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Filmklassiker als Miniserie: "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" - Theater in Serie

Filmklassiker als Miniserie  

"M - Eine Stadt sucht einen Mörder" - Theater in Serie

17.02.2019, 00:03 Uhr | dpa

Filmklassiker als Miniserie: "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" - Theater in Serie. Lars Eidinger spielt den Vater eines toten Mädchens.

Lars Eidinger spielt den Vater eines toten Mädchens. Foto: Pertramer/Pichler/Superfilm/TVNOW. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Wenn man den Top 3 beim Streaming-Dienst TVNOW glauben kann, dann stehen die Zuschauer dort besonders auf den "Bachelor", "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" oder "Köln 50667".

Umso überraschender ist die erste TVNOW-Eigenproduktion, die vom 23. Februar an zu sehen sein soll. Denn mit einem Serien-Remake des Film-Klassikers "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" von Fritz Lang aus dem Jahr 1931 begibt sich der Streaming-Dienst der RTL-Gruppe auf völlig neues Terrain: großes Theater zwischen "Shopping Queen" und "Berlin - Tag & Nacht".

Es ist eine Co-Produktion mit dem österreichischen Sender ORF, wo die erste Folge an diesem Sonntag (17. Februar, 20.15 Uhr) geplant ist. Die Miniserie erzählt - wie der Film vor fast 90 Jahren - die Geschichte einer von einer furchtbaren Mordserie erschütterten Stadt. Damals war es Berlin, 2019 muss Wien nicht nur mit dem mörderischen Schrecken, sondern auch mit skrupellosen Politikern und Medienmachern fertig werden, die versuchen, die Morde für sich zu instrumentalisieren.

Drei Kinderleichen werden am Ufer der Donau gefunden, die dort einige Zeit unter Schnee begraben lagen. Alle drei stammen aus schwierigen Verhältnissen, eins ist ein afghanisches Flüchtlingskind. Und sie sollen nicht die einzigen Opfer bleiben. Wann immer ein Clown mit gruseligen Luftballons in der Hand erscheint und die Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg erklingt, schwebt ein weiteres Kind in Gefahr.

Die Besetzung des Sechsteilers als hochkarätig zu beschreiben, wäre beinahe untertrieben. Lars Eidinger spielt den Vater eines toten Mädchens, Verena Altenberger (Matthias Brandts Nachfolgerin im Münchner "Polizeiruf") die labile Mutter.

Sophie Rois (ursprünglich als "Polizeiruf"-Nachfolgerin für Brandt im Gespräch) gibt herausragend diabolisch einen weiblichen Mephisto, eine Puffmutter ohne jede Mütterlichkeit. Bela B. Felsenheimer (eigentlich Sänger und Schlagzeuger bei den Ärzten) spielt einen zwielichtigen, bleichgesichtigen Irren, der an Kinderkleidung schnüffelt und sich eine Art Harem aus kleinen Schaufensterpuppen hält.

Moritz Bleibtreu schlüpft in die Rolle eines skrupellosen Medienmoguls mit Hang zu rechter Progaganda, eines rechtspopulistischen Einflüsterers à la Steve Bannon, der mit den Ängsten der Bevölkerung spielt ("Nur die Angst vor dem Wolf macht die Herde zur Herde").

Sie alle sind eher Prototypen als echte Charaktere. Das ist hier aber kein Manko, sondern ein Kunstgriff, stehen sie doch für mehr als nur ein Einzelschicksal. "Er steht für jeden, für Väter im Allgemeinen, und ist sehr metaphorisch", sagte Eidinger bei der Weltpremiere auf der Berlinale über seine Rolle.

Und so schleichen die Figuren in diesem im besten Sinne theatralischen, surrealen und episodenhaften Alptraum umeinander. Sie treffen sich dabei in durchchoreographierten, auffallend langsam inszenierten Szenen, wie man sie eher auf der Bühne erwartet als im Streaming-Angebot von RTL.

Der Regisseur David Schalko hat mit der Serie ein kleines Kunstwerk geschaffen. Es ist ein Sittengemälde eines nach rechts rückenden Österreichs mit einem ebenso selbstverliebten wie skrupellosen Innenminister ("Das Geld, das wir pro Jahr für Migration ausgeben, fehlt uns jetzt für die eigenen Kinder") als eine der Schlüsselfiguren. Die zur Parodie verzerrte Figur (dargestellt von Domink Maringer) erinnert sicher nicht zufällig an den Kanzler Österreichs, Sebastian Kurz, den Superstar der Konservativen in Europa.

Ein Grund, warum er aus dem ikonischen Film von damals eine Serie machen wollte, sei gewesen, dass es keine Hauptfiguren gibt, sagte Regisseur Schalko bei der Weltpremiere auf der Berlinale. "Eine Serie bietet die Möglichkeit einer breiteren Erzählweise." Außerdem sehe er politische Parallelen zwischen damals und heute. Der Original-Film stammt aus dem Jahr 1931 - zwei Jahre später war Adolf Hitler mit den Nationalsozialisten in Deutschland an der Macht.

Für Eidinger ist nicht nur seine Rolle, sondern die ganze Geschichte eine Art Metapher, wie er auf der Berlinale sagte: "Sie wollen jemanden finden, der für die Situation verantwortlich ist und am Schluss finden sie eigentlich nicht den Mörder, sondern sich selbst."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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