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Bill Kaulitz exklusiv über den "Pride Month" und seine eigene Sexualität

INTERVIEWÜber "Pride Month"  

Bill Kaulitz: "Ich habe mich in die ungewöhnlichsten Menschen verliebt"

Von Sebastian Berning

24.06.2021, 17:48 Uhr
Bill Kaulitz exklusiv über den "Pride Month" und seine eigene Sexualität. Bill Kaulitz: Der Tokio-Hotel-Sänger macht auf den Pride Month aufmerksam. (Quelle: Gerald Matzka/Getty Images for ABOUT YOU Awards)

Bill Kaulitz: Der Tokio-Hotel-Sänger macht auf den Pride Month aufmerksam. (Quelle: Gerald Matzka/Getty Images for ABOUT YOU Awards)

Seit einigen Tagen postet Bill Kaulitz immer wieder alte Kinderfotos von sich, um auf den "Pride Month" aufmerksam zu machen. Mit t-online sprach der Sänger von Tokio Hotel über Gay Pride und die eigene Sexualität.

Bill Kaulitz sah sich wegen seines androgynen Auftretens besonders zu Beginn seiner Karriere mit der Band Tokio Hotel Anfeindungen ausgesetzt. Oft haben ihm Kritiker im Netz homophobe Beleidigungen an den Kopf geknallt. 

Doch mit 32 Jahren nimmt der Sänger dies gelassen hin und nutzt seine mediale Präsenz, um sich für den "Pride Month" der LGBTQ+-Community stark zu machen. Im exklusiven Interview mit t-online spricht der Schwager von Heidi Klum nicht nur über den Ist-Zustand von Schwulen und Lesben auf der Welt, sondern auch über familiären Rückhalt, Liebe und Liebeleien. 

t-online: Sie machen sich aktuell für den "Pride Month" stark. Sind die Menschen in den letzten Jahren toleranter gegenüber der LGBTQ+-Community geworden oder muss sich da noch viel ändern?

Bill Kaulitz: Es geht auf jeden Fall voran, ja! Ich habe schon das Gefühl, die Welt wird offener und toleranter, aber natürlich ist das nicht überall und bei jedem so. Es gibt immer noch sehr viel Aufklärungsbedarf, Ablehnung, Angst, Hass und Dummheit. Deswegen ist es wichtig, dass wir diesen "Pride Month" haben und weiter darüber sprechen. Für die Zukunft wünsche ich mir eine Welt, in der man gar keinen "Pride Month" mehr braucht, sondern alle frei und ehrlich das ganze Jahr über so leben können, wie sie es möchten, ohne irgendwelche Schubladen.

Fällt es Ihnen selbst denn heute leichter, über Themen wie den "Pride Month" oder auch die eigene Sexualität zu sprechen, als noch vor einigen Jahren?

Ja, auf jeden Fall. Als Teenager war ich oft überfordert mit der Verantwortung und dem Druck, der mit diesen Fragen kam. Heute, mit fast 32 Jahren, bin ich gelassener und natürlich habe ich auch einiges über mich gelernt in all den Jahren. Außerdem ist es ist eine andere Zeit.

Auf Instagram etwa haben Sie ein Kinderfoto von sich im Badeanzug einer Freundin gepostet. Dazu haben Sie auch gesagt, dass Ihre Mutter Sie immer hat machen lassen. Ist der familiäre Rückhalt ein Grund, warum Sie sich so frei entfalten konnten? 

Absolut! Ich hatte immer das beste Verhältnis zu meiner Mutter und auch der Rest unserer eher kleinen Familie hat mich immer ''sein'' lassen. Es gab keine Geheimnisse, Angst nach Hause zu kommen oder Bestrafungen. Wir sind mit viel Vertrauen und Liebe aufgewachsen und ich durfte mich frei entfalten. Singen, tanzen, Piercings, Tattoos: Meine Ma hat mich das alles machen lassen. Wir hatten kaum einen Cent auf dem Bankkonto, aber Liebe gab es im Überfluss.

In Ihrer Biografie haben Sie verraten, dass Sie Erfahrungen mit beiden Geschlechtern gesammelt haben, aber selbst haben Sie sich nie "einsortiert" oder geoutet. Muss man das heute überhaupt noch oder kann man Liebe mittlerweile so frei ausleben, wie man möchte?

Genau so sehe ich das! Es geht um Liebe! Für mich ist das der Grund, warum wir alle hier sind und die Essenz des Lebens. Liebe kommt in allen Farben und Formen. Ich selber brauchte dafür nie ein Label oder eine Schublade. Das ist so langweilig. Ich habe mich schon in die ungewöhnlichsten Menschen und Situationen verliebt, mit denen ich nie gerechnet hätte, und das ist doch das Faszinierende und Schöne an der Liebe. Wir können sie nicht kontrollieren! Warum also überhaupt erst probieren!? Ich bin hoffnungsloser Romantiker, wie man merkt.

Als Tokio Hotel mit "Durch den Monsun" durchstarteten, wurde ja immer viel gemunkelt "Ist er? Ist er nicht? Und wenn nicht, was dann?". Sie waren damals ein Teenie. Ging Ihnen der Tratsch damals nah?

Ich habe es eher genossen und tue es heute noch. Ich liebe es, die Grenzen zu verwischen und Rollen und Regeln zu brechen. Ich bin ein Unruhestifter und dumme Fragen sind eine logische Konsequenz. Damit bin ich mein Leben lang konfrontiert.

Der Musiker wird heute, am 24. Juni 2021, um 18 Uhr zum "PRIDE Livestream" mit Filtr Germany auf TikTok zu sehen sein. Dort sprechen auch Lie Ning, Musa und Luna über Empowerment und Diversity.

Verwendete Quellen:
  • Eigenes Interview mit Bill Kaulitz
  • Instagram-Profil von Bill Kaulitz

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