor er den zeitlosen Klassiker "Young Harvest" von 1972 veröffentlicht hat. Und schon auf diesem Konzert kann man frühe Versionen von "Old Man" oder "Heart of Gold" hören. Zudem gibt es Songs vom damals aktuellen Werk "After the Gold Rush" und weitere Klassiker wie "Helpless" oder "Down by the River". Das Konzert, welches damals auch im TV ausgestrahlt wurde, gibt es jetzt im aufgemotzten Sound und klingt besser denn je. Einzig über die Menge an Neil-Young-Livealben müsste man mal reden. Für sich genommen ist "Young Shakespeare" jedoch ein toller Mitschnitt.

Alle Alben sind am 26. März in digitaler sowie physischer Form erschienen. Wir hören uns wieder!

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