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Promi-Geburtstag vom 21. Dezember 2018: Samuel L. Jackson

Von dpa
Aktualisiert am 21.12.2018Lesedauer: 4 Min.
Schauspieler Samuel L.
Schauspieler Samuel L. Jackson kommt zur Premiere des Films "I Am Not Your Negro". Am 21.12.2018 wird er 70 Jahre alt. (zu dpa "Pulp Fiction"-Star Samuel L. Jackson wird 70 - "Etwa wie 50" vom 14.12.2018) (Quelle: Chris Pizzello./dpa)
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Los Angeles (dpa) - Auf der Leinwand ist ihm das Alter kaum anzumerken. Wenn Samuel L. Jackson vor die Kamera tritt, hagelt es Kugeln und derbe FlĂŒche, es gibt Blut, harte Drogen und Action ohne Ende.

Mit verwegener Augenklappe als Marvel-Figur Nick Fury schlug der Schauspieler in diesem Jahr in dem Superheldenstreifen "Avengers: Infinity War" zu. Im Jahr zuvor mimte er in "Killer’s Bodyguard" einen zwielichtigen und brutalen Auftragsmörder. An diesem Freitag (21. Dezember) wird er 70 Jahre alt.

Schon ein halbes Jahr vor seinem runden Geburtstag wurde Jackson bei einem Auftritt in der "The Ellen DeGeneres Show" gefeiert. Im vorigen Juni hĂ€ngte ihm die Talkshow-Moderatorin vor laufender Kamera drei bunte SchĂ€rpen um. Eine fĂŒr seinen zehnten Auftritt in ihrer beliebten Show, eine weitere fĂŒr seinen enormen Erfolg als Hollywoods Kassenmagnet. Demnach brachten alle Filme, in denen Jackson je mitspielte, ĂŒber 5,7 Milliarden Dollar an den US-Kinokassen ein - mehr als die von Harrison Ford und Robert Downey Jr. auf den weiteren RĂ€ngen.

Zu der dritten SchĂ€rpe mit der Aufschrift "Werde 70" gab es eine goldglĂ€nzende Papp-Krone mit dem Schriftzug "Ich bin 70" dazu. Wie sich dieses Alter anfĂŒhle, wollte DeGeneres von ihrem Stargast wissen. "Etwa wie 50", witzelte Jackson. Zugleich rĂ€umte er ein, dass er nun "etwas langsamer" aufwache und gerne MittagsschlĂ€fchen mache.

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Doch vor der Kamera macht er ungebremst weiter. Die Fortsetzung von "Killer’s Bodyguard" ist schon eingetĂŒtet. Ryan Reynolds spielte in dem selbstironischen Action-Hit an Jacksons Seite einen smarten Bodyguard. Ab MĂ€rz 2019 will das ungleiche Duo an verschiedenen SchauplĂ€tzen in Europa "The Hitman’s Wife’s Bodyguard" drehen.

Zeitgleich lÀuft dann die Comic-Verfilmung "Captain Marvel" mit der Oscar-PreistrÀgerin Brie Larson in der Rolle der Powerfrau Carol Danvers alias Captain Marvel in den Kinos an. Auch hier gehört der schwarze Schauspieler zu der Star-Besetzung. Jackson und Larson nahmen es schon in dem Monsterfilm "Kong: Skull Island" (2017) gemeinsam mit King Kong und anderen Riesenkreaturen auf. Wie so oft spielte Jackson als Lieutenant Colonel Packard den Hardliner.

Samuel Leroy Jackson wuchs in Chattanooga (US-Staat Tennessee) in der Obhut seiner Großeltern und Mutter auf. Der Vater, den er kaum kannte, war Alkoholiker. Seine erste Liebe galt der Musik, dann dem Theater und dem Film. Als Kind habe er in seiner SĂŒdstaatenheimat nur Kinos fĂŒr Schwarze besuchen dĂŒrfen, erinnerte sich Jackson einmal bei einer Ehrung in Hollywood. Als Student schloss er sich der BĂŒrgerrechtsbewegung an, in New York trat er der schwarzen Theatergruppe Negro Ensemble Company bei, der auch Morgan Freeman und Denzel Washington angehörten.

"Wir traten Off-Off-Broadway auf, weitab vom Broadway", sagte Washington einmal rĂŒckblickend ĂŒber ihre schwierige Anfangszeit in den 70er Jahren, in denen Jackson als TĂŒrsteher seinen Lebensunterhalt verdiente. In dem Thriller "Sea of Love - Melodie des Todes" (1989) mit Al Pacino und Ellen Barkin wurde Jackson bei einem seiner ersten Filmauftritte noch ohne Namen als "Black Guy" (Schwarzer Mann) im Abspann gefĂŒhrt. Doch dann ging es Schlag auf Schlag aufwĂ€rts.

FĂŒr seine Rolle als Junkie in Spike Lees "Jungle Fever" wurde er 1991 bei den Filmfestspielen in Cannes zum besten Nebendarsteller gekĂŒrt. Als philosophierender Auftragskiller in "Pulp Fiction" feierte er drei Jahre spĂ€ter seinen großen Durchbruch. Die schrĂ€ge Rolle in Quentin Tarantinos ironisch-makabrer Blutorgie brachte dem Darsteller zugleich eine Oscar-Nominierung ein. Tarantino holte ihn erneut fĂŒr "Jackie Brown" vor die Kamera, was dem Schauspieler bei der Berlinale 1998 einen Silbernen BĂ€ren bescherte. Auch bei "Kill Bill 2", "Django Unchained" und "The Hateful 8" war Jackson dabei.

Durch Kassenhits wie "Stirb Langsam", "xXx", "Star Wars" und "Shaft" rĂŒckte Jackson in die obere Riege Hollywoods auf, mehrfach schaffte er es auf die jĂ€hrliche Forbes-Liste der Top-Verdiener im FilmgeschĂ€ft. Nicht nur als cooler Bösewicht hat er Erfolg. In dem finnischen Komödienkracher "Big Game- Die Jagd beginnt!" (2015) etwa parodierte als sehr menschlicher US-PrĂ€sident das uramerikanische Heldentum.

Der Star spricht offen ĂŒber schwierige Zeiten vor seinem großen Erfolg. Als "beschissener DrogenabhĂ€ngiger" habe er vor Jahrzehnten unter Drogeneinfluss auf TheaterbĂŒhnen gestanden, sagte er 2016 dem britischen "Guardian". Das habe sich erst geĂ€ndert, als er 1991 einen Entzug gemacht habe. Bei der Verleihung der BET-Awards 2016 erzĂ€hlte er, wie seine junge Tochter und seine Frau ihn einmal nach einem Drogenabsturz in der KĂŒche inmitten von Drogen aufgefunden hĂ€tten. Er bedankte sich bei den beiden fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung in dieser schwierigen Zeit. Seit 1980 ist er mit der Schauspielerin LaTanya Richardson verheiratet, ihre Tochter ist jetzt 36 Jahre alt.

Jackson schaut sich gerne Filme an, in denen er mitgespielt hat. "Wenn ich nachts durch die FernsehkanĂ€le zappe und einen Film mit mir finde, bleibe ich immer hĂ€ngen", sagte er 2016 dem Magazin "Playboy". Dass viele seiner Kollegen sich selbst nicht im TV oder auf der Leinwand sehen mögen, könne er nicht nachvollziehen: "Ich sage immer, wenn ihr euch selbst nicht ertragen könnt, wieso sollte dann ein Zuschauer 13 Dollar fĂŒr ein Kinoticket ausgeben?" Von falscher Bescheidenheit hĂ€lt er nichts: "Ich finde mich gut."

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