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Meghan gewinnt Schlammschlacht – und äußert sich

Von dpa, t-online, sow

Aktualisiert am 12.02.2021Lesedauer: 3 Min.
Meghan Markle: Die Ehefrau von Prinz Harry hat sich gegen britische Boulevardmedien gewehrt – und das war erfolgreich.
Meghan Markle: Die Ehefrau von Prinz Harry hat sich gegen britische Boulevardmedien gewehrt – und das war erfolgreich. (Quelle: Ben Birchall - WPA Pool / Getty Images)
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Meghan hatte sich von diesem Prozess mehr Schutz für ihre Privatsphäre erhofft. Geriet dieses Unterfangen anfangs zum Bumerang, konnte die Frau von Prinz Harry nun einen Sieg verbuchen.

Wichtiger Schritt für Meghan und die Privatsphäre ihrer Familie: Die Herzogin hat den Rechtsstreit gegen die britische Zeitungsgruppe Associated Newspapers wegen der Veröffentlichung eines Briefs an ihren Vater gewonnen. Die Frau von Prinz Harry "hatte Grund zu der Annahme, dass der Inhalt des Briefs geheim bleiben würde", erklärte der Richter Mark Warby vom Londoner High Court am Donnerstagabend in seinem Urteil. Die Veröffentlichung des Briefs stehe dieser Annahme entgegen und sei daher rechtswidrig.


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Die Boulevardzeitungen "Daily Mail", "Mail on Sunday" und das Internetportal "Mail Online" hatten Auszüge aus einem Brief veröffentlicht, den Meghan vor ihrer Hochzeit mit Prinz Harry im Mai 2018 an ihren Vater geschrieben hatte. Zu dem von ihrer Mutter geschiedenen Vater Thomas Markle hat Meghan ein schwieriges Verhältnis. Sie verklagte Associated Newspapers wegen Verletzung ihrer Privatsphäre und ihres Urheberrechts und verlangte Schadensersatz.

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Endloser Streit zwischen Meghan und ihrem Vater

Bislang hatte sich das Verfahren für Meghan aber eher als Bumerang erwiesen. Aus den Anhörungen und Sitzungsdokumenten gelangten zahlreiche Details aus dem Streit mit ihrem Vater an die Öffentlichkeit. Die beiden liegen seit der Hochzeit mit Harry im Frühjahr 2018 im Clinch. Thomas Markle hatte seine Teilnahme zu dem Spektakel mit Hunderttausenden Schaulustigen in Windsor kurzfristig abgesagt – wegen gesundheitlicher Gründe, wie er es darstellt. Seitdem sind die beiden zerstritten.

Den handgeschriebenen Brief Meghans hatte der Senior selbst an die Journalisten der "Mail on Sunday" gegeben. Er habe damit sein öffentliches Image rehabilitieren wollen, begründete er den Schritt. Zuvor hätten ihre Freunde ihn in einem Interview in schlechtem Licht dargestellt, findet er.

Herzogin Meghans Vater Thomas Markle im Interview.
Herzogin Meghans Vater Thomas Markle in einem Interview. (Quelle: /dpa-bilder)

Meghan wollte nach eigenen Angaben mit dem Schreiben reinen Tisch machen. Doch Thomas Markle zufolge war darin nichts als Kritik. "In dem Brief stand nicht, dass sie mich liebt. Nicht einmal wie es mir geht, wurde darin gefragt. Keine Sorge ĂĽber die Tatsache, dass ich einen Herzinfarkt erlitten hatte, kam darin zum Ausdruck und keine Fragen zu meiner Gesundheit", hieĂź es in einer schriftlichen Stellungnahme vor Gericht. Meghan habe die Vater-Tochter-Beziehung mit dem Brief aufkĂĽndigen wollen, ist sich Thomas Markle sicher.

Aus Sicht von Meghan und Harry ist der Rentner selbst zum Opfer der Medien geworden. Die ehemalige Schauspielerin wirft den Journalisten vor, den Streit mit ihrem Vater erst angefacht zu haben, um darüber berichten zu können. Thomas Markle sei belästigt, ausgenutzt, manipuliert und erniedrigt worden, hieß es in einer Stellungnahme von Meghans Anwalt. Abgesagt hatte der Brautvater seine Teilnahme an der Hochzeit laut Meghans Anwälten bereits einige Tage vor seinem Herzinfarkt, weil er sich wegen eines Berichts in der "Mail on Sunday" geschämt habe. Das Blatt hatte aufgedeckt, dass er für gestellte Paparazzi-Aufnahmen posiert hatte, die ihn bei Vorbereitungen zu dem Fest zeigen sollten. Zum Ärger der Royals packte Thomas Markle gegen Geld aus, wie er inzwischen offen zugibt – für die britische Königsfamilie ein unverzeihlicher Tabubruch.

"Der Schaden, den sie angerichtet haben, ist tiefgreifend"

Im Kern des Verfahrens vor Gericht steht aber die Frage, wie viel Recht auf Privatsphäre Royals wie Meghan und Harry beanspruchen dürfen und wie schwer das Recht der Öffentlichkeit auf Informationen über die Super-Promis wiegt. Dazu äußerte sich Meghan nach dem Urteil vom Donnerstag in einer schriftlichen Mitteilung. Darin bedankt sie sich bei dem Gericht, dass die Boulevardmedien "zur Rechenschaft gezogen" habe.

"Für die Outlets ist es ein Spiel. Für mich und so viele andere ist es echtes Leben, echte Beziehungen und sehr echte Traurigkeit. Der Schaden, den sie angerichtet haben und weiterhin anrichten, ist tiefgreifend", heißt es in der Mitteilung weiter, aus der unter anderem das US-Magazin "People" zitiert. Meghan formuliert einen flammenden Appell für die Pressefreiheit und betont diese in Bezug auf "verlässliche, faktengeprüfte und qualitativ hochwertige Nachrichten". Der britische Boulevard würde "das Gegenteil" tun und es sei für alle schädlich, wenn sich "Fehlinformationen mehr verkaufen als Wahrheit, wenn moralische Ausbeutung mehr verkauft wird als Anstand". Sie beendet ihr Statement mit den Sätzen: "Ich teile diesen Sieg mit jedem von euch – weil wir alle Gerechtigkeit und Wahrheit verdienen".

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