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"37 Grad"-Reportage über Demenz eines Mittfünfzigers

Von dpa
10.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Bernhards (r) Freunde sind immer für ihn da.
Bernhards (r) Freunde sind immer für ihn da. (Quelle: J gen Todt/ZDF/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Es scheint eine typische deutsche Gartenparty mit einem gutgelaunten Gastgeber am Grill zu sein. Bernhard ist 55. Er liebt es, für seine Familie und Freunde Paella zu machen. Doch dem Mann am Grill geht das nicht mehr so leicht von der Hand wie früher.

Bernhard kommt mit seinem Rezept durcheinander. Denn der Elektro-Ingenieur aus Freiburg ist vor wenigen Jahren an einer Frontotemporalen Demenz erkrankt. Der Mittfünfziger hat zunehmend Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis und dem Sprechen. Die Krankheit verändert auch seine Persönlichkeit. Die Reportage "Sein Leben mit dem Vergessen - 55, Diagnose Demenz und noch mittendrin" der Reihe "37 Grad" am Dienstag um 22.15 Uhr im ZDF begleitet ihn im Alltag.

Ehefrau Ute (53) hat mittlerweile eine Generalvollmacht, um alles Notwendige für ihren Mann zu regeln. Ihre Rolle in der Ehe hat sich stark verändert. "Jetzt bin ich die Vertraute, Betreuerin. Ich hoffe nicht, dass er irgendwann "Mutter" zu mir sagt." Sie muss die Familie in dieser außergewöhnlichen Lage zusammenzuhalten und allein für die 13 und 18 Jahre alten Söhne sorgen. Der Kranke hat großes Glück, dass seine Familie und sein Freundeskreis für ihn da sind. "Bernhard ist glücklich, und uns geht es gut", sagt die Hebamme über ihren Mann.

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Sein Kumpel Jörg, der ihn seit der Studienzeit kennt, berichtet: "Mir merken mittlerweile schon, dass wir uns mehr kümmern müssen, wenn es darum geht, Dinge zu machen, die Benni bisher ganz selbstständig machen konnte." Es sei eine Herausforderung: "Aber wir gehen das Schritt für Schritt mit und machen das Beste draus." Auch seine Bürogemeinschaft hält zu ihm und ignoriert es tapfer, wenn Bernhard mitten in der Arbeitszeit seine Hardrock-Musik ohrenbetäubend laut aufdreht. Sie wissen: Es ist die Krankheit, die ihn ignorant macht.

Bernhard gehört zu den 1,6 Millionen Menschen in Deutschland mit einer Demenz-Erkrankung. Drei Prozent dieser Menschen sind jünger als 65 Jahre. Für diese Leute und ihr Umfeld ist die Krankheit besonders schlimm, denn sie werden mitten aus einem aktiven Leben gerissen.

Der Film von Sibylle Smolka zeigt, wie Bernhards Frau und die Freunde versuchen, ihm einen normalen Alltag zu ermöglichen: Er fährt jeden Tag zur Arbeit, trifft sich mit seinen Freunden zum Volleyball, macht am Wochenende Ausflüge und bekocht alle mit seiner Paella. Das ist ein außergewöhnliches Leben für einen Menschen mit Demenz.

Doch je mehr die Krankheit fortschreitet, desto mehr wachsen die Herausforderungen: Bernhard will unbedingt noch selbst Motorrad fahren, aber das ist nicht mehr verantwortbar. Das Familienkonto muss ihm gesperrt werden, er verliert die Orientierung und verweigert medizinische Untersuchungen. Wie geht sein Umfeld damit um?

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