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"Goldene Himbeere": Auch schlechte Filme haben ihren Preis


"Goldene Himbeere" - auch schlechte Filme haben ihren Preis

t-online, LS

Aktualisiert am 14.01.2013Lesedauer: 3 Min.
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Für John Wilson, Erfinder der "Goldene Himbeere", ist Sylvester Stallone der schlechteste Schauspieler aller Zeiten. "Die ganzen jungen Leute, die die alten Stallone-Filme nicht kennen, denken, dass der Film ein Witz ist. Die wissen nicht: Er hat das nicht als Witz gemeint - der ist einfach so!", sagte Wilson dem Spiegel-Online-Portal "einestages.de". 17 mal erhielt Stallone den "Anti-Oscar" als schlechtester Schauspieler. Die prominentesten "Himbeeren"-Opfer sehen Sie in unserer Foto-Show.

Überhaupt seien 90 Prozent all dessen, was der Rambo- und Rocky-Darsteller je angefasst hat, unfassbar schlecht. "Er macht Filme, die nicht nur dialogarm, sondern für Neanderthaler gemacht sind: Er rennt nur herum, grunzt, feuert 42.000 Kugeln aus einem Maschinengewehr ab, köpft Leute oder jagt sie in die Luft", so Wilson weiter. Die Idee dazu kam ihm 1980, als er als Werbetexter für ein Filmfestival arbeitete und deswegen mehr als 250 Filme sehen musste. "Der Großteil davon war totaler Müll", erinnert er sich.

"Diese Filme sind so schlecht, die sollten eine Auszeichnung bekommen!"

Doch erst eine 99-Cent-Doppelvorstellung des Disco-Musicals "Xanadu" und einer fiktiven Village-People-Biografie namens "Supersound und flotte Sprüche" brachten Wilson auf die "Razzie"-Idee. "Es war so unterirdisch, dass ich meine 99 Cent zurück wollte." Auf dem Heimweg dachte er dann: "Diese Filme sind so schlecht, die sollten eine Auszeichnung bekommen!" Und am 31. März 1981, dem Abend der "Oscar"-Verleihung, war es dann soweit. Mit ein paar Gästen spielte Wilson im heimischen Wohnzimmer seine eigene Version einer Preisverleihung und hatte einen Mordsspaß. Als man vier Jahre später damit begann, die "Goldenen Himbeeren" einen Tag vor den "Oscars" zu verleihen, wurden auch die Medien darauf aufmerksam. Zwei weitere Jahre später waren die "Razzies" international bekannt.

Bitterer Spott für die Nominierten

Mehr als 750 Filmkritiker, Journalisten und Filmschaffende gehören mittlerweile zum Kreis jener, die alljährlich die schlechtesten Filme, die schlechtesten schauspielerischen Leistungen und weitere Kategorien negativ aufgefallener Filmbestandteile mit einer "Goldenen Himbeere" prämieren. Und wer die goldüberzogene, auf eine Super-8-Filmrolle aus Aluminium geklebte Kunststoffhimbeere verliehen bekommt, muss auch immer mit dem beißenden Spott der Jury rechnen. So ätzte John Wilson über Mariah Careys Auftritt in "Glitter - Glanz eines Stars": "Zu behaupten, Mariahs Schauspieldebüt sei nicht so gut gelaufen, wäre, als würde man sagen, die Titanic sei etwas undicht geworden." Für Sylvester Stallones Film "Rambo II" lautete das Urteil: "Würde man einem Achtjährigen Millionen von Dollars geben, um einen Film mit seinen G.I.-Joe-Puppen zu drehen, würde das Ergebnis vermutlich gespenstisch ähnlich aussehen."

"Wer zu den 'Oscars' geht, sollte auch zu den 'Razzies' kommen“

Abgeholt hat Stallone seine "Himbeere" nie. So wie er blieben fast alle Preisträger dieser etwas anderen Verleihung fern. Zu den rühmlichen Ausnahmen gehörten "Showgirls"-Regisseur Paul Verhoeven, Sandra Bullock (für "Verrückt nach Steve") und Halle Berry. Sie hatte drei Jahre nach ihrem "Oscar"-Gewinn einen "Razzie" für "Catwoman" erhalten, diesen in Empfang genommen und eine comedyreife Rede gehalten: "Zuallererst möchte ich Warner Brothers danken. Danke, dass Ihr mich in ein gottverdammtes Stück Scheiße von einem Film gesteckt habt! Ich war ganz oben, und 'Catwoman' hat mich wieder nach ganz unten gebracht." Nie im Leben hätte sie geglaubt, eines Tages hier oben zu stehen, so Berry, die vor der "Razzie"-Verleihung in einem Interview angekündigt hatte: „Wenn ich eine 'Himbeere' bekomme, gehe ich auf jeden Fall zur Verleihung. Ich finde, wer zu den 'Oscars' geht, sollte auch zu den 'Razzies' kommen.“

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