Sie sind hier: Home > Unterhaltung > TV >

Klage gegen Rauswurf aus der Serie "Der Alte" abgewiesen

Rauswurf nach fast 30 Jahren  

Klage gegen Produktionsfirma von "Der Alte" gescheitert

30.08.2017, 18:41 Uhr | dpa

Klage gegen Rauswurf aus der Serie "Der Alte" abgewiesen. Die Schauspieler Markus Böttcher (v-l), Jan-Gregor Kremp (sitzend), Pierre Sanoussi-Bliss und Michael Ande (Quelle: dpa/Archiv/Ursula Düren)

Das Bundesarbeitsgericht entschied zugunsten der Produktionsfirmen über die Rechtmäßigkeit der Befristung von Verträgen von Schauspielern in Serien. (Quelle: Archiv/Ursula Düren/dpa)

Die Darsteller Pierre Sanoussi-Bliss (55) und Markus Böttcher (53) spielten jahrelang in der ZDF-Krimiserie "Der Alte" mit. 2014 wurden sie aus der Serie geschrieben. Die beiden Schauspieler wollten ihren Rauswurf nicht kampflos hinnehmen, reichten Klage ein – und scheiterten jetzt vorm Bundesarbeitsgericht.

Das höchste deutsche Arbeitsgericht wies am Mittwoch die Revision der beiden zurück. Die Schauspieler, die bei der Verhandlung in Erfurt anwesend waren, reagierten enttäuscht, wollten sich aber nicht weiter äußern (7 AZR 440/16).

Beide hatten mit der zuständigen Produktionsfirma nach Gerichtsangaben Verträge geschlossen, die sich auf einzelne Folgen oder die Folgen des Kalenderjahres bezogen. Der Siebte Senat wertete die Befristungen für die Schauspieler als wirksam und sachlich gerechtfertigt.

Kunstfreiheit oder Bestandsschutz für Darsteller?

Sanoussi-Bliss und Böttcher waren viele Jahre in der seit 1977 laufenden Serie zu sehen, mit dem Ende der letzten Befristung waren die TV-Ermittler beim "Alten" dann raus. Das Gericht musste zwischen der Kunstfreiheit und dem Bestandsschutz für die Darsteller abwägen. Es entschied, dass das Interesse des Senders überwiegt, die Serie auch kurzfristig fortzuentwickeln – und damit auch Umbesetzungen erlaubt sind. Gerichtssprecher Waldemar Reinfelder betonte zugleich, dass die Entscheidung speziell Schauspieler in TV-Serien betreffe – "auf andere Arbeitnehmer ist das nicht ohne weiteres übertragbar".

Die Klagen richteten sich nicht gegen das ZDF, sondern die Produktionsfirma. Das Landesarbeitsgericht in München hatte sie zuvor abgewiesen, ließ den Gang zum Bundesarbeitsgericht aber zu.

Der Anwalt von Sounissi-Bliss, Andreas Holtfrete, hatte sich von dem Bundesgericht ein "deutliches Wort" gegen eine derartige Form von kurzfristigen Arbeitsverhältnissen gewünscht: "Wir hatten gehofft, dass Schauspieler mehr Rechte bekommen."

Befristungen über Jahre hinweg erlaubt 

Der Anwalt der Gegenseite, Marco Tucci, betonte dagegen: Das Gericht habe deutlich gemacht, dass in der Film- und Fernsehbranche Besonderheiten gelten aufgrund der verfassungsrechtlich geschützten Kunst-, Rundfunk- und Filmfreiheit. Das gebe Sendern und Produktionsfirmen "die nötige Sicherheit", Schauspieler befristet für die Produktion von Filmen und Serien einzustellen, auch wenn dies über Jahre hinweg mehrfach erfolge.

Sanoussi-Bliss spielte in der Serie etwa 18 Jahre lang den Kommissar Axel Richter, Böttcher war fast 29 Jahre lang als Chef der Spurensicherung Werner Riedmann im Einsatz. 2015 waren sie in den Rollen zum letzten Mal zu sehen – andere Schauspieler stiegen in die Serie ein.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Entdecken Sie die neue Herbst-Winter-Business-Kollektion
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenhappy-size.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal