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"Traumschiff", "Der Alte" und Co.: Schauspielerin Heidelinde Weis ist tot


Bekannt aus "Das Traumschiff"
Schauspielerin Heidelinde Weis ist tot

Von t-online, sow

Aktualisiert am 24.11.2023Lesedauer: 3 Min.
imago images 104728935Vergrößern des BildesHeidelinde Weis: Sie begann ihre Filmkarriere mit 14 Jahren. (Quelle: Manfred Siebinger via www.imago-images.de/imago-images-bilder)
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Sie spielte in "Der Alte" und "Die Schwarzwaldklinik", war im "Traumschiff" zu sehen: Heidelinde Weis. Jetzt ist die Schauspielerin mit 83 Jahren gestorben.

Mit 14 Jahren stand Heidelinde Weis das erste Mal auf der Bühne. Sechs Jahre später, es war das Jahr 1960, begann sie ihre ersten Kino- und Fernsehfilme zu drehen. Zu sehen war sie zum Beispiel in Filmen und Serien wie "Der Alte", "Das Traumschiff", "Rosamunde Pilcher" und "Die Schwarzwaldklinik". Jetzt ist die Schauspielerin tot. Sie verstarb im Alter von 83 Jahren in ihrer Heimat Villach, wie verschiedene österreichische Medien am Freitagabend übereinstimmend berichten. Der Tod wurde auch gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bestätigt.

"Man muss das Leben lernen – und alles akzeptieren, was einem passiert", hat sie einmal in einem Interview gesagt. Nicht ohne Grund, denn die Österreicherin hat bei allem beruflichen Erfolg viel Leid am eigenen Leib hinnehmen müssen. Dreimal war sie krebskrank, dreimal hat sie sich wieder aufgerappelt. Sie saß als junge Frau wegen Multipler Sklerose zeitweise im Rollstuhl. Als Stehaufdame hat sie sich einmal beschrieben. Und ganz wichtig: "Eine Grundgelassenheit wurde mir in die Wiege gelegt", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur vor drei Jahren anlässlich ihres 80. Geburtstages.

"Ich hatte eigentlich nur Gastrollen"

Praktisch ihr ganzes Berufsleben verbrachte sie in Deutschland, mehr als 100 Auftritte in Filmen und deutschen TV-Produktionen von "Derrick" bis zum Straßenfeger "Frau in Weiß" sammelte sie in der Zeit. Als Anästhesistin Dr. Elena Bach in der TV-Serie "Schwarzwaldklinik" war ihr von Produzent Wolfgang Rademann von vorneherein ein spektakulärer Abgang versprochen worden: Sie verunglückte in der Serie tödlich. Der Ausstieg aus Serien sei ihr immer wichtig gewesen. "Ich hatte eigentlich nur Gastrollen."

Trotz vieler Angebote habe sie keinerlei Ambition gehabt, sich als Serienstar zu etablieren. Außerdem, räumte sie ein, habe sie auch eine Reihe von "Zaun-Filmen" gedreht. "Filme, die ich nur fürs Geldverdienen gedreht habe, um den Zaun um unser großes Grundstück zu finanzieren."

Ihre eigentliche Liebe galt der Bühne. "Ich habe viel lieber Theater gemacht", sagte Weis jüngst in einer ORF-Dokumentation. Auf der Schulbühne zeigte sie in einer Märchen-Rolle früh ihr Talent. Ihre Eltern erlaubten ihr eine Ausbildung am renommierten Max Reinhardt Seminar in Wien. Von da an ging es fast stetig bergauf. 1959 und 1960 war sie Ensemble-Mitglied im Wiener Theater an der Josefstadt, wechselte nach Berlin, stand in Hamburg und Düsseldorf auf der Bühne. Vor allem München wurde für viele Jahre ihre künstlerische Heimat. Klassische Rollen wie Antigone und Eurydike waren zunächst ihr Fach.

Eine ihrer Paraderollen wurde die Titelfigur im Stück "Colombe" des französischen Dramatikers Jean Anouilh. Ein einfaches Mädchen vom Land gerät in die Glitzerwelt des Theaters und wird zu einem verdorbenen Wesen. "Diese Figur hat mich maßlos interessiert", sagte Weis. Bei den Salzburger Festspielen stand sie zusammen mit Klaus Maria Brandauer in "Leonce und Lena" und "Figaros Hochzeit oder Der tolle Tag" auf der Bühne.

"Ich habe immer jünger ausgesehen als ich in Wirklichkeit war"

Mitte der Siebzigerjahre wird aus der Schauspielerin auch eine Sängerin. "Jeder Schauspieler ist musikalisch", sagte Weis. Drei Langspielplatten mit eigenen Texten kommen so gut an, dass sie ihr den Deutschen Schallplattenpreis der Phonoakademie Berlin einbringen. Doch bevor die Musik aus einer schönen Begleiterin zur anstrengenden Pflicht wird, ist Weis wieder zurück beim Fernsehen.

In der TV-Produktion "Das Fräulein" nach dem Roman des Literaturnobelpreisträgers Ivo Andric spielt sie die Tochter eines bankrotten Kaufmanns, dessen Rat zum Geiz sie zwar reich macht, ihr aber vielfach schadet.

Sie selbst war viele Jahre lang glücklich mit dem Theaterproduzenten Hellmuth Duna verheiratet, den sie später zehn Jahre lang pflegte. Weis hatte lange Zeit ein eher beneidenswertes Luxusproblem. "Ich habe immer jünger ausgesehen als ich in Wirklichkeit war", erinnerte sie sich. Sie habe Mädchen-Rollen bekommen statt altersgerechte Parts. Obwohl es ihr lange gut ging für ihr Alter, hatte sie sich vor einigen Jahren ganz aus dem Geschäft zurückgezogen. "Alles hat seine Zeit. Man müsste zu viel Rücksicht auf mich nehmen." Jetzt ist sie mit 83 Jahren gestorben.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • kleinezeitung.at: "Schauspielerin Heidelinde Weis 83-jährig gestorben"
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