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Vorstoß des ARD-Chefs Tom Buhrow: So darf er nicht davonkommen


So darf er nicht davonkommen

Ein Kommentar von Heike Vowinkel

Aktualisiert am 04.11.2022Lesedauer: 2 Min.
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Tom Buhrow: Er will als Privatmann sprechen, ist aber als ARD-Vorsitzender gefordert. (Quelle: Mike Schmidt/imago images)
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Der ARD-Vorsitzende kommt endlich aus der Deckung. Ohne Tabus fordert er, alles auf den Prüfstand zu stellen. Seinen Worten müssen Taten folgen.

Angriff ist eben oft die beste Verteidigung. Wer beherzt voranschreitet, hat meist mehr zu gewinnen als zu verlieren. Allerdings kommt es dabei auf den Zeitpunkt an. Wer bereits von Feinden umzingelt in der Ecke steht, hat keine andere Wahl mehr.

In dieser Situation befand sich der ARD-Vorsitzende und WDR-Intendant Tom Buhrow, als er jetzt vor dem Verein Übersee-Club in Hamburg eine Rede hielt. Er nutzte die traditionsreiche Umgebung, um für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk den Bruch mit Traditionen zu fordern. Als "Privatmann", das war Tom Buhrow wichtig, forderte er, alles auf den Prüfstand zu stellen: die Anzahl der Sender genauso wie die Programminhalte. Braucht es tatsächlich 120 Berufsorchester, 16 Ensembles, 64 Hörfunkwellen und so weiter? Diese für die Öffentlich-Rechtlichen durchaus revolutionären Fragen stellte der WDR-Chef, sorry, natürlich: der Privatmann Tom Buhrow.

Späte Flucht nach vorn

Seine Rede ist nichts anderes als eine späte Flucht nach vorn: Verschwendungs-Skandale beim rbb, beim NDR und Diskussionen um zu hohe Gehälter auch bei seiner eigenen Anstalt, dem WDR, dominieren seit Monaten die Schlagzeilen. In regelmäßigen Abständen wird über die Höhe der Rundfunkgebühren gestritten. Die Länder fordern Einsparungen, wollen aber bei sich selbst möglichst keine Standorte schließen. Die Sender argumentieren, sie seien ja zum Sparen bereit, kürzen aber lieber am Programm als bei den hohen Chef-Gehältern.

Sicher, das traditionsreiche Gebilde öffentlich-rechtlicher Rundfunk zu reformieren ist eine gewaltige Aufgabe: Die Strukturen sind komplex. Nicht nur die Sender, die Politik und die Länder sprechen und entscheiden mit. Es geht um viel Geld, Arbeitsplätze und Einfluss – und entsprechend um viele sehr unterschiedliche Interessen.

Das ist aus dem Blick geraten

Warum aber brauchen wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk eigentlich? Es geht schlicht darum, alle Menschen umfassend und ausgewogen zu informieren, Bildung, Kultur und Unterhaltung anzubieten. Das ist an vielen Stellen aus dem Blick geraten.

Weil auch Tom Buhrow und seine Kollegen zu lange dachten, sie könnten einfach weitermachen wie gehabt, stehen sie längst mit dem Rücken zur Wand. Der ARD-Vorsitzende hat gar keine andere Wahl mehr, als endlich grundlegende Reformen anzustoßen. Dass er dies nun als Privatmann tut, ist wohlfeil. So zu tun, als ob er nur seine privaten Überlegungen mal eben zum Besten gibt, ist zwar menschlich verständlich. Fällt der Gegenwind allzu heftig aus, kann er immer noch sagen: War ja nur meine Privatmeinung.

Nein, so dürfen wir ihn nicht davonkommen lassen: Den Worten müssen jetzt Taten folgen. Wenn Buhrow es ernst meint, muss er als ARD-Vorsitzender voranschreiten. Er muss aus der Verteidigung in den Angriff übergehen. Sonst ist die Existenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gefährdet.

Hinweis Der WDR hat im Nachgang darauf hingewiesen, dass Tom Buhrow betone, er habe nicht als ARD-Vorsitzender gesprochen, sondern "für sich selbst". Das schließe auch seine Funktion als WDR-Intendant ein.

Teilen Sie Ihre Meinung mit

Welche Reformen braucht der öffentlich-rechtliche Rundfunk? Schreiben Sie eine E-Mail an Lesermeinung@stroeer.de. Bitte nutzen Sie den Betreff "Reformen" und begründen Sie Ihre Meinung in ein paar Sätzen.

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  • Eigene Recherchen
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