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Harvey Weinstein erfährt Strafmaß für Vergewaltigung

Lange Haft droht  

Harvey Weinstein erfährt Strafmaß für Vergewaltigung

11.03.2020, 09:16 Uhr | dpa, t-online.de, joh

Jury spricht Harvey Weinstein schuldig

Die Geschworenen sprachen Weinstein lediglich der Vergewaltigung in einem minder schweren Fall schuldig. Dem ehemaligen Filmproduzenten droht dennoch eine jahrelange Haft. (Quelle: Reuters)

Urteil in lediglich einem Fall: So trat Harvey Weinstein im Februar im Gerichtssaal auf. (Quelle: Reuters)


Der Filmproduzent Harvey Weinstein ist wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung schuldig gesprochen worden. Nun soll die Höhe seiner Strafe verkündet werden. Im Gefängnis ist der 67-Jährige allerdings noch nicht. 

Rund zwei Wochen nach dem Schuldspruch gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein wegen Sexualverbrechen soll am heutigen  Mittwoch das Strafmaß verkündet werden. Dem 67-Jährigen drohen bis zu 29 Jahre Haft.

Die Staatsanwaltschaft forderte Richter James Burke im Vorfeld der Verkündung noch einmal zu einer harten Strafe auf. Weinstein habe jahrzehntelang Frauen missbraucht und zeige bislang keine Reue. Die Verteidigung hat bereits angekündigt, in Revision gehen zu wollen.

Nicht schuldig für: "raubtierhaften sexuellen Angriff"

Eine Jury hat Weinstein Ende Februar wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung an zwei Frauen für schuldig befunden. Nicht schuldig sei er aber in den beiden schwersten Anklagepunkten des "raubtierhaften sexuellen Angriffs" sowie einem noch schwereren Vorwurf bezüglich Vergewaltigung.

In dem aufsehenerregenden Prozess ging es vor allem um zwei Vorwürfe: Weinstein soll 2006 die Produktionsassistentin Mimi Haleyi zum Oral-Sex gezwungen und die heutige Friseurin Jessica Mann 2013 vergewaltigt haben. Die MeToo-Bewegung feierte das Urteil als Meilenstein – kritisierte aber auch, dass Weinstein nicht in allen Anklagepunkten für schuldig befunden wurde.

Nach dem Urteil war Weinstein nicht wie ursprünglich geplant sofort in das berüchtigte New Yorker Gefängnis Rikers Island gebracht worden, sondern wegen Schmerzen in der Brust und hohen Blutdrucks zunächst in ein Krankenhaus. Dort unterzog er sich einige Tage später Medienberichten zufolge erfolgreich einer Herzoperation und wurde danach nach Rikers Island gebracht.

Vorwürfe von 80 Frauen

Mehr als 80 Frauen werfen Weinstein sexuelle Übergriffe vor. Die Anschuldigungen gegen den Produzenten, im Herbst 2017 von der "New York Times" und dem Magazin "New Yorker" veröffentlicht, waren der Anfang der MeToo-Bewegung. Überall auf der Welt erkannten viele Frauen und auch einige Männer ihre eigenen Geschichten in denen der mutmaßlichen Weinstein-Opfer wieder - sie begannen, diese Geschichten unter dem Schlagwort "Me too" ("Ich auch") zu sammeln.

Die juristischen Kämpfe sind für Weinstein auch nach dem Verfahren in New York nicht zu Ende. In Los Angeles wurde er ebenfalls wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt. Auch dort könnte es zum Prozess kommen. Davon abgesehen verhandeln seine Anwälte weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit zivilen Klägerinnen um Entschädigungen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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