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Jan Böhmermann dank #varoufakefake im Quotenhimmel

Zuschauerzahlen verdoppelt  

Jan Böhmermann dank Stinkefinger-Video-Fake im Quotenhimmel

22.03.2015, 14:49 Uhr | t-online.de, dpa

Jan Böhmermann dank #varoufakefake im Quotenhimmel. Jan Böhmermann schwebt dank seines Stinkefinger-Verwirrspiels im Quotenhimmel. (Quelle: imago future image)

Jan Böhmermann schwebt dank seines Stinkefinger-Verwirrspiels im Quotenhimmel. (Quelle: imago future image)

Jan Böhmermann (34) hat in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" die Verwirrung um das Stinkefinger-Video des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis weidlich ausgekostet. Die Zuschauer blieben neugierig und verschafften dem Moderator und seiner Show eine Traumquote.

"Wenn ich gerade irgend'n geschmacklosen Scherz über Natascha Kampusch gemacht haben sollte: das war doctored, das war ein Fake", sagte der Moderator in der letzten Ausgabe von "Neo Magazin Royale". "Dieser Witz hat nie stattgefunden. Spulen Sie zurück, Sie werden diesen Witz nicht entdecken."

Der Fake um den Stinkefinger-Fake

Der ZDF-Entertainer hatte zuvor große Aufregung verursacht, indem er zunächst behauptet hatte, er habe das Stinkefinger-Video gefälscht. Den 2013 aufgenommenen Film, der Varoufakis vor seiner Ministerzeit auf einem Kongress mit ausgestrecktem Mittelfinger zeigt, hatte Günther Jauch in seinem ARD-Talk am Sonntag gezeigt und Varoufakis zur Behauptung gebracht, es handele sich um eine Fälschung, der Mittelfinger sei montiert worden.

Stunden nach Böhmermanns Behauptung, er habe Hand an den Mittelfinger des heutigen Ministers angelegt, stellte das ZDF dann klar: Die Behauptung war nur eine Satire-Aktion. Böhmermann hatte das Video mit dem Griechen nicht manipuliert, obwohl ein Internet-Clip zu seinem "Neo Magazin Royale" genau dies aufwendig vorgaukelte.

Doppelt so viele Zuschauer

Fest steht: Der Entertainer hat von seinem Schabernack profitiert und auch das vermutlich oft etwas träge ZDF-Stammpublikum wachgerüttelt. 610.000 Gesamtzuschauer verfolgten am Freitag die Mitternachtsausgabe von "Neo Magazin Royale". In der Vorwoche waren es noch 350.000 Fans.

Rückendeckung vom Grimme-Institut

Rückendeckung erhielt der witzelnde Böhmermann übrigens von ehrenwerter Seite: Die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach, verteidigte das Böhmermanns Verwirrspiel um das Varoufakis-Video. "Satire darf das", sagte Gerlach im Deutschlandfunk. "Insofern kann ich nicht sagen, er ist zu weit gegangen." Der ZDF-Entertainer habe gezeigt, welche Möglichkeiten der Manipulation es gebe. Außerdem habe er Moderator Günther Jauch einen Spiegel vorgehalten.

#Varoufakefake brachte Netz zum Glühen

Im Netz blieb "Varoufakefake" jedenfalls ein großes Thema. "Ich glaube, der #Varoufakefake wird eine Ikone des deutschen Fernsehens werden", schrieb jemand bei Twitter. "Alle meinen jetzt, es gestern schon gewusst zu haben", stellte ein anderer fest. Und dann ein Vorschlag: "Für jeden Tweet zum #varoufakefake bekommen die Griechen zwei Euro."

Mitunter wurde die Frage diskutiert, ob Böhmermann dieses Mal zu weit gegangen sei. Viele andere fanden, dass das ZDF die Satire zu früh als solche aufgelöst habe. "De Kölsche Jung" twitterte: "Ich habe übrigens das Fake-Bekenntnis des @ZDF gefaked."

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