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Herbert Grönemeyer bei Markus Lanz: "Ich bin ja eher Dorfmusiker"

Grönemeyer bei "Markus Lanz"  

"Bitte, Herbert! Bloß nicht schon wieder singen jetzt! Bitte nicht!"

26.11.2014, 10:27 Uhr | Nibo, t-online.de

Herbert Grönemeyer bei  Markus Lanz: "Ich bin ja eher Dorfmusiker". Herbert Grönemeyer (l.) war Gast bei Markus Lanz. (Quelle: imago images)

Herbert Grönemeyer (l.) war Gast bei Markus Lanz. (Quelle: imago images)

Am Dienstagabend drehte sich in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz alles um Sänger Herbert Grönemeyer. Pünktlich zum Erscheinen seines neuen Albums "Dauernd Jetzt" zog der 58-Jährige eine launige Bilanz seines Lebens und seiner Karriere. Ein fandurchsetztes Publikum bejubelte den Sänger besonders dann, wenn er Ankedoten aus seiner Vergangenheit zum Besten gab und dabei einräumte, dass in seiner Familie früher nicht jeder mit seinen andauernden Gesangseinlagen einverstanden war. Außerdem verriet er, warum "der Löw" für ihn ein ganz Großer ist.

Erinnert sich Herbert Grönemeyer an seine Kindheit und Jugend, sieht er sich ständig mit einem Instrument in der Hand oder singend. "Als ich ganz klein war, hatte ich eine Ukulele, auf der ich immer rumgeschrubbt, später dann eine Gitarre. Und ich war eigentlich immer am Singen. Mit meinen Brüdern, mit meinen Klassenkameraden."

Der junge Herbert schien seine Stimme sehr gemocht zu haben, alle anderen brauchten hin und wieder eine Pause. Herbert nicht. "An meinem 50. Geburtstag hat dann ein Klassenkamerad eine Rede gehalten und darin erzählt, dass ich immer mit der Gitarre gekommen wäre und gefragt hätte, ob ich was spielen darf. 'Nein, bloß nicht schon wieder! Herbert, sing nicht schon wieder! Bitte nicht!'"

Einziger Knabe im Mädchenchor

Aber Herbert sang. So innbrünstig, dass er sogar als einziger Junge in einem Mädchenchor mitmachen durfte: "Die haben da eine Tenorstimme gebraucht. Das war schön. All die hohen Stimmen und ich allein unten drunter", erzählt Grönemeyer gut gelaunt. "Ich war nie im Stimmbruch. Ich habe mit 13 schon so gesungen wie heute. Ich sah zwar aus wie meine eigene Schwester, hatte aber immer schon diese Knödelstimme. Wenn ich im Jazzclub aufgetreten bin, haben die immer gefragt, was will denn der kleine Junge da, aber sobald ich anfing zu singen, meinten die 'Ups, was ist das denn?'"

"Ich bin ja eher Dorfmusiker"

Das war lange Zeit bevor sich Herbert Grönemeyer, der eigentlich Fußballer werden wollte und sich schließlich erste Sporen als Schauspieler verdiente, als Musiker in Deutschland etablierte. Bevor er einer der ganz Großen wurde, der Stadien füllte und Millionen von Alben verkaufte. Dennoch behauptet der gebürtige Göttinger, der in Bochum aufwuchs, auf ruhrpöttlerische Art: "Ich bin ja eher ein Dorfmusiker." Er meint damit, dass er in den 1980er Jahren auf seinen Tourneen an jeder Milchkanne ein Konzert gegeben hat.

"Egal wie klein das Dorf war, wenn es eine Halle hatte, waren wir da. Zur Zeit von "Sprünge" (1986) haben wir eine Tournee gemacht mit 96 Konzerten am Stück. Da wussten wir irgendwann nicht mehr, wo wir an dem Abend spielen, wie wir heißen.... Wenn ich das immer hätte. Auf der ganzen Welt, eineinhalb Jahre Tour, in Singapur, Tokio, Buenos Aires. Und dann kommst du nach Hause. Kommst da rein. Sitzt auf dem Sofa. Und keiner klatscht. Guckst aus dem Fenster. Keiner holt deine Koffer. Da zieht einem einer den Stecker raus. Du kommst da nicht mehr runter." Viele würden sich dann auf Drogen einlassen, er sei da Gott sei Dank "komprimierter".

"Ich mag den Herrn Löw, der ist auch störrisch"

Auf seinem neuen Album gibt es einen Song, der heißt "Der Löw". Mit leuchtenden Augen erzählt Fußballfan Grönemeyer, wie er den Song geschrieben hat. "Das war nach dem WM-Spiel gegen Brasilien. Diese Mannschaft... Da saß ich und dachte, mich kneift's. Zuhause habe ich dann einen Text geschrieben, habe alle 23 Namen untergebracht. Meine Freunde haben dann gesagt 'Du schmeißt dich ja ganz schön ran, das ist doch affig'. Da dachte ich, warte ich mal mit dem Text, bis wir die WM gewonnen haben."

Er habe eine große Schwäche für Jogi Löw. "Ich mag den. Der hat was Feines, der ist nicht gemein. Der bleibt bei sich, der ist auch störrisch. Und die Mannschaft, wie die sich präsentiert haben, hat mir gefallen. Ich habe da ein Lieblingskinderbuch von Max Kruse 'Der Löwe ist los'." So sei eines zum anderen gekommen.

Konzert zum Abschluss

Nach dem Gespräch gab's die Musik: Herbert Grönemeyer hat etwa eine halbe Stunde lang ein kleines, feines Konzert gegeben. Eine Mischung aus alten Songs und natürlich erste Lieder aus "Dauernd Jetzt".

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