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Organisierter Protest gegen Rundfunkbeitrag? WDR von Anrufern terrorisiert

Protest gegen Rundfunkbeitrag?  

WDR erneut von Anrufer terrorisiert

17.06.2021, 14:23 Uhr | sow, t-online

Organisierter Protest gegen Rundfunkbeitrag? WDR von Anrufern terrorisiert. Hier und Heute"Hier und Heute": Miriam Lange erlebte am Mittwoch in der WDR-Sendung eine ungewöhnliche Situation mit einem Anrufer. (Quelle: WDR/Nico Weinberger)

Hier und Heute"Hier und Heute": Miriam Lange erlebte am Mittwoch in der WDR-Sendung eine ungewöhnliche Situation mit einem Anrufer. (Quelle: WDR/Nico Weinberger)

Hör' mal, wer da bimmelt: Es ist das zweite Mal in kurzer Folge, dass in einer Sendung des WDR eine telefonische Ausnahmesituation für Wirbel sorgt. Erlebt der Sender hier eine organisierte Protestform?

Telefonstreiche beim Fernsehen? Das klingt erstmal nach den Neunzigern, ist aber tatsächlich am Mittwoch beim WDR passiert. Und es ist nicht das erste Mal, dass bei der größten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Deutschlands Anrufe eingehen, die Fragen aufwerfen.

Vor nicht einmal zwei Woche sorgte ein Anrufer bei Jürgen Domian für Schlagzeilen unter anderem in der "Bild"-Zeitung. In seiner neuen Live-Sendung nach altem Muster, die seit dem 9. April im WDR zu sehen ist, landete ein gewisser Tobias in der Leitung, der angab, über Kardinal Marx sprechen zu wollen. Doch dies entpuppte sich nur als Vorwand, um ins Fernsehen zu gelangen. 

"Ich hoffe, dass ich das Gespräch bis zum Ende führen darf", begann der TV-Anrufer das Gespräch mit Domian, kaum war er Teil der Show, und erklärte dann: "Ich würde gerne über Georg Thiel sprechen."

"Es gab und gibt keine Vorgaben seitens des WDR"

Bei Thiel handelt es sich um einen 53-jährigen Mann aus Borken, der seit Februar im Gefängnis sitzt, weil er sich über Jahre hinweg weigerte, den Rundfunkbeitrag zu bezahlen – auf mehr als 1.800 Euro sollen sich seine Schulden inzwischen belaufen. Dass der Mann aus der JVA Münster seinen Knastaufenthalt hätte verhindern können, wenn er "bloß seine Vermögensverhältnisse offengelegt" hätte, berichtete kürzlich das Medienmagazin "Übermedien". Die Verhältnismäßigkeit der Haftstrafe sei, so der Bericht, von drei Gerichten bestätigt worden.

Doch es scheint WDR-Zuschauer zu geben, die sich an dem Fall abarbeiten möchten – und immer wieder ihren Protest in die Telefonleitungen des Senders tragen. Nachdem der Anrufer bei Domian rausflog, sah sich der Westdeutsche Rundfunk gar zu einer Stellungnahme genötigt: "Es gab und gibt keine Vorgaben seitens des WDR, und natürlich ist es möglich, in der Sendung über den Rundfunkbeitrag beziehungsweise Zahlung oder Nicht-Zahlung des Beitrags zu diskutieren", hieß es nach der Kritik aus dem Boulevard, dass man beim Sender Beitragsverweigerer aus der Leitung werfe.

"WDR, es reicht. Entlassen Sie Georg Thiel"

Am Mittwoch nun hat es erneut ein Anrufer bis ins Fernsehen geschafft. Er gab sich als Hans-Georg Thielmeier aus Borken aus und landete in der "Hier und heute"-Nachmittagssendung mit Moderatorin Miriam Lange. "Hashtag Free Georg Thiel! WDR, es reicht. Entlassen Sie Georg Thiel", rief er, nachdem er vorgegeben hatte, es gehe ihm bei der Hitze nicht so gut und Lange sich erkundigte, was denn das Problem sei.

Die Moderatorin war sichtlich irritiert und erklärte dann: "Ich erfahre gerade aus der Regie, Hans-Georg hat aufgelegt". Ob der WDR in Zukunft andere Vorkehrungen trifft, um diese Anrufe zu verhindern? Miriam Lange selbst wollte sich auf Anfrage von t-online nicht zu der Angelegenheit äußern.

Klar ist nur: So langsam mehren sich die Situationen beim Sender, in denen Moderatorinnen und Moderatoren unverhofft mit einem Mann konfrontiert werden, der partout keinen Rundfunkbeitrag zahlen will – und der damit offenbar eine telefonierfreudige Fangemeinde aufbauen konnte.

*In einer ersten Version hieß es: "Eine entsprechende Anfrage von t-online blieb bislang unbeantwortet." Dies war missverständlich formuliert, da es auf den WDR bezogen werden konnte. Tatsächlich aber haben wir im ersten Schritt die Moderatorin der Sendung für ein Statement angefragt. Der WDR hat erst am 17. Juni eine Anfrage von t-online erhalten.

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