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TV-Tipp - "Die Wache": Groteske Verhör-Komödie aus Frankreich

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"Die Wache": Groteske Verhör-Komödie aus Frankreich

18.08.2021, 00:03 Uhr | dpa

TV-Tipp - "Die Wache": Groteske Verhör-Komödie aus Frankreich. Kommissar Buron (Benoit Poelvoorde) - Hauptdarsteller in einer absurden Welt.

Kommissar Buron (Benoit Poelvoorde) - Hauptdarsteller in einer absurden Welt. Foto: Quentin Dupieux/Arte/dpa. (Quelle: dpa)

Straßburg (dpa) - Je länger man zuschaut, desto grotesker wird es: Am Anfang dirigiert ein Mann auf einer Wiese ein Orchester. Er trägt nichts - bis auf einen roten Slip.

Wer dranbleibt, bekommt noch mehr Skurrilitäten zu sehen: Mal raucht der Kommissar seine Zigarette aus einem Loch in der Brust. Mal muss der Verdächtige eine Leiche im Schrank verstecken. Mal isst er eine Auster samt Schale. Dann wieder tauchen reale Figuren in seinen Erinnerungen auf.

Arte zeigt am Mittwochabend (21.55 Uhr) die gut einstündige Komödie "Die Wache". Die französische Produktion fällt in die Kategorie Schwarzer Humor und ist im Grunde ein Kammerspiel: Kommissar Buron vernimmt den Hauptverdächtigen in einem Mordfall, Louis Fugain. Im Zimmer eines Polizeireviers, das im Charme der 1970er gehalten ist. Getippt wird auf der Schreibmaschine. Dass der Kommissar Fugain einen angebissenen Schokoriegel aus der Schublade kramt und anbietet, als der nach etwas zu essen fragt, ist nur der Anfang des Verhörs.

Zwischen Gedankenwelt und realer Welt

Vor allem die Gespräche werden immer absurder. Als Fugain rechtfertigt, warum er in der Tatnacht sieben Mal das Haus verlassen hat, unterbricht ihn der Polizist mit der Frage, ob ihn der Geschmack von Zahnpasta nach dem Milchtrinken störe. Er mischt sich in die Gedanken Fugains ein, taucht in den Rückblenden leibhaftig auf. Zeitsprünge und Wechsel von Gedankenwelt und realer Welt sorgen für zusätzliche Verwirrung - bei den Figuren wie auch beim Publikum.

Als der Kommissar plötzlich das Büro verlässt, um seinen Sohn zu treffen, der nonchalant und beiläufig über seine Selbstmordabsichten plaudert, soll sein Kollege auf den Verdächtigen aufpassen. Auch hier entspinnen sich abwegige Dialoge. Bis der Assistent stolpert und sich mit einem Geodreieck ins Auge sticht - was in seiner Brutalität gezeigt wird und offenkundig zum Tod des Mannes führt.

Die Zuschauer und Zuschauerinnen brauchen also einen resistenten Magen. Und im Idealfall trotz der späten Uhrzeit gute Konzentration. Denn die Gespräche verlaufen ruckzuck, es ist ein Pingpong zwischen den Protagonisten. Da hat man zwar durchaus etwas zu lachen. Doch durch die zeitlichen Sprünge und Verflechtungen zwischen den Ebenen ist im Grunde die ganze Zeit volle Aufmerksamkeit gefragt.

Wer sich durchkämpft, wundert sich vielleicht über die eine oder andere Erklärung für die nächtlichen Ausflüge Fugains: Von der Suche nach einem Mückenspray bis zur schlafwandelnden Frau ist alles dabei. Immer wieder beteuert der Verdächtige aber seine Unschuld.

Man kann miträtseln und die Abläufe der Nacht versuchen zu rekonstruieren und Widersprüche zu finden. So viel sei aber verraten: Kurz vor Schluss macht der Film eine große Kehrtwende, über die sich die meisten wohl wahrlich wundern werden.

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