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Udo Foht vor Gericht: "Silbereisen-Entdecker" kaum wiederzuerkennen


Udo Foht vor Gericht
"Silbereisen-Entdecker" kaum wiederzuerkennen

Von t-online, dpa
01.09.2022Lesedauer: 2 Min.
Udo Foht (l.) und Florian Silbereisen 2008: Der Ex-MDR-Unterhaltungschef verschaffte dem Schlagerstar die ersten großen Fernsehauftritte.Vergrößern des BildesUdo Foht (l.) und Florian Silbereisen 2008: Der Ex-MDR-Unterhaltungschef verschaffte dem Schlagerstar die ersten großen Fernsehauftritte. (Quelle: IMAGO / Christian Schroedter)
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Als Unterhaltungschef kurbelte er Karrieren an und prägte den MDR. Jahre später steht Udo Foht vor Gericht – und überrascht mit seiner Erscheinung.

Bis zum Herbst 2011 war Udo Foht einer der mächtigsten Männer beim MDR. Als Unterhaltungschef holte er große deutsche Stars vor die Kamera und baute vor allem das Schlager-Image des Senders auf. Er gilt als Entdecker von Florian Silbereisen, ermöglichte auch Helene Fischer ihre ersten Primetime-Auftritte. Dann kamen Vorwürfe ans Licht, er habe seine Position missbraucht, um sich selbst zu bereichern. Der MDR kündigte Foht daraufhin – dieser äußerte sich jedoch nie öffentlich zu den Vorwürfen.

Nun steht Udo Foht vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug sowie Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung vor. Immer wieder soll der ehemalige TV-Mann Musikmanager aus der Schlagerbranche um fünfstellige Summen gebeten haben. Das Geld werde für neue Produktionen benötigt. Mehrfach stellte Foht demnach eine Rückzahlung über den MDR in Aussicht, die laut Staatsanwaltschaft von dem Sender aber nie geplant war. 13 Fälle des Betrugs sollen es gewesen sein, die in Verbindung mit Untreue und Bestechlichkeit standen, dazu fünf Fälle der Steuerhinterziehung.

Deal für Foht zeichnet sich ab

Eigentlich hätte der Prozess schon 2018 beginnen sollen, war aber wegen Krankheit abgesagt worden. Nun musste der 71-Jährige persönlich vor dem Landgericht Leipzig erscheinen – mit seinem früheren Auftreten hatte das jedoch nur noch wenig zu tun.

Der einst mächtige MDR-Unterhaltungschef ist am Donnerstag – verglichen mit alten Fotos – kaum wiederzuerkennen. Der Mann im taubenblauen Anzug trägt seine ergrauten Haare lang und zu einem Zopf gebunden. Eine FFP2-Maske verdeckt große Teile seines Gesichts. Fast das Einzige, was er im Gerichtssaal leise sagt, ist, dass er den Richter zwischen Corona-Schutzscheiben kaum verstehen könne – und dass Kopfhörer "vielleicht hilfreich" wären.

Im Prozess könnte nun alles ganz schnell gehen. Das Landgericht Leipzig regte am Donnerstag gleich nach der Verlesung der Anklage eine Verständigung an. Bei einem "glaubhaften Geständnis" könnte eine Haftstrafe von höchstens einem Jahr und neun Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, in Aussicht gestellt werden, sagte der Vorsitzende Richter Michael Dahms – mehr dazu lesen Sie hier. Die Staatsanwaltschaft signalisierte Zustimmung, die Anwälte von Foht wollen sich am Freitag dazu äußern.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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